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	<id>https://www.karl-may-wiki.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Belauschen</id>
	<title>Belauschen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-09-24T01:35:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Karl-May-Wiki</subtitle>
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		<id>https://www.karl-may-wiki.de/index.php?title=Belauschen&amp;diff=186144&amp;oldid=prev</id>
		<title>Mayestix am 11. Oktober 2019 um 13:25 Uhr</title>
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		<updated>2019-10-11T13:25:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Belauschen – meistens, aber nicht immer, von Feinden –, dem oft ein erfolgreiches [[Anschleichen]] vorausgeht, ist ein wichtiger Handlungsbestandteil vieler Erzählungen [[Karl May]]s.&lt;br /&gt;
Hilfreich sind dabei Fremdsprachenkenntnisse des Anschleichenden&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. etwa [[Old-Shatterhand-Legende#Höhepunkt]] für eine eindrucksvolle Aufzählung&amp;lt;/ref&amp;gt;. Bereits einigen Zeitgenossen fielen diese Handlungsmotive als sehr stereotyp auf&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. eine Leserzuschrift der [[Frankfurter Zeitung]] vom 17. Juni 1899, wiedergegeben in [[Hansotto Hatzig]]: ''Mamroth gegen May. Der Angriff der &amp;quot;Frankfurter Zeitung&amp;quot;'', ''[[Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1974]], S. 121-122&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretation ==&lt;br /&gt;
Für [[Hans Wollschläger]] ist das übermäßig oft auftauchende Lauschmotiv als psychologische Verarbeitung einer ''Urszene'' deutbar, bei dem das [[Karl Mays Blindheit|blinde]] Kind Karl May einen Abschied seiner [[Christiane Wilhelmine May|Mutter]] von ihrem – außerehelichen – Liebhaber anhören musste:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''Ein Kind hatte gelauscht, einmal vor langer Zeit, wankend, torkelnd, irr laufend im Morgengrauen, an einer Mauer, weinend, - und eine ganze Welt war schuldig geworden. Von dieser Zeit an mußte May lauschen, um das Unrecht in aller Welt zu erfahren, ja er mußte dies Lauschen, von dem das Sprichwort sagt, daß es dem Ohr nur »die eigene Schand« zutrage, zu einer hohen Kunst und Tugend machen[…]''&amp;lt;ref&amp;gt;Wollschläger, ''Spaltung'', S. 33&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Pollmer-Studie]] beschrieb Karl May einige seiner Lauschangriffe auf [[Emma May]] und deren Freundinnen&amp;lt;ref&amp;gt;Karl May: ''[[Frau Pollmer, eine psychologische Studie]]'', S. 910&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Gabriele Wolff]], die dies als den traurigsten Teil der Studie bewertet&amp;lt;ref&amp;gt;''&amp;quot;weil May dort eine masochistisch anmutende Passivität mühsam in eine positive Energieleistung umwandelt&amp;quot;'', Wolff, ''Ermittlungen'', S. 91&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
weist darauf hin, dass das Lauschmotiv seiner Erzählungen als [[Spiegelung]] von Mays Passivität im realen Leben gedeutet werden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''May [hat] in seinem Leben sehr oft die passive Beobachterrolle übernommen, diese vor sich selbst aber als aktives wissenschaftliches Studium der menschlichen Seele legitimiert […]. Hierfür ist die ›Studie‹ der beste Beweis.''&amp;lt;ref&amp;gt;Wolff, ''Ermittlungen'', S. 12&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Günter Scholdt]] weist in einem Abriß über Mays literarische Qualitäten darauf hin, dass Handlungsmuster wie heldische Omnipotenz, Identitätswechsel, immer wiederkehrende Befreiungen oder eben Belauschen letztlich menschlichen Urwünschen entsprächen, die deswegen trotz ihrer ständigen Wiederholung von Lesern akzeptiert werden könnten&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Scholdt: ''Karl-May-Forschung und Karl-May-Gesellschaft.'' In: ''[[Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1987]]'', S. 281-282. Scholdt glaubt, dass Karl May diese Wünsche intensiver empfindet und artikuliert als andere, was ihn zum ''&amp;quot;literarischen Medium&amp;quot;'' werden lasse.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kuriosa ==&lt;br /&gt;
In [[Winnetou IV]], dem letzten Roman Karl Mays, verzichtet der Ich-Erzähler an einer Stelle auf einen Lauschangriff:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:''Was ich wissen wollte, konnte ich auf direktere und leichtere Weise erfahren, als durch das unbequeme Anschleichen und immerwährende Horchen und Lauschen nach allen Seiten, welches anstrengender ist, als man glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scholdt verortet diese Textstelle nahe an der ''&amp;quot;Grenze zur (unfreiwilligen?) Selbstparodie&amp;quot;''&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Scholdt: ''Vom armen alten May. Bemerkungen zu &amp;quot;Winnetou IV&amp;quot; und der psychischen Verfassung seines Autors''. In: [[Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1985]], S. 107&amp;lt;/ref&amp;gt;. Offenbleiben muss, ob diese Stelle einen [[Bruch im Bau]] markiert, da der Ich-Erzähler vor- und nachher einige Lauschangriffe durchführt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Wollschläger: ''»Die sogenannte Spaltung des menschlichen Innern, ein Bild der Menschheitsspaltung überhaupt« · Materialien zu einer Charakteranalyse Karl Mays''. In: [[Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1972/73]]. ([https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/JbKMG/1972/11.htm Onlinefassung])&lt;br /&gt;
* Gabriele Wolff: ''Ermittlungen in Sachen Frau Pollmer.'' In: [[Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 2001]]. ([https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/JbKMG/2001/11.htm Onlinefassung])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Topos]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Mayestix</name></author>
		
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