Am Tode: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Karl May]]s Reiseerzählung '''''Am Tode''''' erschien vom [[15. Februar]] bis [[30. April]] [[1902]] im [[Koblenz]]er ''[[Rhein- und Moselbote|Rhein- und Moselboten]]''. Später wurde sie als zweites und erste Hälfte des dritten Kapitels Bestandteil von ''[[Im Reiche des silbernen Löwen III]]''.
 
[[Karl May]]s Reiseerzählung '''''Am Tode''''' erschien vom [[15. Februar]] bis [[30. April]] [[1902]] im [[Koblenz]]er ''[[Rhein- und Moselbote|Rhein- und Moselboten]]''. Später wurde sie als zweites und erste Hälfte des dritten Kapitels Bestandteil von ''[[Im Reiche des silbernen Löwen III]]''.
  
 
Dort ist der [[Ich-Erzähler]] als [[Kara Ben Nemsi]] mit [[Hadschi Halef Omar]] auf dem Weg von [[Basra]] ins Innere von [[Persien]], Richtung [[Schiras]],<ref>''Wir waren von Basra über Muhammera und Doraq an den um diese Zeit ziemlich wasserreichen Dscherrahi gekommen und hatten uns von ihm in die Berge des südlichen Luristan führen lassen.'' (Karl May: ''Im Reiche des silbernen Löwen.'' Band 28 der Gesammelten Reiseerzählungen. [[Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld]] [[Freiburg i. Br.|Freiburg]] 1902, S.&nbsp;69. [[http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/reise/loewe_34/loewe_3/kptl_2.htm Onlinefassung]])</ref> als Halef mehrfach nach "dem Sterben" fragt. Es entspinnt sich parallel zu den Reiseerlebnissen – Überfall, Verlust und Wiederbeschaffung von [[Pferde]]n und Ausrüstung, wechselnde Allianzen gegen die und mit den [[Dschamikun]]<ref>Siehe ''[[Im Reiche des silbernen Löwen III (GR28)#Inhalt|Im Reiche des silbernen Löwen]]''.</ref> – ein Diskurs über das Sterben, wobei Halef sein "Alter Ego" entdeckt,<ref>Karl May: ''Im Reiche des silbernen Löwen'', S.&nbsp;109 f.</ref> das er kurz darauf als den bei Paulus erwähnten "alten Adam" identifiziert. Wie begründet der Diskurs ist, zeigt sich, als Kara Ben Nemsi bei Halef Fleckfieber – er spricht von Typhus – diagnostiziert und dann selbst daran erkrankt. Im "Tal des Sackes" gelingt es den beiden Protagonisten, sich mit einem kühnen Sprung, der sie ihre letzten Kräfte kostet, über einen Abgrund (ein tief eingefressenes Flussbett) zu den Dschamikun zu retten.  
 
Dort ist der [[Ich-Erzähler]] als [[Kara Ben Nemsi]] mit [[Hadschi Halef Omar]] auf dem Weg von [[Basra]] ins Innere von [[Persien]], Richtung [[Schiras]],<ref>''Wir waren von Basra über Muhammera und Doraq an den um diese Zeit ziemlich wasserreichen Dscherrahi gekommen und hatten uns von ihm in die Berge des südlichen Luristan führen lassen.'' (Karl May: ''Im Reiche des silbernen Löwen.'' Band 28 der Gesammelten Reiseerzählungen. [[Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld]] [[Freiburg i. Br.|Freiburg]] 1902, S.&nbsp;69. [[http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/reise/loewe_34/loewe_3/kptl_2.htm Onlinefassung]])</ref> als Halef mehrfach nach "dem Sterben" fragt. Es entspinnt sich parallel zu den Reiseerlebnissen – Überfall, Verlust und Wiederbeschaffung von [[Pferde]]n und Ausrüstung, wechselnde Allianzen gegen die und mit den [[Dschamikun]]<ref>Siehe ''[[Im Reiche des silbernen Löwen III (GR28)#Inhalt|Im Reiche des silbernen Löwen]]''.</ref> – ein Diskurs über das Sterben, wobei Halef sein "Alter Ego" entdeckt,<ref>Karl May: ''Im Reiche des silbernen Löwen'', S.&nbsp;109 f.</ref> das er kurz darauf als den bei Paulus erwähnten "alten Adam" identifiziert. Wie begründet der Diskurs ist, zeigt sich, als Kara Ben Nemsi bei Halef Fleckfieber – er spricht von Typhus – diagnostiziert und dann selbst daran erkrankt. Im "Tal des Sackes" gelingt es den beiden Protagonisten, sich mit einem kühnen Sprung, der sie ihre letzten Kräfte kostet, über einen Abgrund (ein tief eingefressenes Flussbett) zu den Dschamikun zu retten.  
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Halef bricht gleich danach zusammen, Kara Ben Nemsi kann noch den Peder begrüßen und – gestützt auf ihn – ein Stück des Weges gehen, ehe auch ihn die Kräfte und das Bewußtsein verlassen. Erst bei den Dschamikum kommt er kurz zu sich, erkennt Schakara, die Urenkelin Marah Durimehs, die er einst gerettet hatte und die ihn nun pflegt. Er hat auch vorher die Gebete des Usta gehört und hört ihn nun zu Schakara sprechen – und er hört Halef, der sich mit aller Kraft gegen den Tod wehrt: ''"[...] Mich kennt man überall; einen Tod aber giebt es nicht! Darum ist das, was ihr sagt, ganz unmöglich. Ich befinde mich nicht am Tode --- am Tode --- nicht, nicht --- am ----- Tode!« ------------------------"''<ref>Karl May: ''Im Reiche des silbernen Löwen'', S.&nbsp;265.</ref>
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Doch Kara Ben Nemsi kann nicht mehr reagieren, er sinkt zurück in die Bewußtlosigkeit: ''"[...] und wie in unendlicher Ferne hörte ich die Worte verklingen: »Am Tode --- am Tode ---!« ---"''<ref>Karl May: ''Im Reiche des silbernen Löwen'', S.&nbsp;266.</ref>
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Damit endet die Erzählung im Rhein- und Moselboten, der Leser erfährt also nicht, ob und gegebenenfalls wer überlebt. Daß der Ich-Erzähler sich nicht selbst sterben läßt, das vermag der Leser sich wohl noch vorzustellen, über das Schicksal Halefs aber bleibt er bis zum Erscheinen des Buches völlig im Ungewissen. Klar ist nur, daß Halef auch in der Einschätzung des Todes den Glauben seines Freundes und Vorbildes weitestgehend übernommen hat.
  
 
== Anmerkungen ==
 
== Anmerkungen ==

Version vom 6. Mai 2013, 21:36 Uhr

Handelnde Personen in
Am Tode

Bill
Hadschi Halef Omar
Kara Ben Nemsi
Sir David Lindsay
Marah Durimeh (nur erwähnt)
Pedehr
Schakara
Ustad


Handlungsorte

Basra
Schiras
Tal der Dschamikun

Karl Mays Reiseerzählung Am Tode erschien vom 15. Februar bis 30. April 1902 im Koblenzer Rhein- und Moselboten. Später wurde sie als zweites und erste Hälfte des dritten Kapitels Bestandteil von Im Reiche des silbernen Löwen III.

Dort ist der Ich-Erzähler als Kara Ben Nemsi mit Hadschi Halef Omar auf dem Weg von Basra ins Innere von Persien, Richtung Schiras,[1] als Halef mehrfach nach "dem Sterben" fragt. Es entspinnt sich parallel zu den Reiseerlebnissen – Überfall, Verlust und Wiederbeschaffung von Pferden und Ausrüstung, wechselnde Allianzen gegen die und mit den Dschamikun[2] – ein Diskurs über das Sterben, wobei Halef sein "Alter Ego" entdeckt,[3] das er kurz darauf als den bei Paulus erwähnten "alten Adam" identifiziert. Wie begründet der Diskurs ist, zeigt sich, als Kara Ben Nemsi bei Halef Fleckfieber – er spricht von Typhus – diagnostiziert und dann selbst daran erkrankt. Im "Tal des Sackes" gelingt es den beiden Protagonisten, sich mit einem kühnen Sprung, der sie ihre letzten Kräfte kostet, über einen Abgrund (ein tief eingefressenes Flussbett) zu den Dschamikun zu retten.


Halef bricht gleich danach zusammen, Kara Ben Nemsi kann noch den Peder begrüßen und – gestützt auf ihn – ein Stück des Weges gehen, ehe auch ihn die Kräfte und das Bewußtsein verlassen. Erst bei den Dschamikum kommt er kurz zu sich, erkennt Schakara, die Urenkelin Marah Durimehs, die er einst gerettet hatte und die ihn nun pflegt. Er hat auch vorher die Gebete des Usta gehört und hört ihn nun zu Schakara sprechen – und er hört Halef, der sich mit aller Kraft gegen den Tod wehrt: "[...] Mich kennt man überall; einen Tod aber giebt es nicht! Darum ist das, was ihr sagt, ganz unmöglich. Ich befinde mich nicht am Tode --- am Tode --- nicht, nicht --- am ----- Tode!« ------------------------"[4]

Doch Kara Ben Nemsi kann nicht mehr reagieren, er sinkt zurück in die Bewußtlosigkeit: "[...] und wie in unendlicher Ferne hörte ich die Worte verklingen: »Am Tode --- am Tode ---!« ---"[5]

Damit endet die Erzählung im Rhein- und Moselboten, der Leser erfährt also nicht, ob und gegebenenfalls wer überlebt. Daß der Ich-Erzähler sich nicht selbst sterben läßt, das vermag der Leser sich wohl noch vorzustellen, über das Schicksal Halefs aber bleibt er bis zum Erscheinen des Buches völlig im Ungewissen. Klar ist nur, daß Halef auch in der Einschätzung des Todes den Glauben seines Freundes und Vorbildes weitestgehend übernommen hat.

Anmerkungen

  1. Wir waren von Basra über Muhammera und Doraq an den um diese Zeit ziemlich wasserreichen Dscherrahi gekommen und hatten uns von ihm in die Berge des südlichen Luristan führen lassen. (Karl May: Im Reiche des silbernen Löwen. Band 28 der Gesammelten Reiseerzählungen. Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld Freiburg 1902, S. 69. [Onlinefassung])
  2. Siehe Im Reiche des silbernen Löwen.
  3. Karl May: Im Reiche des silbernen Löwen, S. 109 f.
  4. Karl May: Im Reiche des silbernen Löwen, S. 265.
  5. Karl May: Im Reiche des silbernen Löwen, S. 266.