Konrad Krez

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Konrad Krez, auch Conrad Crez (* 27. April 1828 in Landau in der Pfalz; † 8. März 1897 in Milwaukee, USA), war Burschenschafter, Dichter und Freiwilliger im Sezessionskrieg.

Leben

Krez studierte 1846 in Heidelberg Jura und nahm als Burschenschafter an den Kämpfen um Schleswig-Holstein und der (Badischen) Revolution 1848/49 teil. Als Flüchtling zum Tode verurteilt emigrierte er in die USA. Im Amerikanischen Bürgerkrieg kämpfte er als Freiwilliger auf Seiten der Nordstaaten und starb als Brigadegeneral im Jahre 1897.

Konrad Krez und Karl May

In vier verschiedenen Werken zitiert Karl May jeweils die vierte Strophe von Konrad Krez' Gedicht An mein Vaterland [1], das in der Zeitschrift Die Gartenlaube, Heft 1/1870, erschien.

Erwähnungen in Karl Mays Werk

Wen das Schicksal, ihm den ruhigen Genuß des heimischen Heerdes verwehrend, hinaustrieb in die weite Welt, der lernt aus der Größe seiner Entsagung und der Macht seiner zurückblickenden Sehnsucht die Bedeutung des Verlorenen erkennen; denn wenn wir auch hier "keine bleibende Stätte haben," so sind wir doch mit tausend Banden an den Boden gefesselt, dem wir entwuchsen, und ob die Fremde uns noch so Vieles gewährt, Eins versagt sie uns doch: die Stillung jenes tiefinnern Wehes, welches Conrad Crez, der deutsche Dichter in Amerika, so treffend zu zeichnen versteht:
"Land meiner Väter, länger nicht das meine,
So heilig ist kein Boden, wie der deine.
Nie wird dein Bild aus meiner Seele schwinden,
Und knüpfte mich an dich kein lebend Band,
Es würden mich die Todten an dich binden,
Die deine Erde deckt, mein Vaterland!" (Karl May: Geographische Predigten)[2]

Der Baron stand und horchte. Er hörte ein leises Hüsteln, und dann begann eine volle, kräftige Baritonstimme die Verse:
"Land meiner Väter, länger nicht das meine,
So heilig ist kein Boden, wie der Deine.
Nie wird Dein Bild aus meiner Seele schwinden,
Und knüpfte mich an Dich kein lebend Band,
Es würden mich die Todten an Dich binden,
Die Deine Erde birgt, mein Vaterland."
Dann wurde es still. Der Baron hörte nichts, keinen Laut, keine Bewegung mehr.
"Hm!" dachte er. "Das ist ja ein deutsch-amerikanisches Lied, von Conrad Krez gedichtet! Wie kommt ein Gebirgler dazu, die Melodie desselben zu kennen? Oder ist der Sänger vielleicht ein Fremder? Ich muß doch einmal sehen."
[...]
"Ich hörte hier oben singen –?"
"Das war ich."
"Ich glaube das Lied zu kennen. Es ist von einem deutsch-amerikanischen Verfasser in Shewoygan. Nicht?"
"Allerdings."
"Ich wunderte mich, dieses amerikanische Lied hier an diesem Orte zu hören." (Karl May: Der verlorne Sohn)[3]

Er setzte sich nieder, lehnte sein Haupt an einen Felsen und – weinte. Er dachte an jenes herrliche Gedicht des deutschamerikanischen Dichters, welcher auch die Heimath lassen mußte und dann im fernen Lande sein Leid mit seinem Herzblute niederschrieb, jenes Gedicht, dessen letzte Zeilen, lauteten:
"Land meiner Väter, länger nicht das meine,
Kein Boden ist so heilig wie der Deine.
Nie wird das Bild aus meiner Seele schwinden
Und knüpfte mich an Dich kein lebend Band,
Es würden mich die Todten an Dich binden,
Die Deine Erde deckt, mein Vaterland!"
So saß er lange, lange Zeit. (Karl May: Deutsche Herzen - Deutsche Helden)[4]

Die Eindrücke der Jugend sind niemals gänzlich zu verwischen, und die Erinnerung kann wohl schlafen, aber nicht sterben. Sie erwacht, wenn wir es am allerwenigsten denken, und bringt jene Sehnsucht über uns, an deren Weh das Gemüt so schwer erkranken kann. Ich dachte an die tief innigen Strophen des deutsch-amerikanischen Dichters Konrad Kretz, deren letzte also lautet:
"Land meiner Väter, länger nicht das meine,
So heilig ist kein Boden, wie der deine.
Nie wird dein Bild aus meiner Seele schwinden;
Und knüpfte mich an dich kein lebend Band,
Es würden mich die Toten an dich binden,
Die deine Erde deckt, mein Vaterland!" (Karl May: Von Bagdad nach Stambul)[5]

Anmerkungen

  1. Onlinefassung bei Wikisource.
  2. Karl May: Geographische Predigten. In: Karl Mays Werke, S. 254 (vgl. KMW-I.1.A-29:18, S. 142).
  3. Karl May: Der verlorne Sohn. In: Karl Mays Werke, S. 23279 f. (vgl. KMW-II.18, S. 2521 f.).
  4. Karl May: Deutsche Herzen, deutsche Helden. In: Karl Mays Werke, S. 28598 (vgl. KMW-II.24, S. 2765).
  5. Karl May: Von Bagdad nach Stambul. In: Karl Mays Werke, S. 43358 (vgl. KMW-IV.3, S. 172).

Weblinks