Die "Umm ed Dschamahl": Unterschied zwischen den Versionen

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Die Erstausgabe wurde von A. Hoffmann, [[München]], illustriert, der Abdruck [[1949]] in ''Die Kinderpost'' von [[Emil Hübl]].
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Die Erstausgabe wurde von [[Anton Hoffmann]], [[München]], illustriert, der Abdruck [[1949]] in ''Die Kinderpost'' von [[Emil Hübl]].
  
 
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Aktuelle Version vom 16. Juni 2019, 09:53 Uhr

Handelnde Personen in
Die "Umm ed Dschamahl"

Hadschi Halef Omar
Kara Ben Nemsi
Die 'Umm ed Dschamahl'


Handlungsorte

Bagdad
Kirmanschah

Die "Umm ed Dschamahl". Reiseerzählung von Dr. Karl May ist eine Marienkalendergeschichte Karl Mays.

Textgeschichte

Die Erzählung wurde 1898 im Regensburger Marien-Kalender für das Jahr des Heiles 1899 und in dessen Parallelausgabe Tiroler Marien-Kalender für das Jahr des Heiles 1899 erstmals veröffentlicht.[1]

In Band 2 von Im Reiche des silbernen Löwen verwendet Karl May in Kapitel 6, Ein Rätsel, die Einleitung von Die "Umm ed Dschamahl" in leicht verkürzer Form bis kurz vor die erste Erwähnung der Babis, um dann aber in die Befreiung Marah Durimehs überzuleiten, ohne das Thema Faltensalbe weiter zu verfolgen.

Im Rahmen der Gesammelten Werke fand sich der Text bis zum Zweiten Weltkrieg bearbeitet unter dem Titel Bei den Bachtijaren in Band 48, Das Zauberwasser, und danach als Ein Rätsel in Band 26, Der Löwe der Blutrache, wieder.

Im Jahre 1949 erschien Bei den Bachtijaren in der Zeitschrift Die Kinderpost in der Wiener Verlagsanstalt Böhme & Co.

1979 erschien die Wiedergabe des Erstdrucks in Christus oder Muhammed. Marienkalender-Geschichten, einem Reprint der Karl-May-Gesellschaft.

1996 erschien in der von Siegfried Augustin und Walter Hansen besorgten Karl-May-Ausgabe des Nymphenburger Verlags, in der so genannten Roten Reihe, die Reiseerzählung – bearbeitet – im Sammelband Hadschi Halef Omar und der Frauenräuber von Serdascht.

Im Zuge der Rückbearbeitung einzelner Bände der Gesammelten Werke wurde der Text im Jahr 2000 in Band 48, Das Zauberwasser, zurückverlagert unter dem Titel Bei den Bachtijaren.

2009 veröffentlichte der epubli Verlag den Sammelband Erzählungen Band III. Reiseerzählungen, der die Geschichte im Neusatz beinhaltet.

Inhalt

Bei einem Besuch in Bagdad treffen Halef und der Ich-Erzähler Kara Ben Nemsi auf einen Salbenhändler. Halef fragt ihn nach der berühmten "Umm ed Dschamahl" aus, jene "Mutter der Schönheit", welche eine Antifaltencreme produziert, die ihr mitzubringen Halef von seiner Hanneh gebeten wurde.

Kara Ben Nemsi lässt sich von Halef überreden, nach Kirmanschah zu reiten, wo der Aufenthalt jener Dame bzw. ihres Tir (= Stammesabteilung) "Idiz" ("Spitzbuben") der Bachtijaren-Kurden beim Apotheker Mirza Taras zu erfragen sei.

Auf den Spuren Alexanders des Großen führt der Weg ins Zagrosgebirge bis kurz vor Kerind, dem Hauptort der Ali-Ilahi's, die angeblich

dem Kalifen Ali göttliche Ehren erweisen und den Teufel nicht nur anbeten, sondern ihn sogar für den Schöpfer des Weltalls halten. Die Luren und Bachtijaren, zu denen sie meist gehören, sollen räuberische, gewaltthätige Menschen sein; ...

Die beiden waren gewarnt worden, es sollten vor kurzem einige Fälle von Babi-Empörung vorgekommen seien:

Der Stifter dieser Sekte war der Hadschi Ali Muhammed aus Schiras; er behauptete, seine Lehre sei der Eingang zur wahren Glückseligkeit und wurde darum Bab (Das Thor) genannt; daher der Name Babi. Da die neue Lehre als eine Vollendung des Kuran bezeichnet wurde und »Bab« behauptete, er stehe höher als Muhammed, ging die persische Regierung auf Anstiften der islamitischen Geistlichkeit gegen die Sektierer vor, deren Hauptschar nach langem Widerstande besiegt und dann grausam hingerichtet wurde. Die von diesem Schlage nicht Getroffenen sammelten neue Anhänger und predigten Rache. Es wurde ein Attentat auf den Schah Naßr ed Din versucht, welches aber nicht gelang. Die Schuldigen erlitten unmenschliche Strafen, und jeder, der sich zum Babismus bekannt hatte, mußte entweder flüchten oder seinen Glauben abschwören. Die Regierung glaubte, der Sekte damit den Todesstoß versetzt zu haben; aber das Feuer glimmte heimlich fort. Man wußte, daß es sich in der Verborgenheit immer weiter ausdehnte und bald hier, bald da in einzelnen Funken zu Tage kam. Über ganz Persien verbreitete sich die Ansicht, daß der Schah gewiß nicht eines natürlichen Todes, sondern von der Hand eines Babi sterben werde. Einige von den erwähnten Funken waren es, von denen man uns in Chanekihn und Serpuhl erzählt hatte. Wir achteten nicht darauf; denn, wie gesagt, wir hatten mit dem Rachedurst der Babisten nichts zu thun und fürchteten sie ebensowenig wie wir uns vor den Bachtijaren und Ali-Ilahi's ängstigten.

Doch Kara Ben Nemsi und Halef erreichen Kerind nicht mehr, sie werden von einer Abteilung der Idiz überfallen, die "nur" ihre Waffen, Pferde und ein hohes Lösegeld haben wollen und sie weiter in die Wildnis der Berge entführen:

Die Gegend, durch welche wir kamen, war bewaldet und reich an Bächen und Quellen, was man leider nicht mehr von jedem Teile des einst so wohlbewässerten persischen Reiches sagen kann. Dann kamen wir auf eine baumlose Hochebene, über welche ein empfindlich kalter Luftzug strich. Im Osten stieg der lange Para Kuh und hinter ihm der hohe Elwend empor, der erstere nur teilweise, der letztere aber ganz weiß mit Schnee bedeckt.

Wieder unten in einem der Täler werden sie in ein Nomaden-Zelt- und Hüttendorf gebracht, um ihr weiteres Schicksal aus dem Mund der Nezaneh zu erfahren. Mit dieser entspann sich sofort einer der für Karl Mays Werk so typischen Religionsdispute. Als sie glaubt, belogen zu werden, da Kara Ben Nemsi von Feindesliebe spricht und nachdem Halef sie zutiefst beleidigt, weil sie, die selbst die gesuchte Umm ed Dschamahl ist, ihm als einem Feind ihrer Freunde die Salbe nicht verkaufen will, lässt sie die beiden allein. Ohne Brot und Wasser verbringen sie die Nacht und werden erst am nächsten Mittag wieder zur Nezaneh geführt, nachdem am Morgen 20 Pferde des Dorfes und die beiden Hengste Karas und Halefs, Assil Ben Rih und Barkh, vom Militär konfisziert worden waren.

Kara Ben Nemsi und Halef gelingt kurz darauf die Flucht und sie reiten weiter nach Kirmanschah, wohin von Truppen des Schahs ihre Pferde, aber auch den Sohn Kelat und den Enkel Scherga der Umm ed Dschamahl entführt wurden.

In Kirmanschah gelingt es Kara Ben Nemsi mit Hilfe eines Firman, Schutzbriefs des Schah, vom Särtix einen schriftlichen Befehl zu erhalten, dass ihm sowohl die beiden Männer als auch die Rappen auszuliefern sind. Er und Halef eilen dem Trupp, der nach Teheran unterwegs ist, nach. Sie erhalten problemlos ihre Rappen, die beiden Gefangenen und auch die entführten Pferde der Idiz und kehren mit allen zu dem Dorf zurück.

Die Umm ed Dschamahl, auf die die Gespräche mit Kara Ben Nemsi einen großen Eindruck gemacht hatten, ist gerade im Gebet, als ihre Verwandten zurückkehren. Die Freude ist groß.

Illustrationen

Die Erstausgabe wurde von Anton Hoffmann, München, illustriert, der Abdruck 1949 in Die Kinderpost von Emil Hübl.

Anmerkungen

  1. Plaul/Klußmeier, S. 230, Nr. 304/304P.

Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie auch im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie online auf den Seiten der KMG.

Weblinks