Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften

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Der Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften war ein 1841 in Zwickau mit Genehmigung der königlich Sächsischen Staatsregierung gegründeter Verein, der mit Zweigvereinen in verschiedenen deutschen Staaten tätig war und preiswerte Volksschriften herausgab. Er war der "erste nennenswerte, universelle und verbreitetste deutsche Bücherverteilungsverein".[1] Zur Gründung gehörten dem Verein 4.259 Mitglieder an. Zum Direktor wurde der Kirchen- und Schulrat Dr. Gotthilf Ferdinand Döhner gewählt.[2]

Hintergrund und Zweck des Vereins

Wie es in einer vom 7. Juli 1840 datierenden Mitteilung heißt, fehlte es um die Zeit der Vereinsgründung zwar nicht an zweckmäßigen Volksschriften, diese waren aber unter den Ständen, für die sie geschrieben waren, nur wenig verbreitet. Als Gründe dafür wurden neben dem verhältnismäßig großen Umfang und dem für nicht bemittelte Handwerker, Landmänner, Tagelöhner, Dienstboten usw. hohen Preis in erster Linie angegeben, dass die Wege, auf denen die Bücher zu erhalten waren, den betreffenden Volksklassen meist gar nicht bekannt oder zu weitläufig waren. Gelesen würden stattdessen annoncenreiche Wochenblätter, alles durcheinander werfende Zeitschriften, Romane mit ihren Räuber-, Ritter- und Liebesgeschichten und alte Scharteken, die auf Jahrmärkten erworben würden. Damit die Volksschriften ihre "rechten Leser" finden könnten, müssten sie in deren Nähe gebracht werden. Dazu wurden Stadt- und Dorfbibliotheken als Möglichkeit angesehen, die aber in ärmeren und isolierter liegenden Gemeinden erst in längerer Zeit gegründet werden würden. Daher war die Idee entstanden, einen Verein zu gründen, dessen Zweck es ist, gute und nicht zu umfängliche Volksschriften zu erlangen und unentgeltlich oder zu möglichst niedrigen Preisen zu verbreiten.[3]

Statuten des Vereins

§. 1. Der Verein zur Verbreitung guter u. wohlfeiler Volksschriften bezweckt im Einklange mit dem Geiste des Christenthums, durch passende, im Volkstone abgefaßte Lektüre, die Segnungen einer vernünftigen und zeitgemäßen Aufklärung und christlichen Gesittung soviel als möglich allgemein, namentlich auch zum Eigenthume der untern und ärmern Volksklassen zu machen.

§. 2. Zu diesem Ende kauft er entweder bereits im Druck erschienene geeignete Schriften an, oder läßt auch erst solche verfassen und nach Befinden auf eigene Kosten drucken, überträgt den Vertrieb einer Buchhandlung oder läßt sie durch seine Mitglieder, durch Commissionärs etc. und sonst auf geeignete Weise geheftet zu möglichst niedrigen Preisen oder gratis verbreiten.

§. 3. Alle Personen männlichen und weiblichen Geschlechts, welche sich zur Entrichtung eines jährlichen beliebigen, jedoch nicht unter 3 Gr. betragenden [vergl. §. 6.] Beitrags und sonst zur Förderung der Zwecke des Vereins nach ihren Kräften und verhältnissen durch ihres Namens Unterschrift unter die Statuten verpflichten, sind Mitglieder des Vereins.

§. 4. An allen Orten, wo wenigstens 20 Personen dem Vereine beitreten, bildet sich ein Ausschuß, der duch einen zu erwählenden Geschäftsführer mit Directorio (§. 8.) in Verbindung tritt, von diesem die jährlichen Rechenschaftsberichte und die zur Verbreitung ausgegebenen Schriften erhält, und dagegen an dasselbe die etwaigen Wünsche und Anträge des Ausschusses in Absicht auf neue Schriften, sowie die eingesammelten Jahresbeiträge und den Erlös von den abgesetzten Schriften gelangen läßt.

§. 5. In Orten und Gegenden, wo die zur Bildung eines Ausschusses erforderliche Zahl von Mitgliedern (§. 4.) nicht zusammen tritt, schließen sich die Vereinsmitglieder an einen ihnen nahe liegenden Vereinsausschuß an, und haben ihre Beiträge und Vorschläge an dessen Geschäftsführer abzugeben.

§. 6. Mitglieder, welche einen Beitrag von 3 Gr. und darüber, jedoch nicht volle 6 Gr. an den Geschäftsführer ihres Ausschusses jährlich abführen, erhalten den Rechenschaftsbericht des Directorii über die Wirksamkeit des ganzen Vereins zum Lesen. Mitglieder, die 7 Gr. und mehr, aber nicht volle 12 Gr. jährlich entrichten, erhalten den Rechenschaftsbericht eingenthümlich; die Mitglieder endlich, welche sich zu einem Beitrag von 12 Gr. und mehr verpflichten, sowie alle besonderen Wohlthäter des Vereins bekommen außer dem Jahresberichte a u f V e r l a n g e n alle auf eigene Kosten des Vereins gedruckte Schriften eigenthümlich. Im Uebrigen werden sämmtliche ausgegebenen Schriften bei allen Mitgliedern des Vereins jeder Classe, die solche nicht eigenthümlich erhalten, zum Lesen circuliren.

§. 7. Der Austritt aus dem Vereine steht zu jeder Zeit frei, indeß ist derselbe dem Geschäftsführer des Ausschusses anzuzeigen und von diesem zur Kenntniß des Directorii bei Einsendung der jährlichen Beiträge zu bringen.

§. 8. Der gesammte Verein steht unter einem gemeinschaftlichen Directorio, über dessen Sitz alle drei Jahre von den einzelnen Ausschüssen mit je Einer an das jedesmalige Directorium einzusendenden Stimme aufs neue abgestimmt wird. Das Directorium selbst, bestehend aus drei Vorstehern, einem Kassirer, einem Rechnungsführer und einem, nach Befinden zwei Korrespondenten, wird, nachdem sein jedesmaliger Sitz durch stimmenmehrheit der einzelnen Ausschüsse bestimmt ist, von der Gesammtzahl der Vereinsmitglieder an d i e s e m Orte gewählt. Bis zur vollständigen öffentlichen Konstituierung des Vereins und namentlich auch während der ersten drei Jahre bleibt seine Leitung in den Händen eines Directorii, das aus der Mitte der Zwickauer Vereinsmitglieder gewählt wird.

§. 9. Das Directorium beschließt, soweit thunlich, unter Berücksichtigung der ihm nach §. 4. und 5. zugegangenen Vorschläge und Anträge über die anzukaufenden und zu druckenden Schriften, die an die einzelnen Ausschüsse gelangen und sonst in Gemäßheit §. 3. verbreitet werden sollen, setzt sich wegen neu zu verfassender Bücher mit geeigneten Schriftstellern in die nöthige Verbindung, legt über Einnahme und Ausgabe in dem jährlichen Rechenschaftsberichte Rechnung ab, nimmt die etwaigen übrig verbleibenden Kassenbestände in sichere Verwahrung, oder sorgt für deren Niederlegug bei einer öffentlichen Behörde, und sucht überhaupt die Zwecke des Vereins nach seinem besten Wissen und Vermögen zu befördern.

§. 10. Kurze und alle Vereinsmitglieder anehende Notizen bringt das Directorium durch die Leipziger Zeitungen und nach Befinden einige andere Blätter zu deren Kenntniß, wohin insbsondere der Tag einer sich künftig etwa nöthig machenden Generalversammlung, sowie der Ort, wo solche abgehalten werden soll, gehört.

§. 11. Alle Geschäfte des Directorii und der übrigen Ausschüsse werden mit Ausnahme der durch die Verpackung und Vesendung herbeigeführten unentgeldlich besorgt, und sonst nur die baaren Auslagen an Portis, Einsammlungsgebühren, Avertissements, Honoraren für Schriftsteller etc. berechnet.

§. 12. Nach Ablauf dreier Jahre werden die Statuten mit Berücksichtigung der inmittelst gemachten Erfahrungen einer Revision unterworfen und nach Befinden abgeändert.[4]

Entwicklung

Es bildeten sich bereits in den ersten Jahren viele Zweigvereine, zunächst hauptsächlich auf sächsischem Gebiet,[5] darunter auch in Ernstthal,[6] es gab aber auch außerhalb Sachsens bereits Vereine, etwa in Eisenberg (Thüringen),[7] Greiz[8] oder Basel.[9] Die Zweigvereine richteten zum Teil auch Bibliotheken ein, so etwa 1842 in Freiberg.[10] Im ersten Vereinsjahr gab es insgesamt 202 Zweigvereine, im zweiten Vereinsjahr 245.[11] 1844 belief sich die Zahl der Zweigvereine auf 310 mit 8.690 Mitgliedern. Die Mitgliederzahl stieg bis 1846 auf rund 12.000 an, betrug aber 1850 nur noch 6.763. Ursache für diesen Rückgang dürfte die Revolution von 1848 gewesen sein.[12] Nach dem Tod von Gotthilf Ferdinand Döhner im Jahr 1866 übernahm der Kirchen- und Schulrat Dr. Christian Zappf den Vorsitz des Vereins.[13] 1870 zählte der Verein 10.188 Mitglieder in 441 Zweigvereinen, 1871 noch 9.231 Mitglieder in 419 Zweigvereinen. 1873 löste sich der Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften auf.[14] Als Grund dazu wurde angegeben, dass "das Mißverhältniss zwischen den in fortwährendem Steigen begriffenen Betriebsausgaben - natürlich in Folge der allgemeinen Preissteigerung - und den Einnahmen des Vereins" die Ursache dieses "unter allem Umständen tief beklagensweren Entschlusses" seien.[15] Das Vereinsvermögen wurde einer "Stiftung des Zwickauer Volksschriftenvereins" übertragen. Diese existierte noch bis mindestens 1914.[16]

herausgegebene Werke

Verzeichnis der bis 1844 gedruckten Bände. Aus Schatzkästlein deutscher Geschichen 1
Titelblatt von Ländlich, sittlich. Bilder aus fernen Landen und dem Leben ihrer Bewohner
Titelblatt von Schatzkästlein deutscher Geschichten 1
Umschlag von Der Landrichter
Umschlag von Führer durch Zwickau und seine Umgebungen

Die veröffentlichten Bände sind im "Verzeichniß" der vom Verein ausgegebenen Bücher zwar nummeriert, tragen selbst aber keine Nummerierung und die den einzelnen Titel zugeordneten Nummern weichen in den verschiedenen Verzeichnissen auch voneinander ab.[17] Bis 1844 konnte der Verein 112.222 Exemplare absetzen,[18] 1857 belief sich die Zahl der abgesetzten Bände bereits auf rund 900.000.[19]

Die auf Kosten des Vereins gedruckten Bücher wurden vor allem bei R. Zückler in Zwickau gedruckt, unter anderem ließ der Verein die Bände aber auch bei Pierer (Altenburg), Klinkicht und Sohn (Meißen), Ernst Stürke (Schneeberg), Schumann (Schneeberg), Ullrich (Zwickau), Wieprecht (Plauen) und Witzsch (Waldenburg) drucken.[20] Der Buchdruckereibesitzer Zückler war Mitglied des Vereins und gehörte auch den 1841 gewählten provisorischen Ausschussmitgliedern an.[21]

Bis 1862 besorgte die Verlagsbuchhandlung des Bücherverbreitungsvereins den Vertrieb, dann fiel diese Aufgabe der Buchhandlung des Volksschriftenvereins Julius Döhner zu.[22]

Die genaue Anzahl der herausgegebenen Bände ist nicht bekannt; bei jährlich sechs bis sieben Titeln wird von bis zu 200 Büchern ausgegangen, ausgemacht werden konnten aber bislang nur rund 170 Werke.[23] Eine Bibliografie der vom Verein veröffentlichten Bände existiert bislang nicht.[24]

auf Kosten des Vereins gedruckte Bücher

  • Rector Kell: Vater Richard oder bete und arbeite (184?, 2. 1844)
  • Diac. Julius Körner: Meister Traugott Festmann's Leben (1842)
  • Past. Sec. Wildenhahn: Nicodemus I. Auszug aus den Amts= und Tischreden des Pf. Werner
  • Die Thierfreunde
  • Die drei Schulkameraden
  • Rector Kell: Des Branntweins Lust und Weh
  • Glaubens-Leben, Glaubens-Muth u. Glaubens-Freude
  • A. Zeune: Gottlieb Köhler, der Recrut
  • A. Zeune: Gottlieb Köhler, der Soldat
  • Past. Sec. Wildenhahn: Nicodemus II. enthalt. Sächsische Wanderlust I. Abth.
  • Gymnasial-Lehrer C. G. Schmidt: Der Missionär Schwarz
  • F. O. Stichert: Joseph und seine Brüder. Orient. Familien- und Sittengemälde
  • A. Zeune: Der Frauenspiegel
  • [Johann Gottlieb Günnel]: Ländlich, sittlich. Bilder aus fernen Landen und ihrer Bewohner. Zur belehrenden Unterhaltung für das Volk (1843)[25]
  • F. O. Stichert: Betrachtungen über den Selbstmord (1845)
  • D. med. Kretschmar: Medicinischer Wegweiser für den Bürger und Landmann
  • Diac. Moser: Gustav Adolph und die dankbare Nachwelt
  • [Georg Heinrich Carlowitz]: Der Seidenbau in Sachsen und den angrenzenden Ländern. Mit mehreren Holzschnitten (1844) (Onlinefassung)[26]
  • [Johann Gottlieb Günnel]: Das Morgenland. 1ste Abtheilung. Aegypten (1845)[27]
  • Heinrich Müller: Ansprachen an Christenherzen. aus Dr. Heinrich Müllers geistlichen Erquickstunden (1845)
  • Gottfried Wilhelm Becker: Naturhistorischer Volksfreund Volksfreund. Ein Büchlein für Jeden, der im Buche der Natur zu lesen Lust hat 1 (1846)
  • [Johann Gottlieb Günnel]: Aus der Geschichte des Dorfes Deutschheim. Vom Verfasser des Morgenlandes (1846)[28]
  • Karl August Wildenhahn: Nicodemus - 3 : Erzählungen unter der Linde (1846)
  • Jeremias Gotthelf: Jacobs, des Handwerksgesellen, Wanderungen durch die Schweiz. Erste Abtheilung (1846)
  • Jeremias Gotthelf: Jacobs, des Handwerksgesellen, Wanderungen durch die Schweiz. Zweite Abtheilung (1847)
  • Julius Kell: Wanderbuch durch Östreich. Altes und Neues über Land und Volk (1847)
  • Gottfried Wilhelm Becker: Altes und Neues aus der Land- und Hauswirthschaft. Für Leser, die gern über gewöhnliche Dinge nachzudenken pflegen (1847)
  • [Johann Gottlieb Günnel]: Das Morgenland. Die Sinaihalbinsel und das heilige Land (1847)[29]
  • Reden an das deutsche Volk (1848)
  • Johann Gottlieb Günnel: Umschau in deutschen Landen: Franken (1848)
  • Die Ereignisse in Wien von der Erhebung der Stadt am 13. März 1848 bis zur Verkündung der oktroyierten Verfassung vom 4. März 1849 (1849) (Onlinefassung)
  • C. W.: Die französische Revolution von 1848 (1849) (Onlinefassung)
  • Richard Schneider: Meister Fröhlich und sein Haus. Eine Geschichte für das Volk aus den Nothjahren 1771 und 1772. (1849)
  • [Johann Gottlieb Günnel]: Erzählungen vom Lande. Vom Verfasser der Erfahrungen etc. (1849)
  • Franz Otto Stichard: Namensbüchlein. Kurze Belehrung über die Taufnamen für den Bürger und Landmann (1849)
  • Blicke in die Schöpfung (1849)
  • Leben und Meinungen eines Proletariers. Ein Buch für arme Leute und armer Leute Freunde (1850)
  • Die Familie Werner oder die Folgen des Aberglaubens, der Gleichheit und Habgier (1852)
  • Spiegel der Dienstboten, zu Nutz und Frommen des Gesindes in Städten und auf dem Lande aufgestellt (1852)
  • Tobias Leberecht: Aus einer Fabrikstadt / Schicksale und Erfahrungen eines Fabrikarbeiters (1853)
  • K. Weidinger: Gotthelf Wanderer, ein Zögling und Helfer der inneren Mission (1853)
  • Der evangelische Verein der Gustav-Adolf-Stiftung / seiner Entstehung, sein Fortgang, seine Wirkung und seine gegenwärtige Lage. Ein Mahnruf an die protestantische Bevölkerung Deutschlands (1853)
  • Streifereien auf dem Gebiete der Geschichte, Erfahrung und Phantasie von verschiedenen Verfassern (1853)
  • Martin Claudius: Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser. Eine Geschichte für das christliche Volk. Mit Benutzung des Englischen: Die Auswanderer nach Canada (1854)
  • Johann Gottlieb Günnel: Umschau in deutschen Landen: Thüringen (1854)
  • Moriz Ferdinand Weidauer: Der christliche Sokrates - 1 (1854)
  • Moriz Ferdinand Weidauer: Der christliche Sokrates - 2 (1854)
  • Richard Schneider: Der Prinzenraub im Jahre 1455. Zum Gedächtnisjahre 1855 dem Volke neu erzählt (1855)
  • Moriz Ferdinand Weidauer: Der christliche Sokrates - 3 (1855)
  • Karl Elsäßer: Afrika. Erstes Bändchen (1855)
  • Der Missionsfreund. Belehrungen und Mittheilungen über das Werk der christlichen Mission (1855)
  • Karl Elsäßer: Afrika. Erstes Bändchen (1856)
  • Das Wissenswertheste aus dem Gebiete der Chemie und Physik in Anwendung auf Küche und Wirthschaft für denkende Hausfrauen (1856)
  • Tobias Leberecht: Eine Heirath nach der Mode / eine Geschichte für Heirathslustige und für Verheirathete (1856)
  • Richard Schneider: Erzählungen für das Volk - 2 (1856)
  • Karl Gautsch: Die Exulanten. Eine erzgebirgische Dorfgeschichte (1857)
  • Gott lebet noch! Zwei wahre Geschichten zur Warnung und zum Troste. (1858)
  • Robert Wolfram: Blicke in's Reich der Thiere (1859)
  • Eduard Ziehen: Geschichten und Bilder aus dem wendischen Volksleben an der Niederelbe 1. Band (1859) (Onlinefassung)
  • Gustav Adolph Rockland: Nutzen und Nothwendigkeit der Schutzpockenimpfung. Auf Grund vieljähriger Erfahrungen zusammengestellt (1860)
  • Rathgeber zur Sicherung gegen und in Feuersgefahr (1860) (Onlinefassung)
  • Wilhelm Baur: Ernst Moritz Arndts Leben, Thaten und Meinungen nebst einigen seiner geistlichen und Vaterlands-Lieder. Ein Buch für das deutsche Volk (1861) (Onlinefassung)
  • Rduolph Hugo Hofmann: Die Zustände der christlichen Sekten unter der muhammedanischen Herrschaft im Orient mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Ereignisse in Syrien (1861)
  • Julius Saupe: Bilder aus Luthers Leben; Feierabend protestantischer Glaubenshelden und neuer Vorkämpfer der evangelischen Kirche (1861)
  • Franz Xaver Schmid: Holländisches für das deutsche Volk (1861)
  • Georg Lechla: Drei Jahre in New-York. Eine Skizze, für das Volk nach der Natur gezeichnet (1862)
  • Gustav Graefe: Naturwissenschaftliche Abhandlungen. Erstes Bändchen (1862)
  • Gustav Graefe: Naturwissenschaftliche Abhandlungen. Zweites Bändchen (1862)
  • Arm, doch wohlgemuth! Eine kurze, aber wahre Lebensgeschichte zu Nutz und Frommen für Jung und Alt (1862)
  • Robert Wolfram: Sächsische Volkssagen (1863)
  • Ernst Julius Saupe: Feierabend protestantischer Glaubenshelden und treuer Vorkämpfer der evangelischen Kirche (1863)
  • Alexander Krell: Der Landrichter. Eine Geschichte vom Lande (1863)
  • Johann Gottlieb Günnel: Die Völkerschlacht bei Leipzig. Wie es dazu gekommen, wie sie verlaufen, und was sie Deutschlands Fürsten und Völkern predigt. Eine Gedächtnißschrift zur fünfzigjährigen Jubelfeier der Befreiung Deutschlands (1863)
  • Männer des Verdienstes um Volkswohl in biographischen Skizzen - 2 (1864)
  • Julius Saupe: Licht- und Schattenbilder aus der Geschichte der christlichen Kirche bis Luther. Erstes Bändchen (1864)
  • Unterhaltungen über das kleine und kleinste im Thierreiche nebst einer Abhandlung über Trichinen (1864)
  • Warum soll ich meines Bruders Hüter sein? / eine Geschichte aus dem norddeutschen Dorfleben (1864)
  • Biographische Skizzen deutscher Dichter, Band II
  • H. J. Jentzsch: Bilder aus dem Frauen= und Familienleben in außereuropäischen Ländern (1865)
  • B. Günnel [Johann Gottlieb Günnel]: Schleswig-Holstein. Land und Leute (1865)[30]
  • D. Tischendorf: Wann wurden unsere Evangelien verfaßt?
  • Oskar Friedrich und Gustav Heppe: Die Schule des Handwerkers - i. Theil, 1. Band: Vorträge über das Wissenswürdigste aus den gewerblichen Hülfswissenschaften / Vortr. 1 - 15 (1865)
  • Oskar Friedrich und Gustav Heppe: Die Schule des Handwerkers - i. Theil, 2. Band (1865)
  • Julius Saupe: Licht- und Schattenbilder aus der Geschichte der christlichen Kirche. II. Band (1865)
  • Männer des Verdienstes um Volkswohl in biographischen Skizzen, 2. Bändchen (1865)
  • Führer durch Zwickau und seine Umgebungen (1866)
  • Saupe: Das Lutherdenkmal in Worms
  • Elba, Waterloo, St. Helena (1866)
  • Zum alten Lied ein neuer Vers
  • Neumeister: Mohammed
  • Heinrich Eduard Lamprecht: Elisabeth Kulmann. Biographische Skizze mit Proben aus den Gedichten (1867)
  • Körner: Interessantes aus der Vergangenheit
  • Oskar Friedrich/Gustav Heppe: Die Schule des Handwerkers, 2. Theil, 1. Band: Vorträge über das Wissenswürdigste aus den einzelnen Gewerben. Vortrag 1 - 31 (1867)
  • Oskar Friedrich/Gustav Heppe: ''Die Schule des Handwerkers, 2. Theil, 2. Band: Vorträge über das Wissenswürdigste aus den einzelnen Gewerben. Vortrag 32 - 60 (1868)
  • Robert Wolfram: Sächsische Volkssagen, 2. Band
  • P.S.: Zwei Erzählungen für das Volk
  • Jeremias Wehmeier: Schulmeister Ernst.Lebensbild aus der Lehrerwelt (1868)
  • Adolf Meyer: Christliche Lebensbilder - 1 (1868)
  • Oskar Friedrich/Gustav Heppe: Vorträge über d. landwirtschaftl. Prod. Sachsens u. deren Gewinnung sowie über d. Wissenswürdigste v.d. Landwirthschaftsbetriebe i. Allgemeinen (1869)
  • Karl Eduard Zetzsche: Die elektrischen Telegraphen in ihrer gegenwärtigen Einrichtung und Bedeutung (1869)
  • Robert Wolfram: Vater Heim. Lebensbild eines Arztes (1869)
  • Rudolph Müldener: Aus deutschen Gauen. Bilder und Skizzen von deutscher Erde (1869/70)
  • Oskar Friedrich/Gustav Heppe: Vorträge über die Hauptproducte d. Forstwirthschaft u.d. Bergbaues in Sachsen und deren Gewinnung nebst e. Abriß d. geognostischen Verhältnisse Sachsens (1870)
  • Clemens Peter: Die Arbeiterfamilie im Lichte des Christenthums. Ein Beitrag zur Arbeiterfrage (1870)
  • Dr. Otto Kaemmel: Der Deutsche Volkskrieg gegen Frankreich, 1870 und 1871, in seinen Hauptereignissen dargestellt, I. Band (1871)
  • Oskar Friedrich: Die Verkehrsmittel der Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung Sachsens. Erster Band (1872)
  • Rudolph Müldener: Schlichte Geschichten. Frei nach dem Englischen (1872)
  • Dr. Otto Kaemmel: Der Deutsche Volkskrieg gegen Frankreich, 1870 und 1871, in seinen Hauptereignissen dargestellt, II. Band (187?)
  • Dr. Otto Kaemmel: Der Deutsche Volkskrieg gegen Frankreich, 1870 und 1871, in seinen Hauptereignissen dargestellt, III. Band, 1. Abteilung (1872)
  • Otto Koch: Aus dem Leben der alten Hebräer / Schilderungen auf Grund der heiligen Schrift (1872)
  • Julius August Venus/Carl Ferdinand Willkomm/Gustav A. Claus/Rudolf Schuster: Apologetische Vorträge (1872)
  • Oskar Friedrich: Die Verkehrsmittel der Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung Sachsens. Zweiter Band (1873)

Bücher, die von dem Verein angekauft oder ihm geschenkt wurden

  • Dr. J. F. T. Wohlfarth: Der Schatzgräber
  • G. Nieritz: Wie die arme Getrud ihre Kinder leiblich und geistig erzog
  • C. Schwabe: Erfindung der Buchdruckerkunst
  • Panse: Das Dörfchen am Walde
  • Die evangelischen Salzburger
  • Diac. Körner: Johanna, die Macht weinlicher Frömmigkeit
  • Leo: Beschreibung des Königreichs Sachsen. 1. Bdchn
  • Die Winterabende. Gemeinnütziges und Unterhaltendes für den Bürger und den Landmann
  • Zur Sonntagsfrage

Bedeutung für Karl May

Hainer Plaul geht davon aus, dass die von dem Verein herausgegebenen Werke in der Bibliothek der Strafanstalt Schloss Osterstein enthalten waren: "Die Kenntnis der von diesem Verein in Umlauf gesetzten Titel trägt mit Sicherheit dazu bei, auch das Wissen über den Bestand der Zwickauer Anstaltsbibliothek zu präzisieren."[31] Karl May dürfte mit den Büchern des Vereins während seiner Haftzeit auf Schloss Osterstein in Berührung gekommen sein. Die Erzählung Der Landrichter von Alexander Krell hat nach Ansicht von Plaul eine Spur in Mays Fragment Offene Briefe eines Gefangenen hinterlassen: Krells Erzählung spielt in Lugnitz und die Offenen Briefe Mays enden laut Plaul[32] mit dem Satz: So kam ich nach Lugnitz.

Das in Commission der Verlagsbuchhandlung des Volksschriften-Vereins erschienene Werk Dr. Martin Luthers Katechismus mit untergelegten Bibelsprüchen und biblischen Geschichten als Leitfaden zu einem einjährigen Religionsunterricht wurde am Lehrerseminar Plauen eingesetzt.[33]

Der Vereinsvorsitzende Dr. Gotthilf Ferdinand Döhner ermittelte in seiner Funktion als Zwickauer Kirchen- und Schulrat in der "Onanie-Affäre" am "Vogtländischen Schul-Lehrer-Seminar" in Plauen und gehörte dort auch den Prüfungskommissionen an.

Dem Verein gehörten zudem auch mehrere Personen an, mit denen Karl May an anderer Stelle in Berührung gekommen ist, darunter Graf Heinrich zu Schönburg, der Chemnitzer Superintendent Robert Kohl sowie der Fabrikbesitzer Carl Friedrich Solbrig und dessen Sohn Friedrich August Solbrig in Harthau.[34]

Anmerkungen

  1. Gotthold Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873). In: Sächsische Heimatblätter 1/1998, S. 24.
  2. Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften. In: Eisenbergisches Nachrichtsblatt, 23. Februar 1841. (Onlinefassung)
  3. Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften. In: Eisenbergisches Nachrichtsblatt, 23. Februar 1841.
  4. Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften. (Beschluß.) In: Eisenbergisches Nachrichtsblatt, 2. März 1841. (Onlinefassung)
  5. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 29.
  6. Döhler: Zweiter Jahresbericht des Vereins zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften. Zwickau 1843, S. 18.
  7. Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften. In: Eisenbergisches Nachrichtsblatt, 23. Februar 1841.
  8. Döhler: Zweiter Jahresbericht ..., S. 19.
  9. Döhler: Zweiter Jahresbericht ..., S. 18.
  10. Geschichte der Freiberger Stadtbibliothek.
  11. Döhler: Zweiter Jahresbericht ..., S. 30.
  12. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 29 f.
  13. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 32.
  14. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 32.
  15. Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Nr. 91/1873, S. 584.
  16. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 32.
  17. Verzeichniß der vom Vereine zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften in Zwickau vom Juni 1840 bis dahin 1843 ausgegebenen Bücher. In: Ländlich, sittlich. Bilder aus fernen Landen und aus dem Leben ihrer Bewohner, Zwickau 1843; Verzeichniß der vom Vereine zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften in Zwickau ausgegebenen Bücher. In: Schatzkästlein deutscher Geschichtem. Erstes Bändchen, Zwickau 1844.
  18. W. Löbe: Geschichtliche Notizen über Lesevereine und Volksbibliotheken. In: Centralblatt für deutsche Volks- und Jugendliteratur, 1. Jg. 1857, S. 71.
  19. Heinrich Schwerdt: Der Zwickauer Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften. In: Centralblatt für deutsche Volks- und Jugendliteratur, 2. Jg. 1858, H. 1, S. 24.
  20. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 30.
  21. Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften. (Beschluß.) In: Eisenbergisches Nachrichtsblatt, 2. März 1841.
  22. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 30.
  23. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 31.
  24. Leistner: Der Zwickauer >>Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler Volksschriften<< (1841 bis 1873), S. 31. Die Liste der vom Verein herausgegebenen Werke basiert auf Angaben der in den Bänden abgdruckten Verzeichnisse, den Angaben der Kataloge der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig ([1]) und der SLUB in Dresden ([2]) sowie auf Angaben aus antiquarischen Angeboten.
  25. Ohne Verfasserangabe erschienen. Zuordnung durch Roland Schmidt: Der Plauener Pädagoge Johann Gottlieb Günnel. (Onlinefassung)
  26. Nur mit der Verfasserangabe "v. C." erschienen. Zuordnung durch Digitale Texte im Seminar für Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte (Uni Köln).
  27. Ohne Verfasserangabe erschienen. Zuordnung durch Roland Schmidt: Der Plauener Pädagoge Johann Gottlieb Günnel.
  28. Ohne Verfasserangabe erschienen. Zuordnung durch Roland Schmidt: Der Plauener Pädagoge Johann Gottlieb Günnel.
  29. Ohne Verfasserangabe erschienen. Zuordnung durch Roland Schmidt: Der Plauener Pädagoge Johann Gottlieb Günnel.
  30. Verfasser-Zuordnung durch Roland Schmidt: Der Plauener Pädagoge Johann Gottlieb Günnel.
  31. Hainer Plaul: "Besserung durch Individualisierung". In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1975, S. 167.
  32. Plaul: "Besserung durch Individualisierung", S. 175.
  33. Hans-Dieter Steinmetz: "Plauen is mir nämlich sehr ans Herz gewachsen". Zum Aufenthalt Karl Mays am Lehrerseminar der Vogtlandstadt. In: Karl-May-Haus Information Nummer 17, S. 42.
  34. Verzeichniß derjenigen Mitglieder, die im 25. Vereinsjahre einen höhern Beitrag als 15 Ngr. gaben. In: Fünfundzwanzigster Jahresbericht über den Verein zur Verbreitung guter u. wohlfeiler Volksschriften, nebst der dem Vereins=Directorium vorgelegten Rechnung auf das Jahr vom 1. Juni 1865 bis 31. Mai 1866, S. 7 f.