Katombo

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Werke mit
Katombo
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Scepter und Hammer
Die Juweleninsel (nur erwähnt)

Katombo ist ein geschickter Seemann. Er ist der uneheliche Sohn des Herzogs von Raumburg und einer Zigeunerin, die den einjährigen Knaben raubt. Katombo wird der Adoptivsohn von Kanaveda. Er ist der Bruder des Herzogs von Raumburg (jun.) und der Halbbruder von Zarba.

Katombo kennt seine Identität nicht und fühlt sich als Zigeuner, obwohl er in seinem Typus von diesen absticht:

Ein aufmerksamer Beobachter hätte sich vielleicht über die Farbe seiner Haut verwundert. Sie [war] weder weiß, wie dies bei dem Kaukasier zu sein pflegt, noch hatte sie diejenige Bräune, welche den Zigeuner kennzeichnet; eher hätte man sie grau nennen können, grau, vermischt mit demjenigen Braun, welches von Wind und Wetter und den Einwirkungen der Sonne herrührt. Er trug ein Paar kurze, weite Hosen, welche sicher für andere Körperverhältnisse gefertigt worden waren; zwischen ihnen und der Jacke, welche vielfach zerrissen war und für einen weit jüngeren Menschen gefertigt zu sein schien, blickte ein schmutziges Hemd hervor; den Kopf bedeckte eine Mütze, welche ihr Schild verloren hatte; die Füße waren nackt und durch die Aermel der Jacke blickte stellenweise ebenso nackt der muskulöse Arm. Durch eines dieser Löcher blickte in tiefem Schwarzroth eine wunderbare Zeichnung, welche gleich einer Tätowierung der eigenthümlich gefärbten Haut eingeprägt war. Sie stellte ein Wappen vor, dessen einzelne Züge allerdings so ausgezogen und ausgedehnt erschienen, daß das Ganze einen gewissen Grad von Undeutlichkeit besaß ... Sein Haar besaß eine tiefschwarze Farbe; ein aufmerksamer Beobachter hätte aber doch vielleicht bemerkt, daß es an den Wurzeln einen bedeutend lichteren Ton zeigte und die Haut unter ihm so rein und weiß war, wie man sie vorzugsweise bei blonden Leuten beobachtet. Das Gesicht hatte unbedingt ein nordisches Gepräge. Die ungewöhnlich hohe und breite Stirn, das offene, blaugraue Auge, die geradegeschnittene Nase, das längliche, regelmäßige Oval des Gesichtes deuteten nicht auf eine indische oder egyptische Abstammung hin.

Katombo hat eine dichterische Begabung. Er ist der Verfasser[1] des Gedichts "Wenn um die Berge von Befour".

Da der Herzog von Raumburg (jun.) es auf Katombos Braut Zarba abgesehen hat, ist er diesem im Weg. Er wird eingesperrt. Aufgrund der Tätowierung am Arm erkennt der Herzog in ihm seinen Bruder. Aus Furcht um sein Erbe will er ihn beseitigen, doch Katombo kann mit Hilfe des Hofschmieds Brandauer entkommen.

Jahre später ist Katombo tüchtigster Kapitän im Dienste des reichen Ägypters Manu-Remusat. Er befreit dessen ältere Tochter Sobeïde aus der Gewalt Hamd-el-Areks und bekommt dafür die Hand der von ihm geliebten jüngeren Tochter Ayescha. Als Manu-Remusat Hamd-el-Arek tötet, muss Katombo mit ihm vor der Rache des Vizekönigs aus Ägypten fliehen. Unterwegs werden sie von einem norländischen Schiff gefangengenommen, aber durch den Schiffsjungen Balduin Schubert befreit. Katombo kann das norländische Schiff in seine Gewalt bringen und so den dort ebenfalls gefangengehaltenen türkischen Wesir Malek-Pascha befreien. Dieser adoptiert ihn und macht ihn zum "Nurwan-Pascha", der es in türkischen Diensten zum Oberadmiral des Sultans bringt.

Zehn Jahre später fallen in der ägyptischen Wüste sein Schwiegervater und sein Schwager, Omar-el-Bathu, doch noch der Rache des Vizekönigs zum Opfer. Katombo selbst wird zwar verschont, aber schwer verletzt. Er müht sich vergebens, seine in den Harem des Vizekönigs verschleppte Schwägerin Sobeïde zu befreien und fällt durch Intrigen beim Sultan in Ungnade: Katombo soll sich selbst das Leben nehmen. Er tötet jedoch den Vizekönig durch Giftpulver, das er auf Briefpapier aufträgt, und flieht mit seiner kleinen Tochter Almah aus Ägypten.

Katombo gerät auf ein Piratenschiff. Mit dessen Hilfe und mit Hilfe ehemaliger Untergebener gelingt es ihm, ein türkisches Kriegsschiff zu erobern. Er wird als "Der schwarze Kapitän" ein berühmt-berüchtigter Seeräuber. Als ein neuer Sultan an die Macht kommt, tritt er wieder als Nurwan-Pascha in türkische Dienste. Er ist jetzt "eine wirklich imposante Erscheinung. Seine hohe, breitschulterige Figur ragte um einen halben Kopf über Leute gewöhnlichen Schlages hinaus ... Das edel geschnittene Gesicht, aus welchem zwei dunkle, kühne Augen blitzten, wurde von einem dichten Vollbarte geschmückt, welcher bis auf die Brust herniederreichte."

Katombo ist Gast Viktor von Sternburgs und soll die süderländische Flotte im Krieg gegen Norland führen. Er hat jedoch keine politischen Absichten, sondern sinnt nur auf Rache gegen den Herzog von Raumburg. Als der Krieg ausbricht, kommt er den Norländern mit seinem Schiff Tiger zu Hilfe. Am Ende trifft er wieder mit Zarba zusammen, die öffentlich Beweise vorlegt, dass er der legitime Herzog von Raumburg ist, was sein Bruder im Sterben bestätigt.

Anmerkungen

  1. Zumindest einer von jenen, denen Karl May es zuschreibt (siehe Seite zum Gedicht).

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.