Verlag Alfred Mâme et Fils

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La Caravane de la Mort

Verlag Alfred Mâme et Fils war ein französischer katholischer Verlag in Tours, in dem ab 1884 Teile des Orientzyklus in der Übersetzung von Marie-Juliette Charoy und andere Karl-May-Texte in Buchform erschienen.

Verleger[Bearbeiten]

Alfred Henri Amand Mâme (* 17. August 1811; † 12. April 1893) übernahm 1845 das Unternehmen. Er veröffentlichte bevorzugt (aber nicht ausschließlich) katholische Werke, die er aufwändig ausstatten ließ.

1877 kandidierte er erfolglos für die Konservativen für die Abgeordnetenkammer.

Nach seinem Tod führte sein Sohn Paul Mâme (* 1833; † 1903) das Unternehmen bis 1900.

Verlag[Bearbeiten]

Im Unterschied zu traditionellen Verlagen führte Alfred Mâme eine Komplettproduktion inklusive Druck, Binden und Auslieferung ein. Zum Unternehmen gehörte konsequenterweise auch eine Papierfabrik. Er beschäftigte teilweise bis zu 1.200 Mitarbeiter. Für seine Arbeiter und deren Familien schuf er Pensionsfonds, Betriebsschulen und Gewinnbeteiligungen.

Bekannt wurde der Verlag für die sogenannten Französischen Bonbonnierebände. Dabei handelt es sich um Verlagseinbände, die zwischen 1835 und 1884 in Tours entstanden. Zu der einfachen und billigen Technik – der Buchblock wird auf nur zwei Bünde geheftet – gesellt sich eine repräsentative Aufmachung: Die Deckel aus dünner Pappe wurden mit farbigem und geprägtem Papier überzogen, teilweise auch handkoloriert. Die bunten Einbände gleichen damit Bonbonnieren, Pralinenschachteln. Es sind Bücher für die Jugend: instruktiv, religiös, schön und dazu preiswert, erfüllten sie wichtige Voraussetzungen für guten Absatz, besonders als Geschenke.

Autoren[Bearbeiten]

Berühmt wurde der Verlag u. a. für die von Gustave Doré illustrierte Bibel.

Weblinks[Bearbeiten]