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	<title>Bibliothek der Strafanstalt Schloss Osterstein - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-07-12T06:27:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Karl-May-Wiki</subtitle>
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		<id>https://www.karl-may-wiki.de/index.php?title=Bibliothek_der_Strafanstalt_Schloss_Osterstein&amp;diff=151440&amp;oldid=prev</id>
		<title>Uwe L. am 15. Juli 2013 um 09:29 Uhr</title>
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		<updated>2013-07-15T09:29:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die '''Bibliothek der Strafanstalt Schloss Osterstein''' in [[Zwickau]] wurde unter den Lehr-, Unterrichts-, Erziehungs- und Besserungsmitteln der Anstalt als ein &amp;quot;Hauptfaktor aller sittlichen und intellektuellen Erweckung und Hebung der Gefangenen&amp;quot; gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Krell: ''[[Jahresbericht über Zustände und Ergebnisse bei der Strafanstalt Zwickau]]'', S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umfang und Organisation der Bibliothek ==&lt;br /&gt;
=== Die Gefangenenbibliothek ===&lt;br /&gt;
Verwaltet wurde die Bibliothek [[1867]] von Katechet [[Carl Leberecht Reinhold Hohlfeld]].&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt bestand die Bibliothek aus 4.289 Bänden. Diese unterteilten sich in 250 Exemplare Neues Testament/Heilige Schrift, 1.041 Gesangbücher, 222 Bände Lutherische Katechismen und Spruchbücher sowie 2.776 anderweitige Bücher belehrenden Inhalts. Für die Zellengefangenen war eine besondere Bibliothek abgezweigt, die exklusive der Neuen Testamente, Gesangbücher und Katechismen 699 Bände der als anderweitige Bücher ausgewiesenen Werke enthielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 2.077 &amp;quot;anderweitigen&amp;quot; Bände der Kollektivhaft wurden 1867 26.086 mal ausgeliehen, die 699 Bände der Isolierhaft 3.831 mal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die katholischen Detinierten gab es eine eigene &amp;quot;ziemlich reichhaltige&amp;quot; Bibliothek, die unter der Verwaltung des katholischen Geistlichen stand.&amp;lt;ref&amp;gt;Krell: ''Jahresbericht über Zustände und Ergebnisse bei der Strafanstalt Zwickau'', S. 20 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Beamtenbibliothek ===&lt;br /&gt;
Die Beamtenbibliothek bestand 1867 aus 107 Werken in 145 Bänden. Sie bestand aus straf- und gefängniswissenschaftlichen Werken, Werken der dabei dienlichen Hilfswissenschaften sowie theologischen und pädagogischen Werken. Als besonderen Teil gab es noch eine ärztliche Bibliothek, die 1867 40 Werke in 51 Bänden zählte. Unter &amp;quot;Beobachung gewisser Vorschriften&amp;quot; konnte sie von allen Beamten der Anstalt genutzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Krell: ''Jahresbericht über Zustände und Ergebnisse bei der Strafanstalt Zwickau'', S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Bibliothek enthaltene Werke ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Bibliothek Zwickau 1.jpg|thumb|Das Buch ''Plötzensee. Bilder aus dem Berliner Centralgefängnis'' aus dem Bestand der Zwickauer Anstaltsbibliothek, erschienen allerdings erst nach Mays Haftzeit.]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Bibliothek Zwickau 2.jpg|thumb|''Plötzensee. Bilder aus dem Berliner Centralgefängnis''. Seite 33 mit dem Stempel der Strafanstalt Zwickau]]&lt;br /&gt;
Ein Bestandskatalog der Bibliothek ist bislang nicht ermittelt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hainer Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', in: [[Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1975]], S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt aber mehrere Aussagen über den Inhalt der Bibliothek. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inspektor [[Julius Burkhardt]] hielt zum Inhalt fest: &amp;quot;Die Bibliothek der Landesanstalt Zwickau besteht aus circa 4000 Bänden, welche, nach Inhalt und Form geordnet, auch äußerlich einen erfreulichen Anblick gewähren. Ihr Inhalt erstreckt sich über alle Zweige  des menschlichen Wissens und Könnens, über Agricultur, Volkswirthschaft und Pomologie, über Geschichtliches und Physikalisches, wie über Moralisches und Religiöses; die besten Volksschriftsteller, die bekanntesten Namen der verschiedenen Fachmänner sind in ihren Schriften vertreten. So wird auch hierdurch jedem Sträfling reichlich Gelegenheit geboten, zu lernen und zu studiren.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anstaltsdirektor [[Eugène d'Alinge]] schreibt zum Inhalt der Bibliothek, dass sie religiöse, belehrende, technologische und wissenschaftliche Bücher enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von diesen Angaben führt [[Hainer Plaul]] folgende Autoren als wahrscheinlich in der Bibliothek der [[Schloss Osterstein|Strafanstalt Zwickau]] vertreten auf: Johann Friedrich Ahlfeld, [[Berthold Auerbach]], Karl Heinrich Caspari, Otto Glaubrecht (d. i. Rudolf Oeser), Jeremias Gotthelf (d. i. Albert Bitzius), Johann Peter Hebel, Wilhelm Herchenbach, Edmund Hofer, [[W. O. von Horn]] (d. i. Wilhelm Oertel), Heinrich Schaumberger, Ferdinand Schmidt, Franz Hoffmann, Gustav Nieritz, [[Ludwig Rellstab]], Christoph v. Schmidt, Johann Daniel Zschokke, Aaron Bernstein, [[Alfred Brehm]], [[August Wilhelm Grube]], [[Karl Müller (Schriftsteller)|Karl Müller]], Emil Adolf Roßmäßler, Hermann Wagner, [[Leopold von Ranke|Ranke]], Treitschke, [[Heinrich von Sybel]], [[Wilhelm von Giesebrecht|Giesebrecht]], [[Johann Gustav Droysen|Droysen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 166 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plaul geht auch davon aus, dass die vom [[Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften]] in Zwickau [[Herausgeber|herausgegebenen]] Werke in der Bibliothek enthalten waren: &amp;quot;Die Kenntnis der von diesem Verein in Umlauf gesetzten Titel trägt mit Sicherheit dazu bei, auch das Wissen über den Bestand der Zwickauer Anstaltsbibliothek zu präzisieren.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 167.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als gesichert kann das Vorhandensein der ''[[Pädagogische Briefe für Aufsichtsbeamte an Strafanstalten|Pädagogischen Briefe für Aufsichtsbeamte an Strafanstalten]]'' von [[Alexander Krell]] angenommen werden. Krell schreibt dazu, dass das Buch &amp;quot;in allen Straf- und Correktionsanstalten&amp;quot; seines &amp;quot;enger[em] Vaterland Sachsen eingeführt&amp;quot; wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Krell: ''Pädagogische Briefe''. Vorwort zur zweiten Auflage, S. IX.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Rahmen eines Presseberichts über die Ausstellung &amp;quot;Karl May in Zwickau&amp;quot; heißt es zudem, dass das einzige noch nachweisbare Original aus der Bibliothek die im Schumannhaus gezeigten &amp;quot;Pädagogischen Briefe&amp;quot; seien. Das Exemplar wurde in Rostock erworben.&amp;lt;ref&amp;gt;Sara Thiel: ''Alles neu macht der May''. In: Freie Presse, Literatur, [[9. März]] [[2012]], S. B1. ([http://www.freiepresse.de/THEMEN/Alles-neu-macht-der-May-artikel7927004.php Onlinefassung])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl May]] selbst führt in seiner [[Autobiografie]] ''[[Mein Leben und Streben]]'' im Rahmen der Beschreibung seiner Arbeit in der Bibliothek die ''Frauendorfer Blätter'', Edmund Höfer und Jeremias Gotthelf (mit dem Werk ''Wie fünf Mädchen im Brandwein jämmerlich umkommen'') als in der Bibliothek vorhanden auf.&amp;lt;ref&amp;gt;May: ''Mein Leben und Streben'', S.  133 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Mays Mitarbeit bei der Bibliotheksbetreuung lässt sich aber nicht durch Dokumente nachweisen, möglicherweise verwechselte er dies  mit seiner [[Waldheim|Waldheimer]] Haftzeit, für dort ist seine Mitarbeit im Bibliotheksdienst belegt.)&amp;lt;ref&amp;gt;Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 168 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für Karl May ==&lt;br /&gt;
Karl May nutzte die Bibliothek während seiner Haft in Schloss Osterstein und betrieb umfangreiche literarische Studien.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gert Ueding]]: ''[[Karl-May-Handbuch]]'', 2. Auflage, S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Autobiografie hält May dazu fest, dass sich seine Strafzeit in eine Studienzeit verwandelt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;May: ''Mein Leben und Streben'', S. 131.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er liest in der Gefangenenbibliothek belletristische, historische und populärwissenschaftliche Bücher.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Sudhoff]]/[[Hans-Dieter Steinmetz]]: ''[[Karl-May-Chronik]]'' I, S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die May-Forschung vermutet, nach Plaul &amp;quot;sicher zurecht&amp;quot;, dass die Bestände der Bibliothek wertvolles Quellenmaterial für Mays Schaffen enthalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt; In ''Mein Leben und Streben'' schreibt May, dass er die Bibliothek der Gefangenen zu verwalten hatte und auch die Bibliothek der Beamten ihm offen gestanden habe:&amp;lt;ref&amp;gt;May: ''Mein Leben und Streben'', S. 131.&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Ich habe diese köstlichen, inhaltsreichen Bücher nicht nur gelesen, sondern studiert und sehr viel daraus gewonnen.''&amp;lt;ref&amp;gt;May: ''Mein Leben und Streben'', S. 131.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Mitarbeit Mays in der Bibliothek ist nicht belegt; er kann in Zwickau auch keine der Bibliotheksabteilungen im eigentlich Sinne verwaltet haben, da die Gesamtadministration in den Händen des Katecheten Carl Leberecht Reinhold Hohlfeld lag. May könnte aber etwa zur Ausgabe der Bücher oder zur Führung des Ausgabeverzeichnisses in der Bibliothek der Isolierten herangezogen worden sein. Möglicherweise wurde ihm aber auch hin und wieder eine Entscheidung ganz überlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Plaul: ''&amp;quot;Besserung durch Individualisierung&amp;quot;'', S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vagantenzeiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Uwe L.</name></author>
		
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