Clifton House

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Clifton House in Canada

Das Hotel "Clifton House", erbaut 1833 und nach dem Clifton Hill benannt, war für viele Jahre das bedeutendste und prächtigste Hotel in der kanadischen Stadt Niagara Falls, die durch die Rainbow-Bridge mit dem US-amerikanischen Niagara Falls verbunden wird.

Es wurde berühmt durch seinen perfekten Ausblick auf die beiden Niagara-Fälle. "Appleton's Illustrated Hand-book of American Travel" nennt es 1861 "the only house at Niagara where a traveller, on his second visit, would be content to live."

1898 wurde es bei einem Feuer zerstört, aber wieder aufgebaut. 1932 brannte es erneut nieder.

Karl May und Clifton House

Clifton House

Amerikareise

Karl und Klara May halten sich mehrere Tage an den Niagara-Fällen auf. Sie wohnen im Clifton House in den nebeneinanderliegenden Zimmern 250 und 252.

Klara May macht zahlreiche Photoaufnahmen: das Clifton-House im Nebel, May auf dem rundumführendem Balkon des Hotels sitzend oder auf den Steinterrassen am Wasserfall.

Klara May:

"Er hatte sich entschlossen, mich im Clifton-House zurückzulassen und für einige Wochen allein weiterzureisen. Wohin? Zu den Apatschen! Und wohin sonst? Mit Kummer bekenne ich, daß ich es nicht mehr genau weiß. Wohl hat er mir von dieser Weiterreise mehrfach geschrieben und auch viel erzählt, aber alles das verwob sich später mit seinen Wunschträumen, die in seinem Roman "Winnetous Erben" Ausdruck fanden, und es ging mir schließlich wie ihm selber: ich wußte Wirklichkeit und Phantasie nicht mehr genügend zu trennen."[1]

im Werk

"Da ist man sehr gut aufgehoben. Ein Hotel allerersten Ranges, still, vornehm, mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestattet und - - -"[2]
Der Blick von Clifton House aus
Wir wohnten im Clifton-House, unweit der kanadischen Mündung der Hängebrücke. Man hat von diesem Hotel aus einen geradezu unvergleichlichen Blick auf das grandiose Schauspiel der stürzenden Wassermassen. Die besten Zimmer liegen in der ersten Etage und sind den Fällen zugewendet. Sie münden alle auf eine lange, vielleicht acht Schritte breite Plattform, die ein gemeinschaftliches Säulendach überragt. Wer vom Korridor aus seinen Raum betritt, ihn quer durchschreitet und sich durch die gegenüberliegende Tür hinaus auf die Plattform begibt, der hat beide Fälle, den geraden und den hufeisenförmigen, genau in eindrucksfähigster Perspektive vor seinen Augen. [...]
Ein jeder neu eingetretene Gast des Clifton-Hotels hat sich sofort in der am Parlour liegenden Office einzutragen. Das ist die einzige Auskunft, die man von ihm verlangt. [...]
Unsere Wohnung bestand aus drei Räumen, die, wie bereits gesagt, eine Ecke ausfüllten. Das Zimmer meiner Frau lag nach dem Hufeisenfalle, war größer als das meinige, hatte aber keinen Balkon. Das meinige hatte die Aussicht nach dem Vereinigten-Staaten-Katarakt, war kleiner, öffnete sich dafür aber nach der großen Plattform, auf der ich mich so häuslich einrichten konnte, wie es mir nur immer beliebte. Zwischen diesen beiden Zimmern lag der Garderobe- und Toilettenraum, der sie in amerikanisch praktischer Weise vereinigte. [...]
Später aßen wir bei den Klängen eines ausgezeichnet spielenden doppelten Streichquartetts das Abendbrot in dem großen, im Parterre des Hotels liegenden Speisesaal und zogen uns dann in unsere Wohnung oder, richtiger gesagt, auf meinen freien Altan zurück, welcher uns den unbeschreiblichen Genuß gewährte, die Fälle von dem geheimnisvollsten Schimmer des Mondes besucht und verklärt zu sehen.

Anmerkungen

  1. Klara May: Mit Karl May durch Amerika. Radebeul 1931, S. 25
  2. Winnetou IV

Weblinks