Otto Freitag

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Carl Julius Otto Freitag (* 19. September 1839 in Berlin; † 26. April 1899) war ein Dresdner Redakteur und Schriftsteller.

Leben

Er war in Berlin bei der Staatsbürger-Zeitung. Ab 1873 war er Redakteur im Münchmeyer-Verlag.

Diesen verließ er spätestens im März 1875 und gründete selbst einen (konkurrierenden) Verlag. Die Neue Sonntags-Post startete Ende März 1875. (September 1876 gab er die Redaktion der Sonntags-Post an Moritz Lilie ab.)

1876 gründete er sein eigenes Verlagsunternehmen, das ab 1882 unter "Otto Freitag's Verlagsbuchhandlung Deutscher Herold" lief. Am 21. Dezember 1883 wurde allerdings ein Konkursverfahren eröffnet und die Verlagsbestände verkauft.[1]

Freitag zog nach Dresden-Blasewitz. Ab 1886 redigierte die Leipziger Unterhaltungszeitschrift Der Reichsbote. Nebenbei schrieb er unter verschiedenen Pseudonymen (Franz Otto, Karl Adler, Oswald Friedeburg) verschiedene Romane und Novellen. Seine Tochter Bertha (* 24. Januar 1865) war ebenfalls Autorin.

Otto Freitag und Karl May

Sein Nachfolger bei der Zeitschrift Der Beobachter an der Elbe wurde Karl May. Karl May schilderte in seinen Prozessschriften den Bruch zwischen Otto Freitag und Heinrich Gotthold Münchmeyer überaus dramatisch: Freitag hätte alle Manuskripte mitgenommen – aber ganz so arg wird es nicht gewesen sein: Freitag ließ eine seiner eigenen Zeitungen (Deutscher Herold) in Münchmeyers Druckerei drucken.

Otto Freitags Tochter Rosalie arbeitete als Vorleserin für Münchmeyer und sagte später in den Prozessen für May aus.

Sonstiges

Roland Schmid vermutete, dass Karl May den Schluss von Freitags Roman Der Goldmacher geschrieben haben könnte, der im zweiten Jahrgang des Beobachters an der Elbe erschien.[2]

redigierte Zeitschriften

  • Staatsbürger-Zeitung
  • Neue Sonntags-Post
  • Der Beobachter an der Elbe / Der Nachtwächter an der Elbe
  • Deutscher Herold
  • Der Reichsbote
  • Concordia (III. Quartal 1879- II. Quartal 1880)
  • Germania (III. Quartal 1880- III. Quartal 1882)

Werke

  • Doppelehe, 1872.
  • Jagd nach dem Glücke, 1873.
  • Friede auf Erden', 1873.
  • Sperlingskrug, 1874.
  • Der Pestilenzbarbier, 1874.
  • Der Goldmacher. In: Der Beobachter an der Elbe, 2. Jg. 1874/75.
  • Der Kalkulator von Dusterwitz, 1874.
  • Die Tochter des Freiherrn, 1874.
  • Faustina, 1876.
  • Im grünen Wald oder Die Genossen der Nacht, 1879.
  • Millionentraum, 1884.
  • Junker Heinrich, 1884.
  • Schloß Alteneck, 1884.
  • Die Hexe vom Venusberg oder Tannhäuser's Ritt zum Sängerkrieg auf der Wartburg, 1885/86.
  • Haidemühle, 1886.
  • Goldröschen, 1887.
  • Das Federlottchen. 1887.
  • Valida, die schöne Sclavin. 1887.
  • Kammerherr des Königs, 1890.
  • Die feindlichen Brüder oder die Thugs in Indien. Roman. Verlag Hermann Oeser Neusalza 1894.
  • Zehn Jahre im dunklen Afrika. Reiseabenteuer eines deutschen Arztes und einer ungen Dame unter den Negerstämmen des schwarzen Erdtheils. (18 Bände)

Freitag war vermutlich auch am Venustempel und an dem "Aufklärungsbuch" Die Geschlechtskrankheiten des Menschen beteiligt (siehe Das Buch der Liebe).

Anmerkungen

  1. Hainer Plaul, Anmerkung 166 in Mein Leben und Streben, Reprint
  2. Roland Schmid: Vorwort des Herausgebers. In: Schacht und Hütte, 35. Tsd., 1972.

Literatur

Weblinks