Bad Tölz

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Bad Tölz ist heute die Kreisstadt des oberbayerischen Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen und ein sehr bekannter Kurort. Die Stadt liegt an der Isar, rund 50 Kilometer südlich von München.

19. Jahrhundert

Tölz war eine Bezirksamtshauptstadt im bayrischen Regierungsbezirk Oberbayern an der Staatsbahnlinie Holzkirchen-Tölz, hatte eine evangelische und vier katholische Kirchen, ein Franziskanerkloster, ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Sieg der deutschen Landsknechte bei Pavia (1525), Amtsgericht, Holzhandel, Flößerei, Kreidebrüche, Zementfabrikation, Ziegelbrennerei und im Jahre 1905 5.261 Einwohner.

Im Jahre 1846 wurden in der Gegend Deutschlands stärkste Jodquellen entdeckt und wissenschaftlich bestätigt. Ein Aufschwung des westlich der Isar gelegenen Ortsteils Krankenheil durch den aufkommenden Badebetrieb setzt ein. Diese Entwicklung führt zur Verleihung des Titels Bad an den Ort Tölz am 22. Juni 1899. Eine weitere positive Entwicklung erlaubt es Prinzregent Luitpold, am 14. Oktober 1906 dem Markt Bad Tölz das Stadtrecht zu verleihen.

Karl May in Bad Tölz

Bad Tölz um 1900
Hotel "Bürgerbräu"

angeblicher Aufenthalt

Im Juli 1899 – während Karl Mays großer Orientreise – kam das Gerücht auf, er wäre nicht im Ausland, sondern in der Tölzer Klinik für Geschlechtskrankheiten. Emma May, Klara und Richard Plöhn brachen sofort auf, um das Gerücht aus der Welt zu schaffen. Sie konnten die Eintragung mit der lfd. Nummer 615 im Gästebuch des Hotels "Bürgerbräu" in Bad Tölz prüfen und die Fälschung nachweisen.[1]

Darüber schreibt Karl May in seinem anonymen Text "Karl May als Erzieher" und "Die Wahrheit über Karl May" oder Die Gegner Karl Mays in ihrem eigenen Lichte von einem dankbaren May-Leser Folgendes:

Wie gesagt, so geschah es! Und sonderbarerweise war es keine andere Zeitung als gerade die "Frankfurter", welcher ein ungenanntes Frauenzimmer aus dem kleinen Iodbade Tölz in Oberbayern die frohe Botschaft sandte, daß May sich dort eingeschrieben habe. Die "Frankfurter" erkundigte sich sofort auf telegrafischem Wege nach der Richtigkeit dieser ihr natürlich bisher vollständig unbekannten Thatsache. May muß also für sie eine sehr wichtige Persönlichkeit sein. Die Antwort der braven Wirtin lautete: "Karl May Fremdenbuch eingetragen, persönlich unbekannt." Also der Name stand wohl da, aber den Mann selbst kannte man im Gasthofe nicht! Und wie und wo hatte man ihn eingetragen? Folgendermaßen: Es waren zugereist:
Am 23. Juni Michael Gruber aus München,
Am 24. Juni Heuß-Bloeßt aus München,
und zwischen diesen beiden Zeilen stand:
Am 31. März Karl May aus Oberlößnitz.
Bei seinem Namen stand: "alias Old Shatterhand". Und als Stand war angegeben: "allbekannt". Also am letzten März zugereist, aber erst gegen Ende Juni eingetragen! Dabei ein blamierendes alias! Und dann dieses "allbekannt", aber nur grad da, wo dieses Wort stand, kannte man ihn nicht! Uebrigens wohnt May nicht in Oberlößnitz, sondern in Radebeul bei Dresden. Dies mußte die "Frankfurter" aus dem Schriftstellerlexikon wissen!

Die "Frankfurter Zeitung" war gezwungen, eine von May veranlasste Richtigstellung abzudrucken.

Trotzdem tauchte die Behauptung auch später, 1910, immer wieder auf.

realer Aufenthalt

Im September 1902 machte May auf dem Weg von München nach Bozen Station in Bad Tölz und traf auf Familie Faist, die das Hotel ""Zum Bürgerbräu" betrieb. Sie bezeugen, dass May nicht derjenige gewesen sei, der sich 1899 als "Dr. Karl May" ins Gästebuch eingetragen habe. Von hier aus wird er vom Hausmeister und Kutscher des Hotels, Josef Hölzl, am 14. September oder 15. September an den Achensee gefahren.[2] Bei dem Aufenthalt legte May Wert auf Anonymität.

Anmerkungen

  1. Nach Mays Mitteilungen erhielt seine Frau das betreffende Gästebuchblatt. Es ist nicht erhalten.
  2. Karl-May-Chronik II, S. 40; Korrektur in Steinmetz: Von Fremdenbuch-Fälschern...

Literatur

Weblinks