Ustad-Film Dr. Droop & Co.

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Die Ustad-Film Dr. Droop & Co war eine Filmgesellschaft, die 1920/21 drei Stummfilme nach Texten Karl Mays produzierte.

Hintergrund

Produzentin Marie Luise Droop kannte Karl May noch persönlich. Sie leitete mit ihrem Mann Dr. Adolf Droop nach Mays Tod von 1913 bis 1915 die Karl-May-Vereinigung.

Es gelang ihr, die Witwe von Karl May, Klara May, für eine Verfilmung zu begeistern und sie gründete im März 1920 zu diesem Zweck die "USTAD-FILM" (Ustad ist eine Figur aus dem Karl-May-Roman Im Reiche des silbernen Löwen und eine Selbstspiegelung des Autors).

Marie Luise Droop beabsichtigte, in jedem Geschäftsjahr fünf Karl-May-Stummfilme zu drehen. Leider war die Finanzierung des Projekts wohl nicht ganz geglückt, so dass nach den ersten drei Filmen das Unternehmen bereits wieder eingestellt wurde. Zwei weitere Filme, "Vom Stamme der Verfluchten" und "Old Shatterhand", waren zwar geplant, wurden aber nie gedreht.

Im Sommer 1921 meldet das Unternehmen Konkurs an.

Die Gesellschaft

Am 30. März 1920 wurde vor dem Notar und Justizrat Jacques Wilmersdorfer im Berliner Kammergericht eine neue Filmfirma eingetragen. Erschienen waren - im Namen von 15 Kommanditisten - Dr. Adolf Droop und seine Frau Lu, der türkische Regisseur Ertugrul Moussin-Bey, der Kaufmann Fritz Knevels und der Verlagsdirektor Dr. Euchar Albrecht Schmid aus Radebeul, Leiter des Karl-May-Verlags. Der Name der Firma: Ustad-Film, Dr. Droop & Co. Weitere Kommandantisten waren u.a. Klara May, der Karl-May-Verlag, Friedrich Eduard Bilz, Carl Lindeberg und Sascha Schneider).

Die Geschäftsräume der neuen Gesellschaft befanden sich in der Friedrichstraße 233, nahe dem Belle-Alliance-Platz. Zu den weiteren Mitarbeitern gehörten der Kaufmann Richard Draehmert und als sogenannte künstlerische Beiräte der Maler und Bildhauer Professor Sascha Schneider. Er war vermutlich verantwortlich für den Entwurf des markigen Firmensignets, ein spitzer Keil in der Faust eines muskulösen und waagerecht ausgestreckten Arms. Hinzu kamen Geheimrat Max Lehrs 1855-1938), Direktor des Dresdner Kupferstichkabinetts, und Professor Wilhelm Kreis, Präsident der Kunstakademie in Düsseldorf.

Im Besitz der Gesellschaft war das alleinige Verfilmungsrecht an den Werken Karl Mays.

Rechtsstreitigkeiten

Die William Kahn Film-Gesellschaft hatte bereits vor Gründung der Ustad Filme nach Mays Vorlagen angekündigt (u.a. "Eisenhand") und sah sich nun in einen Prozess mit der Ustad verwickelt, die das alleinige Verfilmungsrecht beanspruchte und sich dabei auf einen Vertrag mit dem Karl-May-Verlag berief. Der Streit, der in der Fachpresse in meist nur kurzen Notierungen dokumentiert ist, zog sich durch das erste Halbjahr 1920. Am 10. März 1920 fand der erste Termin vor dem Berliner Landgericht statt. Der Vorwurf an die Kahn GmbH lautete "Verletzung des Urheberrechts, Verletzung der Namens- und Firmenrechte des Karl-May-Verlags und Verstoß gegen das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb." Die gegnerische Partei reklamierte dagegen, "daß sie niemals die Verfilmung der Romane Karl Mays angekündigt hat, (...), sondern nur eine freie Bearbeitung der Motive von Karl Mayschen Romanen"[1], eine Argumentation, der letztlich auch das Gericht folgte, obwohl sich auch der Verband deutscher Filmautoren, der Verband deutscher Bühnenautoren und Bühnenkomponisten und der Schutzverband deutscher Schriftsteller auf die Seite der Kläger gestellt hatten. In der zweiten Instanz erhielt der Karl-May-Verlag Recht und das Projekt "Eisenhand" wurde nicht verwirklicht.[2]

Programm

Geplant wurden laut damals veröffentlichtem Produktionsprogramm fünf "Karl-May-Großfilme" mit den Titeln:

und weitere drei may-fremde Verfilmungen.

Ferner werden folgende Reiseromane für den Film vorbereitet: Durch die Wüste / In den Schluchten des Balkan / Winnetou / Old Surehand / Im Lande des Mahdi / Satan und Ischariot / Der Schatz im Silbersee / Das Vermächtnis des Inka." [3]

Ergebnisse

Folgende drei Filme wurden tatsächlich gedreht und aufgeführt:

Diese Filme sind bis heute verschollen, es wurde nie eine Kopie gefunden.

Anmerkungen

  1. Die "Karl May"-Filme. In: Film-Kurier, Nr. 52, 2.3.1920.
  2. Jörg-M. Bönisch: "Die Spinnen" - Der erste Film frei nach Karl May? In: Leipziger Karl-May-Nachrichten Ausgabe 2
  3. Karl May im Film. In: Film-Kurier, Nr. 65, 30.3.1920.

Literatur

Weblinks