Allgemeiner Deutscher Litteratur-Kalender

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Eintrag im Jahr 1896
Ausgabe 1904

Der "Allgemeine Deutsche Litteratur-Kalender" war ein bio-bibliografisches Verzeichnis deutschsprachiger, lebender Autoren, das ab dem 5. Jahrgang (1883) von Joseph Kürschner gepflegt wurde und auch heute noch als Kürschners Literaturkalender bekannt ist.

1879 wurde die erste Ausgabe von den Brüdern Heinrich und Julius Hart herausgegeben und wurde ab den 1880er Jahren zum wichtigsten Nachschlagewerk über deutsche Schriftsteller. Einige Einträge darin entstanden mit direkter Zuarbeit der Autoren, wodurch sich mitunter Fehler wie fälschlich geführte Doktortitel "einschlichen". Das Verzeichnis existiert unter diesem Titel noch heute.

Karl May im Literaturkalender

Karl May stand ab dem zweiten Jahrgang (1880) im "Kürschner". Der Eintrag lautete knapp: "May, Dr. Karl, Journalist, Redakteur, Hohenstein-Ernstthal in Sachsen."

Von da an erschien May regelmäßig bis zum 34. Jahrgang (1912), insgesamt also dreiunddreißigmal.

Vom 5. Jahrgang (1883 - Kürschner übernahm) ab werden die Angaben zwar ausführlicher, die Rubrik »Veröffentlichungen« bleibt jedoch unvollständig. Erst 1890 (12. Jg.) und weiter ab 1894 (16. Jg.) wird die Aufzählung der Werke umfangreicher, was mit der steigenden Zahl der Buchveröffentlichungen zusammenhängt, aber sicher auch mit dem steigenden Selbstbewusstsein des Autors.

Ab 1894 wird May mit einem Kreuz (1897 bis 1904 durch ein "k.") als "katholisch" gekennzeichnet.

1896 - auf dem Höhepunkt der Old-Shatterhand-Legende - ließ May sich als Übersetzer aus dem Arabischen, Türkischen, Persischen, Kurdischen und verschiedenen Indianerdialekten, später auch aus dem Chinesischen anführen.

Im 25. Jahrgang (1903) - dem ersten nach Kürschners Tod - streicht der neue Herausgeber H. Hillger die Liste der Veröffentlichungen und verweist kurzerhand auf das Vorjahr, zumal May den jährlichen Fragebogen wieder einmal nicht zurückgesandt hatte.

In den beiden folgenden Jahrgängen beschränkt sich der Herausgeber H. Klenz unter »Veröffentlichungen« auf den Hinweis: »Zahlreiche ›Reiseerzählungen‹ u.a.« und verzichtet auch auf die Angaben »Erz., Völkerkunde« und Sprachen.

1906 (28. Jg.) liefert May der Redaktion endlich wieder einmal eigene, wenn auch kurzgefasste Angaben, die dann im nächsten Jahr unverändert übernommen werden. Eine ausführliche Bibliographie lässt er erst 1908 folgen, die auch für 1909 steht. Die letzten Eintragungen, die May wieder ohne eigene Mitteilungen erscheinen lässt, sind von lapidarer Kürze; so schließt der letzte zu seinen Lebzeiten erschienene 34. Jahrgang des Kürschner, ähnlich wie die erste Eintragung, kurz und knapp:

May, Karl. Dresden-Radebeul, Villa Shatterhand (Hohenstein-Ernstthal 25.2.42). V: Zahlreiche Reiseerzählungen u.a. ( ).

1913 meldet der Kürschner unter den »Toten des letzten Jahres« mit dem 30. März 1912 Karl May.

In dem 1936 erschienenen Nekrolog zu Kürschners Literaturkalender, umfassend die Zeit von 1901 bis 1935, ist noch einmal über Karl May zu lesen.

Sonstiges

1883 leitet May den von Kürschner entwickelten Fragebogen, mit dem bio-bibliografische Angaben der vertretenen Autoren erfasst werden sollen, an Ludwig Wilhelm Schaufuß weiter und wirbt darin für das Verzeichnis. Eine Reaktion Schaufuß' ist nicht überliefert, allerdings ist er ab dem nächsten Jahrgang im Kürschner vertreten.

Die Einträge zu Karl May wurden wiederholt von Zeitungsredaktionen herangezogen, die Leseranfragen zu May beantworteten.

Literatur