Ho-tsing-ting

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Ho-tsing-ting
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Der blaurote Methusalem

Lageplan

Ho-tsing-ting ist der Name einer fiktiven Ortschaft in China im Jugendroman Der blaurote Methusalem von Karl May.

Der Ort liegt einige Tagereisen nördlich von Kanton in der chinesischen Provinz Húnán (chinesisch 湖南 "südlich des Sees") am nördlichen Quellarm des Dschangflusses. Dass in seiner Umgebung Kohle und Öl gefördert werden, ist bald zu erkennen:

Man merkte mehr und mehr, welchem Ort man sich näherte. Karren mit Kohlen und Petroleumgefäßen begegneten den Reisenden. Einzelne Arbeiter mit geschwärzten Gesichtern kamen vorüber, und in der Luft machte sich jener nicht sehr angenehme Duft bemerkbar, der aber in der Nähe von Petroleumwerken wohl unausbleiblich ist.[1]

In Ho-tsing-ting hat Daniel Stein, der Onkel Richard Steins, diese Kohlen- und Ölförderung gegründet. Da er diese verkaufen möchte, dies aber im Lande selbst nicht möglich ist, hat er seinen nächsten Verwandten, nämlich Richard, den Sohn seines verstorbenen Bruders Joseph Ferdinand Stein, zu sich gerufen. Er will ihm sein Werk übergeben, um noch einmal die Heimat in Deutschland wiedersehen zu können.

Die Reisegesellschaft um den "blauroten Methusalem" Fritz Degenfeld erreicht nach vielen Abenteuern Ho-tsing-tin.

Man sah nackte Schutthalden, auf denen hölzene Zechenhäuschen standen - die Kohlengruben. Weiterhin erhoben sich hohe, eigentümliche Gerüste, meist mit einem Schutzdach versehen. Das waren alte Bohrwerke, welche nun in Ruhe standen.
Auf einer Anhöhe stand ein stattliches Haus. Es war in chinesischem Stil erbaut, mutete aber doch den Deutschen heimelig an.
"Das ist das Wohngebäude des Herrn"; erklärte der Ingenieur. "Und da rechts und links sehen Sie die Arbeiterniederlassungen in der Ebene liegen. Sie zeichnen sich, wie sie bemerken werden, durch große Sauberkeit aus. Sie sind gesund und so bequem, dass ein deutscher Arbeiter froh sein würde, da wohnen zu können.[2]

Sie bringen Daniel Stein ein Überraschungs-Ständchen mit Was ist des Deutschen Vaterland... (von Ernst Moritz Arndt) und geben sich ihm dann zu erkennen. Der ebenfalls mitreisende reiche Holländer Mijnheer Willem van Aardappelenbosch ist so begeistert von de zeer goede en gezonde lucht (der sehr guten und gesunden Luft), dass er spontan beschließt, das gesamte Anwesen zu kaufen und mit Hilfe des belgischen Ingenieurs van Berken und dessen Bruders weiter zu betreiben.

Anmerkungen

  1. Karl May: Der blaurote Methusalem, Zweites Kapitel T'eu Kuan, S. 480.
  2. Karl May: Der blaurote Methusalem, Zweites Kapitel T'eu Kuan, S. 487.