Impressum

Aus Karl-May-Wiki
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Der angestammte Platz des Impressums wurde im frühen Druck der Fuß des Titelblatts. Es notiert zumeist den Erscheinungsort, den Verleger (manchmal mit Adresse) und das Erscheinungsjahr. Hinzu kommen zuweilen Angaben zum Drucker (im Englischen: "printed by [Drucker] for [Verleger]"). Die präziseren Angaben zum Druck finden sich heute nicht mehr auf dem rechtsseitigen Titelblatt, sondern linksseitig auf dessen Rückseite. Sie bieten die vom Urheberrecht geforderten und von Bibliotheken gewünschten Informationen zu Copyright, Verlag und fallweise zum Originalverlag, zu Übersetzungsrechten, gegebenenfalls zu den Abbildungsrechten, zu eventuellen Reihentiteln, Herausgebern, zur ISBN etc. Bei manchen Verlagen befindet sich die Impressumsseite auf einer der letzten Seiten. Maßgeblich für Zitate sind Titel- und Impressumsseite.

Exkurs: Impressumsangaben waren in der Geschichte oft falsch. Rechtliche Verbindlichkeit gewannen sie erst mit der Weiterentwicklung des Verlags- und Presserechts. Das Impressum der frühen Neuzeit hatte vor allem die Aufgabe, den Titel für den Kunden greifbar zu machen: Es notierte, über welchen Händler sich das Buch beziehen ließ. Bei billigen Produktionen, die nicht in Buchhandlungen verkauft wurden, fehlten Impressumsangaben regelmäßig, bei skandalösen konnte der Buchhändler und Verleger auf seine Nennung verzichten. Er kündigte den Titel im selben Moment jedoch wirksamer als skandalösen an, wenn er ein offensichtlich fiktives Impressum setzte. Hier entwickelte sich eine Vielzahl von Pseudonymen und irreführenden Verlagsortangaben, unter denen die Pierre Marteaus zu Köln im Lauf des 17. Jahrhunderts eigenes Gewicht als Angabe eines zunehmend virtuellen Verlags gewann. Verleger im gesamten (die Niederlande einschließenden) französisch- und deutschsprachigen Raum ließen politisch brisante Ware und Raubdrucke unter dem fingierten Impressum laufen und hatte zugleich den Vorteil, von der gemeinsamen Werbeplattform zu profitieren.

Eine verwandte Entwicklung ist die Herausbildung von Imprint- oder Label-Verlagen, die als Tochterunternehmen von Verlagsgruppen häufig eine reduzierte Eigenständigkeit haben, die in den Impressumsangaben jedoch offengelegt wird.

Impressum in Karl-May-Büchern

Beispiel eines Impressums aus der Erstausgabe von Karl May's Gesammelten Reiseerzählungen:

Am Fuß des Schmutztitels und der Buchtitelseite:

Freiburg i. B.
Verlag von Friedrich Ernst Fehsenfeld.

und auf dessen Rückseite:

Das Recht der Uebersetzung in fremde Sprachen
bleibt vorhalten.
Druck der Hoffmannschen Buchdruckerei in Stuttgart.