München

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München im Jahre 1858

München (vulgärlateinisch: apud Munichen, "bei den Mönchen", Bairisch: Minga) ist die Landeshauptstadt des Freistaates Bayern. Sie ist mit rund 1,35 Millionen Einwohnern die größte Stadt Bayerns und die drittgrößte Stadt Deutschlands.

Geschichte

Kleines Stadtwappen

Obwohl München bereits 1328 kaiserliche Residenzstadt wurde, begann der Aufstieg zur Großstadt erst 450 Jahre später. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wuchs München rapide, was 1806 noch beschleunigt wurde, als München die Hauptstadt des napoleonischen Königreichs Bayern wurde. Hatte München 1700 gerade einmal 24.000 Einwohner, so verdoppelte sich die Bewohnerzahl bald alle 30 Jahre, so dass 1871 170.000 Menschen in München lebten und 1933 schon 840.000.

Unter der Regierung von König Ludwig I. von Bayern (1825–1848) wurde München zu einer weithin bekannten Kunststadt. Unter Prinzregent Luitpold (1886–1912) erlebte München dann einen gewaltigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.

Aus dem Mönch im Wappen der Stadt entwickelte sich im Laufe der Zeit das "Münchner Kindl".

bei Karl May

im Werk

München
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Der Weg zum Glück
Reisetagebücher

In Karl Mays Kolportageroman "Der Weg zum Glück" wird München mehrmals erwähnt und ist auch Handlungsort. Im 1. Kapitel trifft der Wurz'nsepp auf der Alm König Ludwig II. von Bayern.

»Ja, mein Guter,« lächelte der König. »Woher kennst Du mich?«
»Ich habe Sie drin in München gesehen und sodann auch in Hohenschwangau, auf Linderhof, Schloß Berg und auch am Chiemsee.«[1]

Im 2. Kapitel verspricht die Muhrenleni dem König, sich in München zur Sängerin ausbilden zu lassen, wenn dafür der Krikelanton aus der Haft entlassen wird.

»Schnell? Wo willst denn hin?«
»Hinein ins München.«
»Ins München? Herrgott! Das ist nicht wahr! Leni, das kannst nicht vorhaben!«
»Ich muß, Anton. Es geht nun nicht anders.«
»Ins München hinein! In die Stadt, zu die lockern Buben, wo die Soldaten herumlaufen und die Dirndln verführen! Dahin willst?«[2]

Die Muhrenleni wird in München von der ehemaligen Sängerin Madame Qualèche unterrichtet.

»Weil die Frau Tragöderistin ihr Unterricht giebt im Theaterspielen, und nachher kommt die Musiklehrerin und der Musikprofessor. Da hat sie am ganzen Tag zu singen und zu deklamiren.«[3]

im Leben

Karl May war mehrmals in München.

1897

Hotel Trefler

Im Hotel Trefler (Sonnenstraße 21/23) hielt er im Juli 1897 mehrere Tage lange Vorträge über seine Reisen. Dabei wurde das Hotel von Hunderten Fans umlagert.[4] "In Stuttgart und Innsbruck ließen mir die Leser keine Minute Ruhe. Am schlimmsten war es aber in München, geradezu unglaublich. Am ersten Abend entdeckte mich ein dortiger Buchhändler im Hotel und ließ es ohne mein Wissen in die Zeitungen setzen, daß May da sei." Diese Ankündigung verfehlt natürlich nicht ihre Wirkung. "Am anderen Mittag hatte ich schon über 600 Briefe und Karten mit Besuchsanmeldungen." Tatsächlich suchen ihn im Hotel "Trefler" an der Sonnenstraße an diesem Tag 900 Münchner auf. "Am nächsten Tag über 600, am folgenden über 800, dann riß ich aus", schreibt May. Damit aber nicht genug. Während der Besuche muss Karl May "alle zehn Minuten auf den Balkon treten, um mich der unten stehenden Menge zu zeigen und sie zu grüßen". Der Ansturm ist so gewaltig, dass der Straßenbahnbetrieb in der Sonnenstraße eingestellt werden muss. Die Fans müssen mit Wasserschläuchen auseinander getrieben werden. Einem Reporter erzählt Karl May indes von seinen Plänen. Er wolle im Herbst 1897 "wieder die Atlantis durchqueren, um Winnetous einsames Grab zu besuchen, bei den Apachen einzukehren und sich in den Rocky Mountains einen Grizzly-Bären zu holen". 1898 sei dann eine Reise nach Bagdad geplant. Natürlich wolle er "seinen einstigen Freund und Beschützer, den nunmehrigen Oberscheik der Haddedihn-Schammar, den unvergleichlichen Hadschi Halef Omar und seine Hanneh besuchen". Voller Genugtuung schreibt schließlich der Reporter: "Mir aber, und wohl allen, die in diesen Tagen mit Dr. May zusammentrafen, war es eine große Freude und wird es eine bleibende Erinnerung sein, den Mann, der die ganze Welt bereist hat, der über 1200 Sprachen und Dialekte versteht, den letzten Vertreter der Romantik des wilden Westens von Angesicht zu Angesicht gesehen zu haben."

1898

Hotel Trefler

Im Frühjahr 1898 logiert Karl May ein zweites Mal im Hotel Trefler. Einige Münchner sind so von den Besuchen angetan, dass sie unverzüglich den "Münchner May-Club" gründen.[5] Die Mitglieder treffen sich zunächst im Hotel "Trefler", dann in der "Blauen Traube" am Sendlingertorplatz. In den Statuten, die May persönlich genehmigt, heißt es: "Ordentliches Mitglied kann jeder unbescholtene, den besseren Kreisen angehörige Mann werden, der sich zu den Grundsätzen der christlichen Cultur basierenden Anschauungen des Dr. Karl May bekennt." Karl und Emma werden auf Wunsch der 13-jährigen Prinzessin Wiltrud von Bayern an den Hof, ins Palais Wittelsbach, eingeladen, [...] wo ich in einer langen, langen Audienz alle Glieder des Bayerischen Königshauses um mich versammelt sah und mit ihnen wie ein alter, lieber Bekannter verkehren durfte.[6]

1900
Auf der Heimkehr von seiner großen Orientreise 1899/1900 macht Karl May am 29. Juli 1900 Station in München. Nach München. Hotel Leinfelder. Nach Tische kam der Herzog Paul von Mecklenburg zu mir. Wohnte zufällig auch da.[7] Am 31. Juli nimmt er die letzte Etappe nach Radebeul in Angriff.

1902
1902 besuchten Karl und Emma May sowie Klara Plöhn München. Sie wohnten ab dem 22. August im Hotel Leinfelder. Karl May und Klara Plöhn besuchten Adele Einsle und ihren Sohn Willy und gaben Klara als Mays Schwester aus. Am 28. August reisten sie von dort mit dem Orientexpress über Bad Tölz nach Bozen. Im selben Jahr ist Karl May Mitte September (nachdem er die Scheidung eingereicht hat) mit Klara Plöhn einige Tage in München. Von hier aus fahren sie nach Bad Tölz.

1909
Von Augsburg kommend, mieteten sich Karl und Klara May am 9. Dezember 1909 im Hotel Leinfelder ein. Am 10. Dezember sind sie beide Gäste im Wittelsbacher Palais: Die höchsten Herrschaften möchten um zwei Besuche bitten, einen im großen Kreise und einen gemütlichen, nur in der Familie [...][8] Weitere Besuche gelten Hetty Heide und Willy Einsle. Vermutlich reisen sie bereits am 11. Dezember wieder ab.

Rezeption

Am 8. November 1919 fand im Deutschen Theater eine Bühnenaufführung von Winnetou statt (Vorlage von Hermann Dimmler). Darsteller von Winnetou und Old Shatterhand waren Maximilian Herbst und Adolf Hille.

1949 wurde Winnetou und sein weißer Bruder aufgeführt.

1963 fand in München die Premiere des Films Winnetou 1. Teil statt. Weitere Premieren von Karl-May-Filmen folgten.

1979 wurde in München das Theaterstück Die Sklavenkarawane aufgeführt.

Anmerkungen

  1. Karl May: Der Weg zum Glück. Verlag Heinrich Gotthold Münchmeyer, Dresden 1886-88, 1. Capitel, S. 14.
  2. Der Weg zum Glück. 2. Capitel, S. 126.
  3. Der Weg zum Glück. 3. Capitel, S. 202.
  4. Christian Heermann: Winnetous Blutsbruder. Karl-May-Biografie. Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul 2002, ISBN 3-7802-0161-5, S. 309.
  5. Winnetous Blutsbruder. S. 309 f.
  6. Winnetous Blutsbruder. S. 355.
  7. Reisetagebuch Orientreise, in: Lothar und Bernhard Schmid (Hrsg.): In fernen Zonen. Karl Mays Weltreisen. Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul 1999, ISBN 3-7802-0082-1, S. 230.
  8. Winnetous Blutsbruder. S. 497.

Weblinks


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