Vampir

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Ein Vampir, veraltet auch Vampyr geschrieben, ist im Volksglauben und der Mythologie eine blutsaugende Nachtgestalt. Dabei handelt es sich meist um einen wiederbelebten menschlichen Leichnam, der sich von menschlichem oder tierischem Blut ernährt und – je nach Kultur und Mythos – mit verschiedenen übernatürlichen Kräften ausgestattet ist.

Vampire bei Karl May

Der Vampir ist ein bisher unbekannter Text, den May 1882 seiner französischen Übersetzerin Marie-Juliette Charoy schickt.

In Der letzte Ritt (eingearbeitet in In den Schluchten des Balkan) klärt Kara Ben Nemsi rätselhafte Vorgänge um einen angeblichen Vampir.

"[...] Nun ist sie ein Vampyr und holt ihn zu sich, wenn man nicht das Mittel des Popen in Anwendung bringt."
"Welches Mittel ist es?"
"Man muß ihr Grab öffnen und ihr einen spitzen, geweihten Pfahl, welcher mit dem Fett eines acht Tage vor Weihnacht geschlachteten Schweines bestrichen ist, in das Herz stoßen."
"Schrecklich, schrecklich! Auch daran glaubst du, daß das Mittel hilft?"
"Ja. Aber ich gebe die Erlaubnis nicht dazu. Der Pope mag kommen und bei dem Kranken wachen; dann kann ihr Gespenst nicht zu ihm. Geschieht dies zwölf Nächte lang, so kommt sie nicht wieder und ist erlöst. Wird sie aber im Grabe gespießt, so fällt sie dem Teufel anheim. Es soll entsetzlich sein, wie so ein Vampyr schreit und gute Worte gibt, wenn er gespießt werden soll. Das geschieht stets um Mitternacht. Der Leib des Vampyrs verwest nämlich nicht. Er liegt im Grabe so warm und rot, als ob er am Leben sei. [...]"
[...]
Ich hatte von diesem Vampyr-Aberglauben viel gehört und viel gelesen. Jetzt galt es günstigen Falls eine Tat, so einem gespensterhaften Blutsauger hinter die Flughäute zu schauen und die beiden braven Wirtsleute von ihrer Angst und ihrem Kummer zu heilen. Es lag ja jedenfalls eine Täuschung vor.[1]

Anmerkungen

  1. Karl May: In den Schluchten des Balkan. In: Karl Mays Werke, S. 44466 f. und 44471 (vgl. KMW-IV.4, S. 354 f. und 358).

Literatur

Weblinks