Arnauten

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Tanz der Arnauten von Jean-Léon Gérôme, 1856

Arnauten ist (laut Meyers Konversationslexikon von 1895) der türkische Name für die Albaner (siehe Albanien).

Allgemeines

Die Albaner, früher auch Albanesen genannt (Selbstbezeichnung Shqiptarë, deutsch Skipetaren, volksetymologisch: "Adlersöhne"), sind Indoeuropäer. Die Vorfahren des im Mittelalter entstandenen Volkes sind Angehörige der antiken nur zum Teil romanisierten Bevölkerung Südosteuropas. In Frage kommen dabei vor allem die Illyrer oder die Daker.

Die Hypothese der illyrischen Abstammung geht von einer im albanischen Hochland verbliebenen illyrischen Restbevölkerung aus, die dort die Umwälzungen der Völkerwanderungszeit überdauert hat. Sie stützt sich vor allem auf Ähnlichkeiten zwischen illyrischer und albanischer Sprache. Hinzu kommt die entsprechende Deutung einiger spärlicher Hinweise aus der antiken Literatur: Zum Beispiel werden bei Ptolemäus die illyrischen Albanoi und die Stadt Albanopolis genannt.

Die Hypothese der dakischen Abstammung geht davon aus, dass die Vorfahren der Albaner aus dem Norden zugewandert sind und es sich bei ihnen um kaum romanisierte Daker handelt. Die wenigen Vertreter dieser Theorie begründen dies mit einigen sehr wenigen lexikalischen und grammatischen Gemeinsamkeiten der rumänischen und albanischen Sprache, die auf ein altbalkanisches Substrat zurückgehen.

Zum ersten Mal erwähnen an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert byzantinische Historiographen einen Arbanitai bzw. Arber genannten Volksstamm im westlichen Grenzbereich zwischen dem Bulgarischen und dem Byzantinischen Reich in den Gebirgsregionen. Dieses Gebiet wurde lange von keinem der beiden Reiche wirklich beherrscht und bot so einer eigenständigen Kultur Entfaltungsmöglichkeiten. Von der slawischen Landnahme am Ende der Völkerwanderung war das nordalbanische Gebirgsland unberührt geblieben.

bei Karl May

Arnauten
Elbsandsteingebirge.jpg

Orientzyklus

Bei Karl May sind die Arnauten praktisch durchwegs als geborene Räuber geschildert, gewalttätige und gewaltbereite, jähzornige, rachsüchtige und ehrlose Menschen. Häufig treffen Mays Helden auf Arnauten in niederen Chargen des osmanischen Heeres. Diese Albaner, die dort Dienst taten, wurden vorzugsweise im Osten Anatoliens als Bergbewohner gegen kurdische Bergbewohner eingesetzt. Er beschreibt sie als ungewöhnlich grausam, skrupellos, rachsüchtig und tollkühn. Allerdings beschrieben auch Personen, die den Orient wirklich bereist hatten, z. B. Richard Burton, die Arnauten in dieser Weise.

Als Skipetaren bezeichnet May die nicht unter türkischer Hoheit bzw. nicht in türkischen Diensten stehenden Albaner. Sie sind oft noch roher geschildert als die Arnauten (z. B. die Aladschy sind Skipetaren). Ausnahmen bilden der edelmütige Miridit in Kapitel 5 von Durch das Land der Skipetaren und Stojko Wites, der mit Sir David Lindsay vom Schut gefangen gehalten wird.

Weblinks