Vinzenz Eichler

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dr. med. Vinzenz Eichler (* ?; † 1923) aus Komotau war Arzt und ein Leser, der mit Karl May in Kontakt getreten war.

Eichler war verheiratet und hatte zwei Söhne namens Oskar und Alfred Eichler.

Vinzenz Eichler und Karl May

Vinzenz Eichler und seine Frau besuchten Karl und Emma May am 30. April 1897 in dessen Villa "Shatterhand" in Radebeul.[1] In einem zwei Tage später geschriebenen Brief dankte er May für die liebenswürdige Aufnahme sowie für viele schöne Stunden und vereinbarte ein baldiges Treffen in Komotau. Außerdem legte er zur Erinnerung an einen der schönsten Tage meines Lebens ein Gedicht mit 20 Strophen (Haus "Shatterhand") bei:

Schau ich im Geiste diese Haus,
Dann denk ich zweier Wesen,
Die dorten gehen ein und aus,
Die gar so lieb gewesen.

Karl May hatte erklärt, die Patenschaft für Alfred, den jüngeren Sohn Eichlers, zu übernehmen.[2]

Auf Karl und Emma Mays Rundreise 1897 kam es zu dem erwähnten Gegenbesuch. Sie weilten am 13. Juli bei der Familie Eichler in Komotau, Langegasse 23 (heute: Palackého ulice).[3]

Vinzenz Eichlers Söhne Oskar und Alfred

Im Dezember 1898 sandte Vinzenz Eichler – vermutlich als Weihnachtsgruß – ein Atelierfoto seiner Söhne an Karl May.[4] Die Rückseite hatte er beschriftet mit

Komotau – Weihnacht 1898.

Mays zweite Frau Klara versah später die Vorderseite des Bildes im Leseralbum mit der Aufschrift

Dr. Eichlers Söhne
Komotau[5]

Der letzte bekannte Kontakt Vinzenz Eichlers zu Karl May datiert auf den 27. Oktober 1902. Eichler hatte in Komotau eine Zeitungsnotiz gelesen, in der es hieß, May wolle nach Amerika auswandern, und schrieb in einem Brief dieses Datums, die Nachricht habe ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Vinzenz Eichler kündigte an, Karl May vor dessen Auswanderung noch einmal in Radebeul aufzusuchen.[6]

Karl May wanderte nicht aus. Ob es trotzdem zu einem weiteren Besuch Vinzenz Eichlers bei ihm kam, ist nicht bekannt.

Anmerkungen

  1. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 27.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 27, 28.
  3. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 70.
  4. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik II, S. 189.
  5. Leseralbum, S. 920.
  6. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 137.

Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.