Hans Zesewitz

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Hans Zesewitz

Hans Zesewitz (* 23. Dezember 1888 in Colditz; † 26. Januar 1976 in Hohenstein-Ernstthal) war seit 1912 Lehrer und Stadtarchivar von Hohenstein-Ernstthal.

Leben

Er schrieb seit 1921 Forschungsbeiträge zu Karl May und ermittelte u.a. das Geburtshaus und erste Vorfahren Karl Mays.

Der Name Hans Zesewitz ist in Hohenstein-Ernstthal mit der Heimatgeschichtsforschung ebenso eng verbunden wie mit dem Beginn der Karl-May-Forschung überhaupt; er gilt als ihr Begründer. Den Ausgangspunkt bildete ein Artikel im Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt vom 12. März 1921. Dort schrieb er: "Im nächsten Jahre würde Karl May 80 Jahre alt werden. Aus diesem Anlasse gedenke ich, eine größere Arbeit zu veröffentlichen und bitte alle Personen, die Bücher oder ähnliches von Karl May besitzen, mir diese auf kurze Zeit zur Verfügung zu stellen. Desgleichen erbitte ich mir Mitteilungen über bisher unbekannte Einzelheiten aus seinen frühesten Jugendjahren ..."

Hans Zesewitz ist es zu danken, dass er über Jahrzehnte hinweg Informationen von Zeitgenossen und Verwandten Mays sammelte, bewahrte, auswertete und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Auf ihn gehen die ersten genealogischen Forschungen zur Familie May wie auch die Pflege von Kontakten zwischen dem Karl-May-Verlag in Radebeul beziehungsweise später Bamberg und der Stadt Hohenstein-Ernstthal zurück. Mit dem Karl-May-Verleger Dr. Euchar A. Schmid und dessen Familie unterhielt er freundschaftliche Beziehungen, die ihrerseits seine Aktivitäten in der Geburtsstadt Karl Mays beflügelten und oft genug erst realisieren ließen.

Nach jahrelangem unermüdlichem Wirken war es ihm am 18. Februar 1929 gelungen, einen 18-köpfigen Karl-May-Ausschuss unter maßgeblicher Mithilfe des Buchhändlers Johannes Zimmermann zu konstituieren, der sich die Karl-May-Ehrung in Hohenstein-Ernstthal zum Ziel gesetzt hatte. Über diesen Ausschuss konnte erreicht werden, dass am 26. Mai 1929 die Gedenktafel am Geburtshaus Karl Mays angebracht und im Dezember des gleichen Jahres das erste Teilstück der heutigen Karl-May-Straße nach dem Schriftsteller benannt wurde.

Doch der Hauptverdienst fällt dem Lehrer und Stadtbibliothekar Hans Zesewitz zu. Das gilt auch für die Aktivitäten um die Karl-May-Höhle. So gelang es ihm, diesen ehemaligen Eisenstollen aus dem 17. Jahrhundert ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und ihn damit vor dem Vergessen, ja vor einer eventuellen Zerstörung durch den Serpentinitsteinbruch zu bewahren.

Er engagierte sich 1942 zu der "Karl-May-Ehrung" in Hohenstein-Ernstthal und trieb insgesamt Spenden in Höhe von 10.000 Mark auf, um einen Karl-May-Hain mit Gedenkstein gestalten zu lassen. Bis ins hohe Alter setzte er sich für die Ehrung und Anerkennung Karl Mays in Hohenstein-Ernstthal ein, nicht selten hat er dafür Demütigungen und Ausgrenzungen hinnehmen müssen.

Er war Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Karl-May-Biographie.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Karl-May-Strasse in Hohenstein-Ernstthal, 1930
  • Alte Urkunden sprechen. In: Karl-May-Jahrbuch 1932
  • Weberelend in Ernstthal, als Karl May ein Kind war, 1937
  • Die Karl-May-Höhle bei Hohenstein-Ernstthal, 1938; Nachdruck in: Christian Heermann (Hrsg.): Karl May auf sächsischen Pfaden, 1999
  • Von der Mutter Karl Mays, 1940; in: Christian Heermann (Hrsg.): Karl May auf sächsischen Pfaden, 1999
  • Karl Mays Geburtshaus, 1942; in: Christian Heermann (Hrsg.): Karl May auf sächsischen Pfaden, 1999

Literatur

Weblinks