Old Wabble

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OLD WABBLE (eigentl. Fred Cutter/alias King of the Cowboys ("König der Cowboys")): Westmann; "(Er) lebte in den Erzählungen wie eine mythische Gestalt, mit der die Gegenwart nichts mehr zu schaffen hat. Man berichtete hundert und aberhundert Schrullen und Thaten von ihm, welche bewiesen, daß er ein Original war ... jetzt hatte er ein Alter erreicht, welches man auf über neunzig Jahre schätzte, doch sollte er noch ebenso rüstig wie ein Junger sein." Er hat ein "altes, wetterhartes, faltenreiches und stets glattrasiertes Gesicht mit starken Niggerlippen, langer, spitzer Nase und scharfen grauen Augen". "Am meisten fiel ... das weiße Haar ins Auge, welches wie eine silberne Mähne unter dem Hute und dem Tuche hervorquoll und ihm fast bis zum Gürtel herabreichte". Er wird "wegen seines wackelnden Ganges und weil ihm der Anzug so schlotterig am dürren Leibe hing") Old Wabble genannt; sein bürgerlicher Name ist FRED CUTTER. "Seine Gestalt war lang und außerordentlich schmal. An den Füßen trug er Sporen, deren Räder von außerordentlicher Größe waren; die dürren Beine steckten in Leggins, die wenigstens ein Jahrhundert alt zu sein schienen; das überaus schmutzige Hemde ließ Hals und Brust unbedeckt, und darüber hing in weiten Falten eine Jacke, deren Farbe kaum mehr zu erkennen war. Sein alter Hut hatte eine unendlich breite Krempe und saß ihm tief im Genick; darunter trug er ein Tuch, dessen Zipfel hinten bis auf die Schultern niederhingen. An den Ohrläppchen sah ich große, schwere Silberringe." Er ist ein sehr starker Raucher; seine ständige Redensart ist "Th'is clear". Er war früher Cowboy in Texas (wurde damals KING OF THE COWBOYS genannt), danach Viehzüchter. Wabble ist Rassist: eingefleischter Indianerhasser und Negerverachter ("man (kann) gar nicht genug Indsmen auslöschen ... Dieses Ungeziefer muß weg von dieser Welt.") Er wird zusammen mit Old Surehand von Comanchen überfallen, kann jedoch entkommen und trifft auf Old Shatterhand, erkennt diesen zunächst - wenn auch widerstrebend - als Anführer an, wobei er sich z.T. sogar fast unterwürfig benimmt; handelt jedoch immer wieder eigenmächtig, wofür er wiederholt von Old Shatterhand getadelt wird. Er erfüllt auch nicht die Erwartungen Shatterhands, was seine Westmannsfähigkeiten angeht, so zeigt er sich nur "auf der offenen Savanne ... als einstiger König der Cowboys, als der Fachmann, der nicht zu täuschen" ist. Er macht sich über Old Shatterhands ("Kinder"-)Glauben lustig (was letzlich der Grund für den folgenden Verlust der Sympathie Old Shatterhands ist) und erweist sich als überzeugter Atheist. Als er dann nochmals eigenmächtig handelt, sagt sich Old Shatterhand endgültig von ihm los und jagt ihn fort. Wabble schließt sich Daniel Etters an, der im Llano estacado als ›GENERAL DOUGLAS‹ auftaucht, und raubt mit diesem Winnetous Silberbüchse und Old Shatterhands Gewehre. Die Beraubten holen aber die Diebe ein, und Wabble muss den ›General‹ auspeitschen. Kurz darauf verübt Wabble einen Mordanschlag auf Old Shatterhand, wird gefasst, aber wieder freigelassen. Wabble ist dann als Spion auf den Farmen der Weißen für Schahko matto tätig. Er will auch Winnetou und Old Shatterhand an die Osagen verraten. Schahko Matto, dessen Osagen und Wabble werden gefangen, Wabble lässt man laufen. Er tut sich mit Cox und dessen Tramps zusammen, mit denen er Old Shatterhand und seine Begleiter festnehmen kann. Der gefesselte Apanatschka reitet ihn vom Pferd, so dass Wabble sich den Arm bricht und große Schmerzen leidet. Mit der Änderung seines Verhältnisses zu Old Shatterhand wandelt sich auch Wabbles Äußeres: "Das schlangengleich in einzelnen Strähnen von seinem Kopfe fallende lange, graue Haar verlieh ihm das Aussehen einer greisenhaften, männlichen Eumenide". Von [Dick Hammerdull]] ins Feuer getreten, verliert er seine Haarpracht: "sein Gesicht, schon vorher fast fleischlos, (war) so eingefallen, daß es der vordern Seite eines Totenkopfes glich. Die sonst so rein gehaltene weiße Haarmähne, jetzt freilich nur noch halb vorhanden, ›kleckte‹ ... vor Schmutz. Er bildete nur noch ein Gerippe ... seine Stimme ... klang hohl, wie durch ein Ofenrohr gesprochen". Er wird mit Cox und den Tramps von Utahs gefangen, die Wabble in einen auseinandergespaltenen Baumstumpf schieben, in dem sein Unterleib langsam zerquetscht wird. Er ist nicht mehr zu retten; trotzdem verhöhnt und verflucht er den herbeigeeilten Old Shatterhand weiterhin. Schließlich bittet er aber doch - kurz bevor er stirbt (er hat im Sterben eine Vision von seinem Vaterhaus) - um Vergebung.

Werke