Krikelanton

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Krikelanton
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Der Weg zum Glück

Krikelanton und Franza von Stauffen
Der Krikelanton in Wien

Der Krikelanton (eigentlich Anton Warschauer) ist ein Österreicher aus Elsbethen. Seinen Namen hat er nach den Hörnern der Gemsen, den Krikeln, erhalten, die er jagt.

Zu Beginn des Romans ist er ein Wilderer, der auf diese Weise seine armen Eltern unterstützt. Nachdem er sich aber mit der Muhren-Leni verlobt, schwört er der Wilderei ab und will sich den bayerischen Behörden stellen, die ihm aber dicht auf den Fersen sind.

Franza von Stauffen hilft ihm bei der Flucht ins Salzburgische. Dort rettet er die Frau des Musikprofessors Weinhold aus einer Felswand. Dann erst stellt er sich und wird auf Bitten der Muhren-Leni von König Ludwig II. begnadigt, dem er ebenfalls kurz vorher das Leben retten konnte.

Die Muhren-Leni versprach dem König für die Begnadigung Antons, sich zur Sängerin ausbilden zu lassen. Als Anton von ihren Plänen, Sängerin zu werden, erfährt, bricht er mit Leni, da er meint, sie würde als Sängerin ein unmoralisches Leben führen. Mit 300 Mark, die ihm der König für die Rettung vor dem Bären gab, beginnt der Krikelanton einen Handel als Tabulettkramer. In Scheibenbad trifft er so Professor Weinhold wieder, der durch Zufall entdeckt, dass Anton eine bedeutende Stimme hat. Er bildet ihn zum Opernsänger aus. Die Ausbildung soll in aller Stille geschehen. Deshalb wird Anton nach Schloss Steinegg gesandt. Dort trifft er auf Asta von Zolba, mit der er ein Liebesverhältnis beginnt – er verhält sich übler, als er es Lena unterstellt hatte. Sie trennen sich später.

Nach der Ausbildung verdient Anton auf einer Konzerttournee durch die USA viel Geld. In Wien tritt er dann als Guiseppe Criquolini in Begleitung des Barons Egon von Stubbenau auf, der sich als der Verbrecher Salek entpuppt, in dessen Komplizin, die Tänzerin Valeska, sich der ehemalige Krikelanton verliebt.

Der Krickelanton war ein Anderer geworden, und doch war der eigentlichste Kern seines Wesens, seiner Individualität ganz derselbe geblieben. Kühnheit, Ausdauer, Rücksichtslosigkeit, Selbstsucht, das waren seine Grundeigenschaften gewesen. [...] Das Glück war ihm freundlich entgegengetreten und hatte ihm äußerliche Erfolge gebracht, innerlich aber hatte er Schaden genommen. Sein Herz hatte sich verhärtet und sein Gefühl für das Bessere sich abgestumpft. Nur sich und sein eigenes Wohl im Auge behaltend, hatte er [...] sogar seine Eltern vergessen.[1]

Auf einer Soiree des Barons Hesekiel von Hamberger tritt er als Sänger auf: Seine Stimme stieg voll bis ins große C herab und schwang sich klar und verwegen bis zum letzten Ton der zweigestrichenen Octave hinauf.[2] Auf dieser Soiree trifft er Muhren-Leni wieder, die als Sängerin Lena Ubertinka dort weilt. Er verliebt sich wieder in sie, sie weist ihn jedoch seines Charakterwandels wegen schroff zurück.

Bei der Uraufführung der Oper Götterliebe singt Anton den Od. Auch dort versucht er sich Leni, die in der Oper die Freya singt, zu nähern. Sie liest ihm energisch die Leviten, so dass er in sich geht und beginnt, seinen Lebenswandel zu ändern. Zunächst kümmert er sich wieder um seine im Elend lebenden Eltern, denen er 60.000 Mark schenkt und die er in einer Villa am Starnberger See einquartiert. Auf einer Soiree in Hannover, auf der er unter dem Namen Antoni singt, lernt er Marga Siebers kennen. Beide verlieben sich ineinander. Anton glaubt, der Liebe Margas nicht wert zu sein. Diese folgt ihm jedoch zum Starnberger See, wo sie Leni trifft, die die beiden zusammenbringt.

Anmerkungen

  1. Karl May: Der Weg zum Glück. In: Karl Mays Werke, S. 34181 f. (vgl. KMW-II.30, S. 2856).
  2. Karl May: Der Weg zum Glück. In: Karl Mays Werke, S. 34331 (vgl. KMW-II.31, S. 2953).

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.