Ustjug Weliki

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Ustjug Weliki
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Nach Sibirien

Weliki Ustjug im Oblast Wologda

Ustjug Weliki, eigentlich Weliki Ustjug (russisch: Великий Устюг), ist eine Kreisstadt in Russland im äußersten Nordosten des Oblast Wologda. Sie hat 32.100 Einwohner (Stand 2007).

Bei Weliki Ustjug vereinigen sich die Flüsse Jug und Suchona zur Nördlichen Dwina.

Schon im 9. bis 10. Jhdt. fand sich an der Mündung der beiden Flüsse eine finno-ugrische Siedlung. Im 11. Jahrhundert begann von Nowgorod aus die russische Besiedlung der Region. Zum ersten Mal wurde die Stadt 1207 unter dem Namen Ustjug ("Mündung des Jug") urkundlich erwähnt; um 1212 war sie offensichtlich schon befestigt, was auf eine längere russische Siedlungsgeschichte hindeutet. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts fiel sie an das Großfürstentum Moskau. Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts ist Ustjug ein wichtiges Handelszentrum; im 16. Jahrhundert erhielt es wegen seiner Bedeutung den Namenszusatz "Groß" (Weliki).

bei Karl May

In Karl Mays Erzählung "Nach Sibirien" ist Obrenowicz ein Juwelier in Ustjug Weliki. Er will der Gräfin von Smirnoff in ihrem Palast Juwelen durch seinen Geschäftsführer vorführen lassen. Dieser wird dabei im Auftrag des Grafen Milanow überfallen.

Der Diener trat in das Vorzimmer, hinter ihm ein Herr, welcher einen kleinen Miniaturkoffer trug. »Ich werde Sie sofort anmelden!« meinte der Erstere, indem er im Sprechzimmer verschwand. Als er zurückkehrte, winkte er dem Juwelier zum Eintreten. Dieser sah sich der Gräfin gegenüber. Mit einer tiefen Verbeugung trat er auf sie zu.
[...] Sie führte ihn in das abgelegene Boudoir. Er merkte nicht, daß der Diener ihm leise durch die sammetnen Portièren folgte, und öffnete das Kofferchen. Kaum aber war dies geschehen, so erhielt er einen Schlag über den Kopf, daß er sofort besinnungslos zu Boden stürzte.[1]

Anmerkungen

  1. Karl May: Nach Sibirien von Emma Pollmer, In: "Frohe Stunden" Dresden/Leipzig 1878, 2. Jahrgang, Nr. 48, S. 757.

Weblinks