Vlissingen

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Stadtwappen

Vlissingen, als frühere englische Garnisonsstadt auch Flushing, ist eine Hafenstadt in den Niederlanden an der Mündung der Westerschelde an der Südküste der Halbinsel Walcheren in der Provinz Zeeland.

Allgemeines

Vlissingen ist ein wichtiger Ort für die Schifffahrt als Standort für Lotsen, die Schiffe durch die engen Fahrrinnen der Westerschelde zu den Seehäfen von Terneuzen und Antwerpen leiten. Hier mündet der Kanaal door Walcheren in die Westerschelde. Auch die Königliche Marine-Werft hat hier ihren Standort, genauso wie eine große Fischereiflotte. In letzten Jahrzehnten stetig gewachsen ist auch die Bedeutung des Tourismus für Vlissingen.

Vlissingen 1649

Vlissingen bekam 1315 Stadtrechte. Das östlich der Stadt gelegene Fort Rammekens wurde 1547 erbaut, um Schiffe der Vereinigten Ostindien-Kompanie zu schützen. Der Wohlstand der Stadt beruhte auf Heringshandel und Salzgewinnung, aber auch Kaperfahrten und Sklavenhandel. 1573 gelang es einer niederländischen Flotte im Rahmen des niederländischen Unabhängigkeitskrieges in der Schlacht bei Vlissingen, ein Kanonenbombardement der Stadt durch die spanische Armada zu verhindern. Die Stadt ist auch der Geburtsort des Admirals Michiel de Ruyter (* 1607; † 1676), der einen Teil der englischen Flotte 1667 bei einem Überraschungsangriff in ihrem Hafen Medway an der Themsemündung vernichtete. Im 19. Jahrhundert war Vlissingen ein bedeutender Kriegshafen.

Vlissingen hatte im Zweiten Weltkrieg durch seine Lage am Seefahrtsweg nach Antwerpen strategisch besondere Bedeutung und stand so 1944 im Zentrum der Schlacht an der Scheldemündung. Am 1. November 1944 gelang frühmorgens die Landung alliierter Truppen bei Vlissingen, was das Ende der deutschen Besatzung von Walcheren bedeutete.

bei Karl May

Auf der Rückfahrt von ihrer Amerikareise 1908 kommen Klara und Karl May entgegen früheren Vermutungen direkt nach Bremerhaven zurück und reisen von dort nach Radebeul. Erst nach dreiwöchigem Aufenthalt in der Heimat fahren sie am Samstag, dem 28. November mit der Bahn über Köln nach Vlissingen, wo sie am Morgen des 29. Novembers eintreffen. Als Beleg dient eine Tischserviette mit der Aufschrift:

Stoomvaart-Maatschappij "Zeeland" / Koninklijke Nederlandsche Postvaart. / Vlissingen-Queenboro.

Von dort fahren sie mit dem Dampfboot in sieben Stunden nach Queenborough, etwas südlich von Medway an der Themsemündung, von wo sie nach London weiterreisen.[1]

Anmerkungen

  1. Lothar und Bernhard Schmid (Hrsg.): In fernen Zonen – Karl Mays Weltreisen. Gesammelte Werke Bd. 82, Karl-May-Verlag, BambergRadebeul 1999, ISBN 3-7802-0082-1, S. 400 f.

Weblinks