Groote-Kloof

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Groote-Kloof
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Der Boer van het Roer (DH)
Der Boer van het Roer (GR)

Im Groote-Kloof belauschen in Karl Mays Hausschatz-Erzählung Der Boer van het Roer der Ich-Erzähler, der Bure Jan van Helmers und der Zuluhäuptling Panda ihre Feinde. Leutnant Mac Klintok, der Anführer einer Zulu-Truppe des Häuptlings Dingaan, will den Buren hier eine Falle stellen.

"Du meinst die Falle im Groote-Kloof?"
"Ja. Du weißt, daß ich es durchforschen mußte und dabei die Entdeckung machte, daß sich kein Ort so gut zu einer Riesenfalle eigne, wie dieses Groote-Kloof, welches seinen Namen eigentlich mit Unrecht führt, denn es ist keine Schlucht, sondern ein mächtiger Thalkessel, der ringsum von hohen, steilen Felswänden eingefaßt ist und nur einen einzigen Zugang zu haben scheint. Ich aber forschte so lange, bis ich einen Aufstieg nach der Höhe fand, der außerordentlich schwer zu bemerken und sehr leicht zu verteidigen ist. Der hintere Teil des Kessels ist bis hinauf zur Höhe mit dichtem, baumartigem Farn bestanden, welcher die Wand unersteiglich erscheinen läßt, während man, in das Dickicht eindringend, bemerkt, daß sich der Felsen stufenartig erhebt und ein, wenn auch schwieriges Emporkommen gestattet. Jenseits gelangt man dann leicht wieder von der Höhe herab. Die Zulus stehen am Kerspasse, und die Groote-Kloof befindet sich in der Nähe des Kleipasses. Sobald wir von den Holländern angegriffen werden, lassen wir uns scheinbar schlagen und ziehen uns flüchtig nach dem ersteren hin. Während nun unsere Hauptmacht sich hinter uns in das Thal des Zwarten-Rivier versteckt, zieht sich eine Truppe, welche der Feind für das vollständige Heer halten muß, in die Groote-Kloof, steigt hinten aus derselben empor und besetzt den Aufstieg. Der Feind ist ihr gefolgt, befindet sich im Kessel, dessen Eingang sofort von dem herbeieilenden Zuluheere besetzt wird, und muß sich ergeben, ohne einen einzigen Schuß gethan zu haben, wenn er nicht verhungern und verdursten will."[1]

Auf Anraten des Erzählers drehen die Buren die Falle um und schließen die Zulukrieger darin ein. Die Entscheidungsschlacht wird dann wenig später beim Zwarten-Rivier geschlagen und endet mit einem Sieg der Buren und der mit ihnen verbündeten Zulus von Panda.

Sonstiges

Die Einkesselung und Unschädlichmachung oder gar Vernichtung feindlicher Truppen in einer von ihnen meist selbst gewählten Schlucht ist ein häufiger Topos in Karl Mays Abenteuerromanen. Diese Situation findet man im Orientzyklus, Der Scout, Der schwarze Mustang, Satan und Ischariot, Im Reiche des silbernen Löwen u.v.m. (s. auch Teufelspass-Syndrom).

Anmerkungen

  1. Karl May: Der Boer van het Roer. In: Deutscher Hausschatz, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1879/80, 6. Jg., S. 184.