Aktion- und Musik-Schauspiel "Winnetou"

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Daten
Spielzeit: 1982
Premiere: 4. Februar 1982
Textvorlage: Winnetou I
Stab
Regie: Dick Price
Buch: Peter Stenzel
Musik: Ralph Siegel/Bernd Meinunger (Texte)
Besetzung

Das "Aktion- und Musik-Schauspiel" "Winnetou" wurde 1982 in der Westfalenhalle in Dortmund aufgeführt. Das Stück war eigentlich als zweijährige Tournee durch den gesamten deutschsprachigen Raum geplant, doch schon bei der zweiten Station (Wuppertal) war Schluss – der Veranstalter war pleite.

Inhalt

Das Stück entsprach tatsächlich dem May-Text, wobei Peter Bruno (alias Peter Stenzel) einige dramaturgische Änderungen vornahm: Stark abgewandelt war das Gottesurteil, dem sich Old Shatterhand unterwerfen musste. Hier ringen durch eine bronzene Kette aneinandergebunden Old Shatterhand und Winnetou um Leben und Tod, bis diese überraschend zerbricht. Die Rolle Nscho-tschis wurde stark aufgewertet.

Tournee

Zwei Jahre sollte es auf Tournee gehen. Freiburg i. Br., Karlsruhe, Kassel, Luxemburg, Augsburg sollten einige Stationen der insgesamt 25 Städte sein, durch die "Winnetou" in einem Zirkuszelt, das der Zirkus Busch-Roland zur Verfügung stellte, touren sollte. Mit einem Sonderzug der Deutschen Bundesbahn, der 40 Waggons umfasste, sollte das transportable "Schauspielhaus" durch Deutschland rollen.

Vier Wochen nach der Uraufführung kam es am 1. März 1982 in Wuppertal zum endgültigen Aus für das ehrgeizige Projekt. 14 Tage später meldete Peter Stenzel mit seiner Internationalen Medienproduktion offiziell Konkurs an.

Sonstiges

Die Bezeichnung "Musical" ist eigentlich übertrieben, denn in dem Stück sang nur Nscho-tschi (Claudia Condor) drei Lieder ("Manitou", "Friede für dies Land").

Mit einem philharmonischen Orchester von 100 Mann und 60 Chorsängern wurde in einem Münchner Studio das Musikband eingespielt, das während der Vorstellungen als Playback eingespielt wurde. Es ist auch als Schallplatte erhältlich.

Rechtsstreit

Single

Das Lied "Friede für dies Land", das von Nscho-tschi in dem Aktions- und Musikschauspiel gesungen wurde, hatte nach Meinung von Peter Bruno, der das Konzept für das Musical entwickelt hatte, inhaltlich starke Ähnlichkeit mit dem Grand-Prix-Lied "Ein bißchen Frieden" (gesungen von Nicole). Texter und Komponist sind bei beiden Liedern identisch (Ralph Siegel und Bernd Meinunger).

Geklagt hat Peter Bruno, der die Aufführungs- und Verwertungsrechte an dem Musical besaß, weil Texter/Komponist an den Verwertungsrechten von Nicole ordentlich Geld verdient haben, während er mit dem – seiner Meinung nach fast gleichem – Nscho-tschi-Lied kein Geld verdiente.

Das Gericht hielt die Ähnlichkeiten aber für nicht schutzwürdig, weil sie allgemeingültig wären. Abgesehen davon sehne sich Nscho-tschi nach Frieden, weil sie Angst um Old Shatterhand und ihren Bruder hätte (konkrete Situation), während Nicole ganz allgemein Frieden wolle. Dabei spiele es keine Rolle, ob die IDEE zu dem Lied vom Kläger stamme, da Nscho-tschis Position sich aus der schon von May stammenden Konstellation ergebe, während Nicoles Position aus der Weltsituation herrühre und jeder so empfinde... So etwa die Argumentation; die Klage wurde abgewiesen.

Literatur

  • Nicolas Finke: "Winnetou unter Pleitegeiern". In: KMC Nr. 127/2012.
  • Marc Hairapetian: "Wehe, wenn Ulbrich kommt!". Interview mit Rüdiger Bahr zum "Ak­tion- und Mu­sik-​Schau­spiel Win­ne­tou" und dem ZDF-​Ad­vents­vier­tei­ler "Lock­ruf des Gol­des". In: Karl May & Co. Nr. 151, 2018.

Weblinks