Horns Spinnstube: Unterschied zwischen den Versionen

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== Horns Spinnstube und Karl May ==
 
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Im ''[[Repertorium C. May]]'' gibt es als Position 74 den Vermerk von Karl May: ''74.) In der Rockenstube. Erzählungskalender nach Horns Spinnstube. Populärer Styl.'' Das bedeutet offenbar, dass May eine ähnliche Sammlung plante und seine Inspirationsquelle (bzw. deren Bedeutung) vermutlich gut kannte.
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Im ''[[Repertorium C. May]]'' gibt es als Position 74 den Vermerk von Karl May: ''74.) In der Rockenstube. Erzählungskalender nach Horns Spinnstube. Populärer Styl.'' Das bedeutet offenbar, dass May eine ähnliche Sammlung plante und seine Inspirationsquelle (bzw. deren Bedeutung) vermutlich gut kannte. Darauf weisen auch Titelähnlichkeiten hin: Im Vierundzwanzigsten Jahrgang der ''Spinnstube'' für das Jahr 1869 finden sich beispielsweise unter den Positionen 7 und 12 die Beiträge ''Ein Stücklein vom Schatzgraben'' und ''Ein Stücklein vom Admiral Nelson'' sowie unter Position 10 ''Etwas vom alten York und dem alten Blücher''. Es ist kaum anzunehmen, dass Karl Mays Titelwahl ''Ein Stücklein vom alten Dessauer'' unbeeinflusst und zufällig zustande kam.
  
 
== Anmerkung ==
 
== Anmerkung ==

Aktuelle Version vom 13. Juli 2019, 22:11 Uhr

Die Spinnstube war eine Sammlung von Volksbüchern und Kalendern, die ab 1846 von W. O. von Horn (d. i. Friedrich Wilhelm Philipp Oertel, 1798-1867) herausgegeben wurde.

Illustriert wurde sie u.a. mit Holzschnitten von Ludwig Richter.

Oertel wurde durch die "Spinnstube" schnell zu einem der verbreitetsten und beliebtesten Volksschriftsteller seiner Zeit.

Schon 1847 bewarb sich Ludwig Richter (1803-83) um die Illustration der Volksbuchreihe, da sie ihm für die von ihm bevorzugte Holzschnitt-Technik besonders geeignet erschien; Richter illustrierte die Jahrgänge 1849-60 und zog sich erst von dieser Arbeit zurück, als ihn eine Augenschwäche dazu zwang. Seine Holzschnitte und die Erzählungen Horns wuchsen zu einer Einheit zusammen, die nicht zuletzt für die nachhaltige und breite Wirkung der 'Spinnstube' sorgte."

Horns Spinnstube und Karl May

Im Repertorium C. May gibt es als Position 74 den Vermerk von Karl May: 74.) In der Rockenstube. Erzählungskalender nach Horns Spinnstube. Populärer Styl. Das bedeutet offenbar, dass May eine ähnliche Sammlung plante und seine Inspirationsquelle (bzw. deren Bedeutung) vermutlich gut kannte. Darauf weisen auch Titelähnlichkeiten hin: Im Vierundzwanzigsten Jahrgang der Spinnstube für das Jahr 1869 finden sich beispielsweise unter den Positionen 7 und 12 die Beiträge Ein Stücklein vom Schatzgraben und Ein Stücklein vom Admiral Nelson sowie unter Position 10 Etwas vom alten York und dem alten Blücher. Es ist kaum anzunehmen, dass Karl Mays Titelwahl Ein Stücklein vom alten Dessauer unbeeinflusst und zufällig zustande kam.

Anmerkung

Spinnstube, eine Stube, ein Gemach, welches zum Spinnen bestimmt worden, und worin man gewöhnlich spinnt oder zu spinnen pflegt. Eigentlich versteht man aber darunter die auf dem Lande in mehreren Provinzen Deutschlands eingeführten gesellschaftlichen Versammlungen des Gesindes, auch wohl der Töchter der Bauern etc., um zusammen zu spinnen, sich den Schlaf bei dieser einförmigen Beschäftigung im Beisammenseyn durch Gesang, Erzählungen, Scherzen etc. zu verscheuchen, wie im Hannövrischen, in Sachsen etc. etc. So wird zum Beispiel auf dem Lande in Meissen jedes Dorf in Ansehung des Spinnens in mehrere Gesellschaften vertheilt, deren jede aus vier Familien besteht, welche nach dem Wechsel der Woche zusammen spinnen. Eine jede solcher Gesellschaften heißt nun eine Spinnstube, und mit einem Provinzialworte eine Spinnichte. Man sehe über die Spinnstuben, deren Einrichtung, Nutzen, Schädlichkeit etc. etc. das Nöthige unter Spinnen und Spinnerey (aus: Oeconomische Encyclopädie von Johann Georg Krünitz.

Literatur

  • Doderer, Lexikon der Kinder- u. Jugendliteratur. I, S. 567 ff.
  • Karl-Richard Mades: "W. O. von Horn – der Heimat- und Volksschriftsteller", Argenthal 1998

Weblinks