Max Klinger

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Max Klinger (* 18. Februar 1857 in Leipzig; † 4. Juli 1920 in Großjena bei Naumburg/Saale) war ein Bildhauer, Maler und Grafiker. Sein Werk ist vornehmlich dem Symbolismus zuzuordnen. Seit 1897 war Klinger Professor an der Königlichen Akademie der Graphischen Künste in Leipzig.

Die Figurengruppe am Grabmal der Familien Plöhn und May auf dem Radebeuler Friedhof, die 1901 von Selmar Werner geschaffen wurde, sollte nach dem Willen Klara Plöhns ursprünglich durch Max Klinger gestaltet werden.[1]

Max Klinger und Sascha Schneider

Max Klinger war seit Mitte der 1890er Jahre ein Freund und Mentor von Sascha Schneider.[2] Bei der Neubesetzung der Professur für Aktmalerei an der Großherzoglich Sächsische Kunstschule in Weimar gehörte Klinger neben Hans Olde (* 1855; † 1917) zu den Befürwortern Sascha Schneiders, der die Stelle im Herbst 1904 tatsächlich erhielt.[3]

Im Frühjahr 1908 wurde Schneider durch Hellmuth Jahn erpresst und musste daraufhin Weimar verlassen. Max Klinger war seit langem über Schneiders Homosexualität informiert[4] und hatte wohl daraus resultierende Schwierigkeiten vermutet, wie aus einem Brief Schneiders hervorgeht:

Ihre Prophezeiung bei meiner Hinfahrt nach Weimar ist buchstäblich eingetroffen. Sie haben alles richtig von vornherein erkannt![5]

Klinger unterstützte Schneider, indem er ein Atelier in der Villa Romana in Florenz verschaffte. Das dortige Künstlerhaus gehörte seit 1905 dem Deutschen Künstlerbund, für den Klinger tätig war.[6]

Deutsches Buchgewerbehaus, Leipzig

Im August 1909 weilte Sascha Schneider inkognito in Leipzig, um für die dortige Buchgewerbemuseum (Gutenberghalle) eine Wand zu gestalten. Im Einverständnis mit dem währenddessen abwesenden Max Klinger wohnte Schneider in dessen Haus im Stadtteil Plagwitz.[7]

Ende 1912 wurde in Deutschland der Kauf zweier Plastiken von Sascha Schneider abgelehnt: in Leipzig der Badende Knabe, in Dresden der Gürtelbinder. Daraufhin äußerte der wiederum in Florenz weilende Schneider einen Pauschalverdacht gegen die bildenden Künstler in Deutschland und namentlich gegen Max Klinger. So heißt es in einem Brief an den Jenenser Oberlandesgerichtsrat Heinrich Gerland (* 1874; † 1944) vom 17. Dezember:

Es ist ganz infam, wie von Seiten meiner Collegen (und ich glaube es ist auch Klinger dabei) gegen diese neue Kunst intrigiert wird.[8]

Und an Klara May schrieb Schneider am 8. Januar 1913:

[...] besonders in Leipzig, Klinger an der Spitze, sind meine Collegen wie ein "Deutscher Mann" erstanden, um mich "kaput" zu machen.[9]

Zweieinhalb Jahre später setzte sich Max Klinger (erfolglos) dafür ein, Sascha Schneider die Leitung des Meisterateliers für Historienmalerei an der Dresdner Akademie zu übertragen.[10]

In ihrer Dissertation findet Annelotte Range zahlreiche Parallelen zwischen beiden Künstlern und zieht das Resümee:

Schneider ähnelte Klinger in manchem. Auch sein Gedächtnis bewahrte ein umfangreiches Repertoire an Motiven der Kunstgeschichte, aus dem er bewußt oder unbewußt, von der zeitgenössischen Kritik unbemerkt, schöpfte.[11]

Anmerkungen

  1. Tagebucheintrag Klara Mays, vgl. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 139, Anm. 12.
  2. Range: Zwischen Max Klinger und Karl May, S. 13.
  3. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 98, Anm. 69.
  4. Range: Zwischen Max Klinger und Karl May, S. 111.
  5. Zitiert nach: Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 278, Anm. 14.
  6. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 279, Anm. 16.
  7. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 284, Anm. 4.
  8. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 313, Anm. 3.
  9. Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 313 f.
  10. Range: Zwischen Max Klinger und Karl May, S. 136, Anm. 440.
  11. Range: Zwischen Max Klinger und Karl May, S. 146.

Literatur

Weblinks

  • Der vollständige Eintrag in der Wikipedia.
  • Gemälde, Zeichnungen und Grafiken bei zeno.org.