Gustav Nachtigal

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Gustav Nachtigal (* 23. Februar 1834 in Eichstedt [Altmark] bei Stendal; † 20. April 1885 vor der Küste Westafrikas) war ein deutscher Afrikaforscher.

Leben

Gustav Nachtigal

Zunächst lebte er aus gesundheitlichen Gründen in Algerien, ab 1863 in Tunis. Nachtigal nahm als Feldarzt am Feldzug gegen die aufständischen Stämme des Maghreb teil und wurde anschließend am Hof in Tunis Leibarzt des Beys. Hier lernte er auch Arabisch.

Er lernte bei weiten Reisen in Afrika weitere regionale Sprachen und sammelte wissenschaftliche Daten über die Kulturen der Afrikaner, wodurch er zu einem Vorläufer der modernen ethnographischen Feldforschung wurde. Nachtigal war bei der Interpretation der Forschungsergebnisse bemüht, keine negativen Rückschlüsse auf die Afrikaner zu ziehen, wie dies bei anderen Afrikareisenden seiner Zeit – etwa Henry Morton Stanley – verbreitet der Fall war. Nachtigal war bei seiner Expedition auch Augenzeuge von Sklavenjagden geworden, die er schonungslos beschrieb.

Schließlich erreichte Nachtigal Khartum, die Hauptstadt des von Ägypten besetzten Sudan. Von hier aus reiste er entlang des Nils nach Kairo. 1875 kehrte er schließlich nach Deutschland zurück und schrieb in Berlin die Ergebnisse seiner Reisen nieder. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wurde Vorsitzender der Gesellschaft für Erdkunde und der Afrikanischen Gesellschaft.

1882 wurde er von Reichskanzler Otto von Bismarck zum Generalkonsul in Tunis ernannt. Im Frühjahr 1884 reiste er als kaiserlicher Kommissar an die Küste von Oberguinea und errichtete am 5. Juli die sogenannte deutsche "Schutzherrschaft" über das Gebiet von Togoland (heute Togo bzw. Teilgebiet von Ghana). Am 14. Juli stellte er Kamerun "unter deutschen Schutz".

Bei der Rückreise nach Europa erkrankte er an Tuberkulose und starb am 20. April 1885 an Bord des Kanonenbootes SMS Möwe. Am 21. April wurde er auf Kap Palmas beigesetzt. 1888 wurden seine sterblichen Überreste nach Kamerun überführt, wo ihm beim ehemaligen Gouvernementsgebäude ein Denkmal errichtet wurde.

Sonstiges

In seinem Nachlass, der in der Berliner Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt wird, entdeckte Mounir Fendri zwei Hefte, in denen Johann Gottlieb Krüger, Karl Mays Krüger-Bei, eigenhändig über sein Leben Bericht erstattet. Nachtigal engagierte sich offenbar für ihn und versuchte Kontakte in die deutsche Heimat zu vermitteln.

Werke

  • Sahara und Sudan. Berlin 18791881, 3 Bde. (als Reprints erhältlich).
  • Tibesti. Die Entdeckung der Riesenkrater und die Erstdurchquerung des Sudan, 1868–1874. Hrsg. v. Heinrich Schiffers. Tübingen/Stuttgart 1987.

Literatur

Weblinks