Kochemer Loschen

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Kochemer Loschen (Kochemerloschaun, verderbt Kokumloschen, von hebr. chacham = klug und laschon = Sprache), der gaunerklassische Ausdruck für den vollkommenen Begriff der Gaunersprache, d. h. der Sprache des Gauners vom Fach.[1]

[...] Die Gaunersprache ist durchaus deutsche Volkssprache, welche ihren Zufluß aus allen deutschen Mundarten und, je nach der mehr oder minder starken Berührung und Vermischung der verschiedenen verbrecherischen Elemente untereinander, aus fremden Sprachtypen empfangen hat. Jedes dieser mundartlichen und fremden Elemente bewahrt mit Hartnäckigkeit eine Menge des eigentümlichen Stoffes, der freilich, im langen, lebhaft bewegten Zug von einer Stelle zur andern geführt, sich oft bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet findet. [...] Die Grammatik der Gaunersprache beschränkt sich nur auf den schon seit langer Zeit gesammelten Wortvorrat, dessen Studium sehr interessant ist, und zu welchem Pott ("Die Zigeuner in Europa und Asien", Bd. 2, Halle 1845) und Avé-Lallemant ("Deutsches Gaunertum", Bd. 3 u. 4, Leipz. 1862) die bis jetzt vollständigsten Beiträge geliefert haben. Viel ist zu diesem Vorrat auch aus dem eigentümlichen Sprachvorrat deutscher Volksgruppen hinzugebracht worden, z. B. aus der Studenten-, Bauern-, Jäger-, Schiffer-, Bergmanns-, Handwerker-, Soldaten-, Kellner-, Kutscher-, Spieler-, Schinder- und Freudenmädchensprache, welch letztere besonders vom Klerus des Mittelalters mit meistens latinisierenden Bereicherungen versehen worden ist. [...] (aus Meyers Konversationslexikon. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892)

Sonstiges

Kara Ben Nemsi vermutet, dass sich die Sillan in einer dem Kochemer Loschen ähnlichen Geheimsprache unterhalten.[2]

Anmerkungen

  1. Meyers Konversationslexikon. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892
  2. Im Reiche des silbernen Löwen II

Weblinks