El Mizan

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El Mizan (arabisch mīzān, "Waage") ist in Karl Mays Roman "Am Jenseits" die "Waage der Gerechtigkeit", auf der alle Verstorbenen gewogen werden, ob sie in das Jenseits gelangen dürfen oder in den Abgrund des Verderbens stürzen müssen. Ben Nur, der "Bote des Propheten", der aus dem Münedschi spricht, berichtet von ihr:

"Das ist El Mizan, die entscheidende Wage der Gerechtigkeit. Sie mißt jede That, jedes Wort und jeden einzelnen Gedanken. Lege das leiseste, kürzeste deiner Gefühle darauf, so wird sie dir sagen, wie schwer es vor dem allwissenden Erforscher deines Innern wiegt!"[1]

Khutab Agha, der Oberaufseher der Schatzkammer des Heiligtums von Meschhed Ali, verzichtet auf seine Rache gegen Tawil Ben Schahid, den Scheik der Beni Khalid, der ihn durch Aderlass langsam sterben lassen wollte, aus Angst vor "El Mizan":

"Mir ist himmelangst geworden. Es bangt mir vor El Mizan, der fürchterlichen Wage der Gerechtigkeit!"[2]

Im Roman "Und Friede auf Erden!" berichtet Mary Waller erschrocken, dass ihr kranker Vater aufgeregt "El Mizan, die Wage der Gerechtigkeit!" gerufen habe. Der chinesische Arzt Tsi beruhigt sie:

"Haben Sie keine Sorge, Mylady! Er hat, als er im Arm des Todes lag, an dieser entsetzlichen Wage der Gerechtigkeit gestanden, und grad ihr Anblick ist's gewesen, der ihn von seinem frühern Irrtümern befreite.[3]

Anmerkungen

  1. Karl May: Am Jenseits. Gesammelte Reiserzählungen, Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1899, S. 315 f.
  2. Karl May: Am Jenseits. S. 343.
  3. Karl May: Und Friede auf Erden! Gesammelte Reiserzählungen, Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1904 S. 451 f.