Der verlorene Sohn (Fragment)

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Handelnde Personen in
Der verlorene Sohn (Fragment)

Emma
Fremder
Grenzaufseher
Grenzwächter
Köhlerhoppe
Paula
Tannenmüller
Zechenmolch


Handlungsorte

Hohenberg im Gebirge (Erzgebirge?)

Das fragmentarische Manuskript Der verlorene Sohn (Papierformat 20,5 × 32 cm) befindet sich im Archiv des Karl-May-Verlags.

Textgeschichte

Das Fragment umfasst, umgerechnet auf den Satzspiegel der Freiburger Buchausgabe des Autors, etwa 20 bis 22 Seiten und enthält ein erstes Kapitel sowie den Anfang eines zweiten Kapitels; der Text bricht mitten im Satz ab.

2014 wurde der Text in Verschwörung in Wien, Band 90 der Gesammelten Werke, aufgenommen.

Inhalt

Nach 20 Jahren kehrt ein namenlos bleibender Fremder, ein gelehrter Herr, dessen Gesicht durch ein Feuermal entstellt ist, in seinen Heimatort Hohenberg zurück. Er war zu Unrecht eines Mordes beschuldigt worden.

In den nicht ausgeführten Teilen sollte vermutlich der Schuldige, der Zechenmolch, entlarvt und das Zigeunermädchen Paula mit Hilfe des alten Kohlenbrenners Hoppe (Posaunenhoppe) erlöst werden. Eine angedeutete Liebesbeziehung gibt es zu Emma, der schönen Tochter des Tannenmüllers.

Walther Ilmer meint:

Anlage und Tenor, Schauplatz und Personal gleichen völlig denen in Karl Mays ›Erzgebirgischen Dorfgeschichten‹, die von Verbrechen, Schuld und Sühne handeln; und der Text zeigt im gesamten Duktus, in der Wortwahl, im Satzbau, in den liebevollen Beschreibungen von Menschen und von Eigentümlichkeiten der Topographie eine Geläufigkeit und eine Beherrschung der Stilmittel, die gegen eine Niederschrift vor der Redakteurzeit Karl Mays sprechen.[1]

Datierung

In der Karl-May-Chronik wird der Text auf Anfang 1877 datiert.[2]

Roland Schmid vermutete dagegen eine Entstehungszeit um 1868; jedenfalls vor 1875.[3]

Christoph F. Lorenz hält eine Entstehungszeit um 1875/1876 für möglich.[4]

Anmerkungen

  1. Ilmer: Innere Werkstatt, S. 80.
  2. Karl-May-Chronik I, S. 225 f.
  3. Zitat eines Briefes von Roland Schmid in Herbert Meier: "Prinz Otto Victor, der Confusionsheinrich, der Studentenkarl und das Wiannerlinchen ..." Ein Programm? Anmerkungen zu einem frühen Fragment-Text Karl Mays. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1986, S. 96-109 (107, Anm. 19). (Onlinefassung)
  4. Lorenz: Spuren, S. 537.

Literatur