Prag

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Um 1900 war das nach außen weltoffene Prag Sitz der ersten im Gebiet des mittelalterlichen Deutschen Reiches gegründeten Universität, einem Treibhaus für Künstler und nachwachsende Literaten. Allein drei Dichterkreise wetteiferten miteinander: Den engeren Prager Kreis bildeten Max Brod und seine Freunde Franz Kafka, Felix Weltsch und Otto Baum. Der Verein "Wefa" umfasste viele Autoren, die heute kaum noch bekannt sind, wie z. B. Friedrich Adler. Einem anderen Verein, der neuromantische Kreis Jung-Prag gehörten zum Beispiel Rilke, Gustav Meyrink, der beruflich in Prag zu tun hatte, und der junge Franz Werfel an. In dieser Zeit war Prag als Stadt des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn durch einen regen Austausch zwischen den Nationalitäten geprägt.

Um 1860 verlor Prag seine seit dem Mittelalter bestehende deutsche bzw. deutschsprachige Bevölkerungsmehrheit. Bei der tschechoslowakischen Volkszählung von 1930 gaben noch 42.000 Prager Deutsch als Muttersprache an, sie lebten vor allem im Stadtzentrum (Stadtteile Altstadt und Kleinseite).

Karl May und Prag

Bereits 1888, kurz nach der Erstveröffentlichung im "Guten Kameraden", erschien im 14. Jahrgang der von Josef Vilimek in Prag für jugendliche Leser herausgegebenen Zeitschrift "Nasi Mladezi" (Unserer Jugend) die erste ausländische Übersetzung von "Der Sohn des Bärenjägers" (tschechischer Titel "Syn lovce medveduv"). Es handelte sich um eine von Jaroslav Pekar angefertigte Nacherzählung mit Illustrationen von Karel Thuma und Josef Mukarovsky. Im nachfolgenden 15. Jahrgang erschien dann die Fortsetzung "Duch Llana estakada" (Der Geist des Llano estakado), und zwar ebenfalls frei nacherzählt von Jaroslav Pekar mit Illustrationen von Karel Thuma und mit dem Hinweis "nach K. May, Verfasser der Geschichte 'Syn lovce medvedu'".

1898 reiste May nach Prag und blieb vom 12. bis zum 19. Oktober. Er logierte im "Hotel de Saxe" und erhielt dort u.a. Besuch von dem damals 13-jährigen Egon Erwin Kisch. Von Prag aus fuhr May nach Wien weiter.

In Prag lebten auch seine tschechischen Verleger Josef Vilímek und Alois Hynek.

Rezeption

Am 13. März 1943 wurde in Prag am Städtischen Theater Königl. Weinberge "Winnetou" uraufgeführt. Dabei handelt es sich um die tschechischsprachige Version der Bühnenbearbeitung von Hermann Dimmler und Ludwig Körner (siehe Winnetou (Theaterstück)). Die Übersetzung stammte von Jiri Havel. Regie führte Frantisek Filipovsky.

Literatur

Weblinks