Wiltrud von Bayern

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Die Prinzessinnen Helmtrud, Gundelinde und Wiltrud von Bayern (von links)

Prinzessin Wiltrud Marie Alix von Bayern (* 10. November 1884 in München, † 28. März 1975 in Oberstdorf) war eine begeisterte Leserin von Karl Mays Werken, die mit ihm korrespondierte und auch mit ihm zusammentraf.

Leben

Wiltrud war die Tochter Prinz Ludwigs von Bayern (* 1845; † 1921), der von 1913 bis 1918 als König Ludwig III. Bayern regierte, und Marie Therese geb. von Österreich-Este (* 1849; † 1919). Wiltrud von Bayern heiratete am 26. November 1924 Herzog Wilhelm II. von Urach (* 1864; † 1928). Die Ehe blieb kinderlos.

Wiltrud von Bayern und Karl May

Am 27. Februar 1897 schrieb der Kämmerer und Adjutant Ludwigs von Bayern, Hauptmann Freiherr Hans von Laßberg, im Auftrag Wiltruds und ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Helmtrud einen Fragebrief an Karl May, den dieser zunächst nicht beantwortete.[1] Am 23. März wiederholte Hans von Laßberg die Fragen auf einer "Antwortkarte",[2] worauf May erst am 15. April reagierte.[3]

Im Februar 1898 beantwortet Karl May einen weiteren Fragebogen, den von Laßberg im Auftrag der Prinzessinnen geschickt hatte, kurz und kündigt seinen Besuch im Münchener Hotel Trefler für Anfang März an.[4] Als May Ende März tatsächlich in München ankommt, wurde er, ohne zu erkennen, dass dies auf Wiltruds Wunsch hin geschah, für den 26. März ins Wittelsbacher Palais eingeladen. Dort lernt er u. a. die eigentlichen Absenderinnen der Fragen persönlich kennen.[5]

Ab 1902 entwickelte sich weiterer Briefwechsel.[6]

Am 10. Dezember 1909 kam es zu einem zweiten Treffen.

Um 4 Uhr kamen die Mays zu uns, so einfach, so gemütlich, daß beiderseits die Scheu schwand und man redete ohne Steifheit – so eben, wie wenn gute Menschen gut mitsammen sein wollen. Wir zeigten unsere Eidechsen, Pflanzen und indianischen Bücher, was letztere ihn natürlich interessierte. "Endlich einmal jemand der mich versteht" entfuhr es mir vor Freude "ich studiere die Sprachen, um den Indianer besser zu verstehen". "Ganz richtig (übersetzt)" meinte er über meine Versuche, das Siux [!] Gebetbuch zu entziffern. [...] Was mich interessierte, war, daß er neben seinem Schreiben ununterbrochen Geschichts-, Sprachwerke und morgenländische Literatur, den Landescharakter studiert, bis spät in die Nacht hinein; im Krumir z. B. steckt in den ersten 4 Seiten eine Unmenge wissenschaftlicher Arbeit.[7]

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 15 f.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 19.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 25 f.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 109 f.
  5. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 131 f.
  6. Nach Ulrich Schmid sind die Briefe der Prinzessin an Karl und Klara May und ihre Tagebucheintragungen bisher noch unpubliziert; ihre zahlreichen, regelmäßig geführten Tagebücher befinden sich im Geheimen Hausarchiv München.
  7. Tagebuch der Prinzessin. Zitiert nach Ulrich Schmid: Kupferstecher, Kuhhirt, Seelenführer, S. 43.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.