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	<title>Weihnachtsabend (Gedicht) - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-08-05T17:51:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Karl-May-Wiki</subtitle>
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		<id>https://www.karl-may-wiki.de/index.php?title=Weihnachtsabend_(Gedicht)&amp;diff=184168&amp;oldid=prev</id>
		<title>Tamarin am 27. Dezember 2018 um 11:21 Uhr</title>
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		<updated>2018-12-27T11:21:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;'''''Weihnachtsabend''''' ist ein - auch von May selbst - häufig zitiertes Gedicht von Karl May.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Während seiner [[Schloss Osterstein|Haftzeit]] in [[Zwickau]] schrieb May mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Weihnachtsgedicht, das sich auf einem Blatt befindet, auf das auch der Text &amp;quot;''[[Offene Briefe eines Gefangenen]]''&amp;quot; geschrieben wurde. Dieses Gedicht handelt vom reuigen Tod eines Gefangenen und besteht aus 16 Strophen, wobei es zwischen Strophe 12 und 13 eine inhaltliche Lücke gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Strophen dieses Gedichts (und das Motiv des sterbenden Gefangenen) wurden in das &amp;quot;''[[Waldröschen]]''&amp;quot; übernommen (8. Lieferung, [[1882]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[1884]] taucht das Gedicht im Roman &amp;quot;''[[Der verlorne Sohn]]''&amp;quot; (19. Lieferung) wieder auf. Dort soll der arme Dichter [[Robert Bertram]] sein Talent beweisen und aus dem Stegreif ein Gedicht über einen sterbenden Gefangenen am Weihnachtsabend machen. Es gelingt glänzend. Die Strophen, die er vorträgt, entsprechen mit nur kleinen Änderungen dem Weihnachtsgedicht. Eine zusätzliche Strophe schließt die erwähnte inhaltliche Lücke zwischen Strophe 12 und 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[1891]]/[[1892|92]] sind Teile des Gedichts (vier Strophen) in der Handschrift &amp;quot;''[[In der Heimath]]''&amp;quot; enthalten, die [[Heinrich Keiter]] für den [[Deutscher Hausschatz|Hausschatz-Abdruck]] aus &amp;quot;''[[Satan und Ischariot|Krüger-Bei]]''&amp;quot; streicht. In dem gestrichenen Text bezeichnet sich May auch erstmals als Verfasser des Gedichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finale dann im Band ''&amp;quot;Weihnacht!&amp;quot;'' Zwar wird auch dort an keiner Stelle das Gedicht vollständig zitiert, aber dafür werden immer wieder vier Zeilen vorgetragen, die in der ursprünglichen Handschrift nicht vorhanden waren. Sie ergeben sich aus der Geschichte der leidbedrängten Familie von Hiller: ''&amp;quot;Hat der Herr ein Leid gegeben, / Giebt er auch die Kraft dazu; / Bringt dir eine Last das Leben, / Trage nur, und hoffe du!&amp;quot;'' – Der sterbende Gefangene wird nicht mehr erwähnt, die Sterbestrophen beziehen sich nun zuerst auf den Vater von [[Elise von Hiller]] und später auf [[Carpio]]. Zudem werden beim Rezitieren einige Strophen von Frau Hiller direkt auf ihre Situation umformuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[1904]] wurde dieses Gedicht von [[Adalbert Fischer]] in den Sammelband ''[[Sonnenstrahlen aus Karl Mays Volksromanen]]'' aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Text ==&lt;br /&gt;
[[Bild:gedicht1.jpg|375px|right]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''''Weihnachtsabend.'''''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''„Ich verkünde große Freude, &amp;lt;br/&amp;gt;Die Euch widerfahren ist; &amp;lt;br/&amp;gt;Denn geboren wurde heute &amp;lt;br/&amp;gt;Euer Heiland Jesus Christ!“''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''Jubelnd klingt es durch die Sphären, &amp;lt;br/&amp;gt;Sonnen kündens jedem Stern, &amp;lt;br/&amp;gt;Weihrauch duftet auf Altären &amp;lt;br/&amp;gt;Glocken klingen nah und fern.''&lt;br /&gt;
         &lt;br /&gt;
''Tageshell ists in den Räumen &amp;lt;br/&amp;gt;Alles athmet Lust und Glück &amp;lt;br/&amp;gt;Und an bunt[behangnen] Bäumen &amp;lt;br/&amp;gt;Hängt der freudetrunkne Blick.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''Fast ists, als ob sich die helle &amp;lt;br/&amp;gt;Nacht in Tag verwandeln will; &amp;lt;br/&amp;gt;Nur da oben in der Zelle &amp;lt;br/&amp;gt;Ists so dunkel, ists so still.''&lt;br /&gt;
         &lt;br /&gt;
''Unten zieht des Festes Freude &amp;lt;br/&amp;gt;Jetzt in alle Herzen ein; &amp;lt;br/&amp;gt;Droben ist mit seinem Leide, &amp;lt;br/&amp;gt;Seinem Grame er allein.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''U[Dru]nten wogt es durch die Gassen &amp;lt;br/&amp;gt;Lebensfrisch und lebensroth &amp;lt;br/&amp;gt;Droben kämpft mit leichenblassen &amp;lt;br/&amp;gt;Angesicht er mit dem Tod''&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:gedicht2.jpg|375px|right]]&lt;br /&gt;
''Zitternd lehnt er an der Mauer &amp;lt;br/&amp;gt;Von des Fiebers Angst umkrallt &amp;lt;br/&amp;gt;Und es fliegen tiefe Schauer &amp;lt;br/&amp;gt;Durch die zuckende Gestalt''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''Seine bleichen Lippen beben &amp;lt;br/&amp;gt;Fieberhaft erglüht das Hirn, &amp;lt;br/&amp;gt;An den kalten Eisenstäben &amp;lt;br/&amp;gt;Kühlt er seine heiße Stirn''&lt;br /&gt;
         &lt;br /&gt;
''Betend faltet er die Hände, &amp;lt;br/&amp;gt;Hebt das Auge himmelan: &amp;lt;br/&amp;gt;„Vater, gieb ein selig Ende &amp;lt;br/&amp;gt;Daß ich ruhig sterben kann.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''Blicke auf Dein Kind hernieder &amp;lt;br/&amp;gt;Das sich sehnt nach Deinem Licht, &amp;lt;br/&amp;gt;Der Verlorne naht sich wieder, &amp;lt;br/&amp;gt;Geh mit ihm nicht ins Gericht.''&lt;br /&gt;
        &lt;br /&gt;
''Da erbraußt im nahen Dome &amp;lt;br/&amp;gt;Feierlich der Orgel Klang &amp;lt;br/&amp;gt;Und im majestätschen Strome &amp;lt;br/&amp;gt;Schwingt sich auf der Chorgesang:''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''„Herr, nun lässest Du in Frieden &amp;lt;br/&amp;gt;Deinen Diener [zu Dir] schlafen gehn &amp;lt;br/&amp;gt;Denn sein Auge hat hienieden &amp;lt;br/&amp;gt;Deinen Heiland noch gesehn.“''&lt;br /&gt;
[[Bild:gedicht3.jpg|375px|right]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
        &lt;br /&gt;
''Und der Priester legt die Hände &amp;lt;br/&amp;gt;Segnend auf des Todten Haupt. &amp;lt;br/&amp;gt;„Selig ist, wer bis ans Ende &amp;lt;br/&amp;gt;An die ewge Liebe glaubt.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''Selig, wer aus Herzensgrunde &amp;lt;br/&amp;gt;Nach der Lebensquelle strebt &amp;lt;br/&amp;gt;Und noch in der letzten Stunde &amp;lt;br/&amp;gt;Seinen Blick zum Himmel hebt''&lt;br /&gt;
       &lt;br /&gt;
''Suchtest Du noch im Verscheiden &amp;lt;br/&amp;gt;Droben den Versöhnungsstern, &amp;lt;br/&amp;gt;Wird er Dich zur Wahrheit leiten &amp;lt;br/&amp;gt;Und zur Herrlichkeit des Herrn.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''Darum gilt auch Dir die Freude, &amp;lt;br/&amp;gt;Die uns widerfahren ist; &amp;lt;br/&amp;gt;Denn geboren wurde heute &amp;lt;br/&amp;gt;Auch Dein Heiland Jesus Christ!“''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übertragung des Faksimiles von [[Karl May]]s Handschrift, vermutlich zwischen [[1865]] und [[1868]] in der Haft auf [[Zwickau|Schloss Osterstein]] entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung zur &amp;quot;Weihnachtskantate&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
Es ist möglich, dass [[Karl May]] (wie in der Erzählung ''[[&amp;quot;Weihnacht!&amp;quot; (GR24)|&amp;quot;Weihnacht!&amp;quot;]]'' berichtet) tatsächlich als Jugendlicher eine Weihnachtskantate schrieb. Im Nachlass fand sich [[Weihnachts-Cantate|eine solche]], die mit &amp;quot;K. F. May&amp;quot; signiert ist. Der Hinweis auf den vollen Namen deutet nach [[Roland Schmid]] auf eine Entstehungszeit während des Lehrerseminars hin. Der Text entspricht zwar dem Lukas-Evangelium, weicht aber deutlich von dem späteren Weihnachtsgedicht ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Dorfgeschichte &amp;quot;''[[Der Giftheiner]]''&amp;quot; wird ebenfalls eine Weihnachtskantate erwähnt. Zitiert werden in dem Zusammenhang zwei Strophen des Weihnachtsgedichtes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vertonung ==&lt;br /&gt;
Das Gedicht ''&amp;quot;Weihnachtsabend&amp;quot;'' ist offenbar nie von May vertont worden. 2018 ging - aufgrund eines Blogartikels&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.fermate.cc/riehle/pages/karl-may-beethoven/&amp;lt;/ref&amp;gt; - die These durch die Presse, dass May möglicherweise [[Ludwig van Beethoven]]s &amp;quot;Ode an die Freude&amp;quot; im Sinn hatte, da sich der Text auf diese allseits bekannte Melodie singen lässt. Belege gibt es dafür nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Roland Schmid: ''Anhang'' des Reprints &amp;quot;Weihnacht!&amp;quot;, [[Karl-May-Verlag]] [[Bamberg]].&lt;br /&gt;
* [[Rosemarie Zimmermann]]: ''Ein Gedicht mit Geschichte''. In: ''[[Karl May in Leipzig Nr. 27]]''/[[1996]].&lt;br /&gt;
* [[Hartmut Kühne]]/[[Christoph F. Lorenz]]: ''[[Karl May und die Musik (KMV)|Karl May und die Musik]]''. Karl-May-Verlag Bamberg–[[Radebeul]] [[1999]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gedichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waldröschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der verlorne Sohn]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Tamarin</name></author>
		
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