Familie Barchewitz

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Die Barchewitz-Schwestern (stehend, die erste von links und die ersten beiden von rechts) in Gesellschaft von Karl May (stehend, der vierte von rechts) und anderen Bad Salzbrunner Kurgästen.

Frau E. Barchewitz war die Inhaberin der Pension Belvedere in Bad Salzbrunn. Bei der Betreuung ihrer Gäste unterstützten sie ihre drei Töchter Eva, Frida und Gertrud Barchewitz.

Familie Barchewitz und das Ehepaar May[Bearbeiten]

Kur in Bad Salzbrunn[Bearbeiten]

Auf Anraten seines Hausarztes Curt Mickel sollte Karl May im Frühjahr 1907 eine Kur machen. Auf eine Anfrage Mays schickte Gertrud Barchewitz ihm am 22. April 1907 einen Prospekt der Pension Belvedere und ergänzt:

Vielleicht wäre es den Herrschaften möglich etwa den 20. Mai hierher zur Kur zu kommen.[1]

Tatsächlich reisen May und seine Frau Klara am 22. Mai nach Bad Salzbrunn und quartieren sich in der Pension Belvedere ein.[2]

Während ihres Kuraufenthaltes besuchen Mays regelmäßig das Salzbrunner Kurtheater. Am 10. Juni erlebten sie zusammen mit den drei Barchewitz-Schwestern Wilhelm Meyer-Foersters Stück Alt-Heidelberg.[3]

Wenige Tage vor der Abreise (3. Juli) trug sich Karl May am 30. Juni mit dem Gedicht An mein liebes Schlesien in das Fremdenbuch der Familie Barchewitz ein. Zwei Tage später erschien dieses Poem in der Salzbrunner Zeitung, und zwar mit der Vorbemerkung:

Karl May hat in das Fremdenbuch der Villa Belvedere, wo er sechs Wochen lang unter der bekannten, vortrefflichen Pflege der Familie Barchewitz der Kur oblag, vor seiner Abreise folgende Zeilen eingetragen.[4]

Briefwechsel[Bearbeiten]

Die Reise führte das Ehepaar May weiter in das Riesengebirge, von wo aus sie mehrere Bekannte – darunter auch die Familie Barchewitz – mit Ansichtskarten versahen. Am 10. Juli dankte Gertrud Barchewitz für Mays freundliche Grüße aus dem Gebirge und fügte an:

Unser Belvedere ist jetzt so ganz, ganz anders u[nd] erscheint uns so verödet u[nd] einsam seit Sie lieben, lieben Zwei uns verlassen haben.

Ebenfalls ein Dankesschreiben sandte Frida Barchewitz:

Das dumme Herz will sich immer noch nicht daran gewöhnen, fremde Menschen in dem Zimmer hausen zu sehen, das durch die personificierte Liebe und Güte einen so eigenen Reiz erhalten hatte.[5]

Am nächsten Tag verfasste die Wirtin E. Barchewitz auch einen Dankesbrief.[6]

Einen Brief hatte Karl May wohl Anfang August 1907 an Eva Barchewitz geschrieben, auf den sie am 14. August antwortete:

Sehr schmerzlich war es uns Allen, daß Sie [...] so krank waren und so lange das Bett hüten mußten, bis das pflegende Herzle (= Klara May) selbst erkrankte.[7]

Drei Tage später dankte Eva Barchewitz brieflich Karl May für einen Brief an ihre Mutter und drückte wiederum das Bedauern der Familie über die Erkrankung Karl und Klara Mays aus. Frida Barchewitz schloss sich an und dankte für all Ihre Liebe und Güte.[8]

Grüße von der Schwarzmeerreise[Bearbeiten]

Gertrud Barchewitz war wohl im Dezember 1907 mit Freunden ans Schwarze Meer gefahren und schrieb Karl May am 22. Dezember einen Brief:

Laßen Sie es mich noch einmal sagen, wie tief ich Ihre große Güte u[nd] Liebe empfinde, u[nd] wie es mich treibt derselben nachzueifern.[9]

Einen weiteren Brief, in dem sie sich nach den Kreuzschmerzen von unserm lieben Sihdi erkundigte, sandte sie May am 22. Januar 1908, ebenfalls vom Schwarzen Meer.[10] Auf der Rückreise antwortete sie am 22. Februar Klara May auf einen Brief und gratulierte Karl May auf einer beigelegten Karte zum Geburtstag.[11]

Blumengrüße aus Bad Salzbrunn[Bearbeiten]

Am 3. Mai 1910 schickte Eva Barchewitz Blumen aus dem Garten der Pension Belvedere in Bad Salzbrunn an Karl May.[12]

Auch Gertrud Barchewitz sandte Karl May am 31. Mai 1910 Blüten aus dem Garten von Belvedere:

Durch Nacht zum Licht! Sie, lieber, hochverehrter Herr May, sind nun schon so lange zur lichten Klarheit durchgedrungen, u[nd] endlich muß doch auch die Zeit kommen, wo die Menschheit gelernt hat, das Gewesene von dem Seienden zu trennen.[13]

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 30. März 1912 gab der kränkelnde Karl May seiner Frau Klara morgens noch den Auftrag, in der Pension Belvedere für einen Kuraufenthalt um Ostern herum dieselben Zimmer wie 1907 zu reservieren. Allerdings verstarb er am Abend.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 194.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 201.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 206.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 211 f., 213.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 215 f.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 216.
  7. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 231.
  8. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 245 f.
  9. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 335 f.
  10. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 345.
  11. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik IV, S. 355.
  12. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 125.
  13. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik V, S. 162.

Literatur[Bearbeiten]

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.