Im Lande des Mahdi II (Schneider)

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Deckelbild Im Lande des Mahdi II

Im Lande des Mahdi II ist ein Deckelbild Sascha Schneiders zu Karl Mays gleichnamiger Reiseerzählung.

Die Deckelbilder zur Mahdi-Trilogie schuf Schneider im Jahre 1905. Ihre Entstehungsgeschichte findet sich im Artikel Im Lande des Mahdi I (Schneider).

Literarische Vorlage

In Karl Mays Reiseerzählung Im Lande des Mahdi III findet sich folgende Äußerung des Ich-Erzählers:

Dein Kismet ist ein Tyrann, vor dem du wie ein Wurm, den es jederzeit zertreten kann, im Staube kriechst; er lebt von dem Marke deiner Knochen und mästet sich an dem Willen deiner Seele; er macht dich taub, daß du das Klirren deiner Ketten nicht vernimmst, und macht dich blind, daß du die Herrlichkeit der Freiheit nicht erblickst. Er schreibt seine Gesetze mit dem Blute deiner Adern und erteilt dir seine Befehle durch die Stimme der Leidenschaften, welche dich gleich dem Gifte des Haschisch verzehren, während sie dich zu erquicken scheinen. Dir ist jeder, wenn auch noch so leise Entschluß verboten; du darfst keinen Wunsch und keine Hoffnung haben, denn das Kismet hat jeden Hauch, der eines deiner Haare bewegt, schon im vorher bestimmt. Die Gewalt ist dieses Tyrannen Scepter, und der Islam ist die Lehre, die er predigt. [...] So hat euch das Kismet um alle Freiheit, um alle Energie gebracht. Ihr müßt euch ohne Kraft und Licht durch euer Leben schleppen, wie das finstre, ungerechte und unerbittliche Fatum es euch vorgeschrieben hat [...][1]

Nach Annelotte Range ist dieses Zitat die Grundlage für Schneiders dreiteiligen Mahdi-Zyklus.[2]

Kritiken

In der Einleitung zur Sascha-Schneider-Mappe ordnet Johannes Werner die Bilder zur Mahdi-Trilogie der zweiten Gruppe zu. Zu Im Lande des Mahdi II (Blatt 15) heißt es da:

Die schrecklichen Würmer sind an ihrer Arbeit, sie fressen die Menschen, die sich unter ihnen winden, an, die Macht der Finsternis mit satanisch leuchtenden Augen triumphiert und hält die Kette der Knechtschaft über der durch die Leidenschaften zerfleischten Menschheit; in der Ferne aber leuchten bereits die ersten Strahlen der rettenden Sonne auf.[3]

Annelotte Range schreibt in ihrer Dissertation über Sascha Schneider zu diesem Titelbild:

Die Titelzeichnung des [... zweiten] Bandes [...] läutet bereits die Wende ein. Die Verblendeten sind dabei, sich zu entpuppen, sich der Hüllen zu entledigen, die sie zu willenlosen Werkzeugen machten. Noch steht die an Gehorsam Gewöhnte suggestiven Blickes in der Mittelachse des Bildes und glaubt, mit Hilfe der Kette in den hocherhobenen Armen ihrer wieder Herr werden zu können. Doch endlich sehend geworden, erkennen die Untertanen, was sie gefesselt hielt, vernehmen sie nun "das Klirren" der "Ketten" und bäumen sich dagegen auf. Gleichzeitig beginnt es, am Horizont licht zu werden.[4]
Triumph des Weibes (1920)

Sonstiges

In seinem 1920 entstandenen Ölgemälde Triumph des Weibes nahm Sascha Schneider das Motiv wieder auf. Auch das Bild zeigt eine Frau, die mit einer Kette versehen aufrecht über Maden und Männern steht.

Anmerkungen

  1. Karl May: Im Lande des Mahdi III. In: Digitale Bibliothek Band 77: Karl Mays Werke, S. 49969 f.
  2. Range: Zwischen Max Klinger und Karl May, S. 82 f.
  3. Zitiert nach: Steinmetz/Vollmer: Briefwechsel mit Sascha Schneider, S. 499 f.
  4. Range: Zwischen Max Klinger und Karl May, S. 83.

Literatur