Czakan

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Koptscha mit Czakan,
Zeichnung von Peter Schnorr

Ein Czakan, auch Tschakan, ist bei Karl May ein Wurf- und Schlagbeil der Balkan-Völker.

Wortherkunft

Karl May könnte die Bezeichnung Czakan für ein Wurfbeil aus dem Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit von Heinrich August Pierer haben, in dem folgender Eintrag zu finden ist:

Haiduckenczakane, waren gravirte Beile, welche auf gewundenen hölzernen mit Fischhaut überzogenen Schaften staken u. von den Haiduken an der rechten Seite getragen wurden. Zum Werfen u. Hauen benutzt, zielten die Haiducken damit stets nach dem Kopfe.[1]

Dieser Satz ist allerdings der einzige derzeit zu findende Enzyklopädieeintrag für "Beil", denn üblicherweise wird Czakan als ungarische Bezeichnung für die sogenannte Stockflöte[2] verwendet. Dies war eine in einem Spazierstock eingebaute Flöte, die um 1800 in Wien aufkam und im 19. Jahrhundert in Österreich-Ungarn sehr beliebt war (und den geneigten Leser an die Chair-and-umbrella-pipe erinnert).

im Werk

In Durch das Land der Skipetaren schreibt Karl May für Czakan auch Heiduckenczakan. In Der Schut nennt Karl May den Czakan auch Heiduckenbeil.[3] Über die Wurftechnik schreibt er:

Kara Ben Nemsi wehrt den Angriff ab
Der Czakan wird in gerader, der Tomahawk aber in der Linie des Bogens geworfen.[4]

Im Kampf mit einem Miriditen wehrt der Tomahawk-erprobte Kara Ben Nemsi den Tschakan-Wurf gekonnt ab:

Er wirbelte die Axt um den Kopf und schleuderte sie dann nach meinem theuren Haupte. Aus so geringer Entfernung mußte sie mir den Schädel spalten, wenn ich nur um ein Haar breit falsch parierte.[5]

Die beiden Aladschy verwenden bei ihren Raubzügen ebenfalls Heiduckenbeile, die sie vortrefflich beherrschen:

"Ihre Heiduckenbeile sollen entsetzliche Waffen sein. Sie schleudern dieselben so weit, wie eine Kugel fliegt, und treffen damit so sicher den Nacken desjenigen, dem sie den Wirbel brechen wollen, als ob der Scheïtan selbst die Beile geworfen habe."[6]

Sonstiges

"Der Tschakan des Skipetaren" ist der Titel der 18. Folge der Fernsehserie Kara Ben Nemsi Effendi.

siehe auch

Humantschuay

Anmerkungen

  1. Eintrag in Pierer's Universal-Lexikon, Band 7, S. 855.
  2. Eintrag bei Wikipedia.
  3. Karl May: Der Schut. Hausschatz-Fassung, S. 247A.
  4. Karl May: Der Schut. Hausschatz-Fassung, S. 203A.
  5. Karl May: Durch das Land der Skipetaren. Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg i. Br. 1892, S. 423.
  6. Karl May: Durch das Land der Skipetaren. Hausschatz-Fassung, S. 275.

Literatur