Verlag Robert Bardtenschlager

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Der Verlag Robert Bardtenschlager wurde 1852 von Robert Bardtenschlager (* 1822; † 1896) in Reutlingen gegründet.

Am 26. April 1887 wurde der Verlag Franz Neugebauer vom Vorbesitzer Carl Schrag gekauft. Der Vertrag beinhaltete auch die Rechte an den Karl-May-Texten.[1] Karl May erfuhr nicht von dem Besitzerwechsel.

Ab 1889 erschienen im Verlag Robert Bardtenschlager Im fernen Westen unter dem Titel Jenseits der Felsengebirge und Der Waldläufer in neuer Ausstattung (u. a. auch illustriert) und mehreren Auflagen. Karl May, der der Ansicht war, die Rechte an den Werken wären an ihn zurückgefallen, gestattete nachträglich die Neuauflage, forderte aber ein absatzabhängiges Honorar und setzte eine Frist bis 31. Dezember 1892. Das Ansinnen lehnte Robert Bardtenschlager ab.[2] Dafür reist sein Prokurist Oskar Richter Anfang 1893 persönlich zu Karl May, um einen Vertrag auszuhandeln. Nach diesem bekam May eine einmalige Abfindungssumme in Höhe von 250 Mark für die bereits erschienenen Neuauflagen und erhielt das Verlagsrecht zurück.

1895 wollte Robert Bardtenschlager beide Bände (zu Mays Bedingungen) gern neu herausgeben. May lehnte aber ab.[3] Das beeindruckte Bardtenschlager aber offenbar wenig, denn er gab die Bände ohne Vertrag und Erlaubnis wieder heraus. May entdeckte das vermutlich erst 1901.

Die Karl-May-Bände erschienen noch viele Jahre (letzte Auflage des Felsengebirges 1926 und des Waldläufers 1953).

Sonstiges

Daneben erschienen zwischen 1890 und 1892 auch eine Reihe von Abenteuerheften, die als Autor Carl May oder Ed. May nannten (es sind bisher elf Hefte zu je 64 Seiten bekannt). Karl May reagierte ziemlich erbost.

Anmerkungen

  1. Karl-May-Chronik I, S. 372 f.
  2. Karl-May-Chronik I, S. 445 f.
  3. Karl-May-Chronik I, S. 504.

Literatur