Der Teufelsbauer

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Handelnde Personen in
Der Teufelsbauer

Frieder Haubold
Gustav Haubold
Vater Haubold
Andreas Heinemann
Frau Heinemann
Katharina Heinemann
Marie


Handlungsorte

Erzgebirge
Tannenhof

Der Teufelsbauer. Originalerzählung aus dem Erzgebirge von Karl May ist eine frühe erzgebirgische Dorfgeschichte Karl Mays.

Textgeschichte[Bearbeiten]

Die Erzählung wurde 1878 erstmals in der Zeitschrift Weltspiegel in Fortsetzungen veröffentlicht.[1] Kurz darauf erfolgte im gleichen Jahr ein Nachdruck in der Parallelausgabe Deutsche Boten.[2]

1879 und 1880 folgten Abdrucke unter dem Titel Der Einsiedel. Eine Erzählung aus dem Erzgebirge von Karl Hohenthal in den ebenfalls parallel erscheinenden Publikationen All-Deutschland! und Für alle Welt![3] Das hier benutzte Pseudonym Karl Hohenthal hat May mehrfach verwendet.

Robert Ciza vermutete, dass May den Text Ende 1881 oder Anfang 1882 an das Berliner Literarische Institut Friedrich Carl Entrich gegeben hat, die über die Veröffentlichung in der "Deutschen Feuilleton-Correspondenz" eine kaum nachvollziehbare Anzahl von Nachdrucken ermöglichten.[4]

Im April 1882 erschien die Erzählung im Landsberger Anzeigeblatt und lief aber 16 Nummern.

Im Sommer 1882 veröffentlichte das Nebenblatt der Rumburger Zeitung den Text mit dem Titel Der Teufelsbauer. Erzählung aus dem Erzgebirge von Karl May.[5]

In der Neußer Zeitung erschien die Geschichte 1883 unter der Überschrift Der Teufelsbauer. Eine Erzählung aus dem Erzgebirge von Karl May.[6]

Die Erzählung wurde 1903 in einer von Karl May selbst leicht überarbeiteten Fassung unter dem Titel Der Einsiedel in den Band Erzgebirgische Dorfgeschichten (Belletristischer Verlag Dresden) aufgenommen.[7] Eine weitere Veröffentlichung dieses Bandes erfolgte 1907 im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld.[8]

In den Gesammelten Werken ist der Text bearbeitet seit 1921 unter dem Titel Der Teufelsbauer in Band 43 Aus dunklem Tann zu finden.[9]

1974 veröffentlichte die Karl-May-Gesellschaft als Privatdruck den Band Weltspiegel in der Reihe Erstdrucke Karl Mays in Faksimile-Ausgaben, in dem auch ein Reprint der Erstveröffentlichung enthalten war.

Im Jahre 1977 veröffentlichte der Olms Verlag HildesheimNew York einen Reprint des Bandes Erzgebirgische Dorfgeschichten (Fischer-Ausgabe).

Ein Jahr später erschien im Manfred Pawlak Verlag Herrsching dieser Band im Neusatz unter dem Obertitel Der Dukatenhof als gebundene Ausgabe.

1982 veröffentlichte der Ueberreuter Verlag eine Lizenzausgabe des Bandes Aus dunklem Tann in der Reihe Karl May Taschenbücher.

Der Pawlak-Band wurde 1983 als Taschenbuch neu aufgelegt und eine satzgleiche Lizenzausgabe davon 1992 im Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel.

Die Fischer-Ausgabe der Erzgebirgischen Dorfgeschichten brachte der Karl-May-Verlag 1996 als Reprint neu heraus.

In den 1990er Jahren veröffentlichte der Weltbild Verlag in der Reihe Weltbild Sammler-Edition den Sammelband Erzgebirgische Dorfgeschichten 1, der den Text in modernisierter Form beinhaltet. Diese Edition ist eine Lizenzausgabe des Verlags Neues Leben, in dem 2000 der inhaltsgleiche Band Erzgebirgische Dorfgeschichten Band I erschien.

Ebenfalls in den 1990er Jahren brachte Ekkehard Bartsch im Rahmen seiner Collection Die Schatulle (Abteilung II, Gruppe a), Heft 6) einen Reprint des Abdrucks aus der Neußer Zeitung heraus.

2003 wurde der Erstdruck im Reprint-Band Old Firehand der Karl-May-Gesellschaft wiederveröffentlicht.

Im März 2012 erschien im Mironde-Verlag Niederfrohna eine Ausgabe in der Edition Kammweg mit Illustrationen von Birgit Eichler und einem Nachwort von Klaus Walther.

Inhalt[Bearbeiten]

Frieder Haubold wird abwechselnd "Teufelsbauer", "Tannenbauer" oder auch "Einsiedel" genannt. Er ist wohlhabend, menschenscheu und gilt als mit dem Teufel im Bunde. Ihm wird der Tod des Bruders des Wiesenbauers zugeschrieben, mit dem er einst um die Liebe zu Martha rang. Der Wiesenbauer ist seit dem Tod des Bruders Haubolds Todfeind. Die von Pockennarben entstellte Marie kennt offenbar die Vorfälle von damals.

Kathrin, die Tochter des Wiesenbauers, mag Gustav Haubold, den Neffen Frieders. Die aufkeimende Liebe wird natürlich vom Wiesenbauern missbilligt. Gustav, der genug von der Dämonisierung seines Onkels hat, will nun gegen die Verleumdungen des Wiesenbauern vorgehen. Da gerät der Wiesenhof durch Blitzschlag in Brand. Gustav gelingt es, die Wiesenbäuerin aus dem Gebäude zu retten, aber er verletzt sich dabei. Als Frieder Heilkräuter holen will, folgt ihm der Wiesenbauer. An der Stelle, an der damals der Bruder des Wiesenbauers ums Leben kam, geraten sie in Streit.

Am nächsten Tag werden beide am Steilhang gefunden. Gustav gelingt es durch Abseiltechniken, beide zu retten. Auf dem Tannenhof liegen sie dann zu dritt, erholen sich und arbeiten dabei die alte Geschichte auf. Marie, die frühere Martha, erzählt nun, dass der Tod des Bruders ein Unfall war.

Die beiden Bauern versöhnen sich und Gustav darf Kathrin zur Frau nehmen.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Plaul/Klußmeier, S. 36 f., Nr. 51.
  2. Plaul/Klußmeier, S. 42 f., Nr. 67.
  3. Plaul/Klußmeier, S. 66 f., Nr. 115/115P.
  4. Ciza: Pascher und Teufelsbauern - Karl May literarisch vermittelt
  5. Werder, S. 8–14.
  6. Plaul/Klußmeier, S. 442, Nr. 599.
  7. Plaul/Klußmeier, S. 270 f., Nr. 372.
  8. Plaul/Klußmeier, S. 307 f., Nr. 436.
  9. Hermesmeier/Schmatz, S. 231–233, Nr. GW43.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]