Upsarokas

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Stammesgebiet der Absarokee einst und heute
Absarokee um 1880

Die Absarokee (Kinder des langschnabeligen Vogels, Krähen-Indianer, Crow oder Absaroka) – bei Karl May Upsarokas – sind ein Indianerstamm im US-Bundesstaat Montana. Der Name "Ap-sa-ru-ke" oder auch "Ap-sa-ro-ke" bezeichnete ursprünglich in ihrer Sprache einen krähenähnlichen Vogel, der längst ausgestorben war, als sie das erste Mal mit weißen Pelztierjägern in Berührung kamen. Offiziell nennt sich der Stamm der Absarokee heute Crow Nation.

Allgemeines

Kulturell sind die Absarokee den Plains zuzurechnen. Der Bison war die wichtigste Nahrungsquelle für die Absarokee. Die Absarokee kannten wie die meisten Indianerstämme eine klare Arbeitsteilung: Die Männer waren für das Erlegen der Tiere zuständig, die Frauen für die Verarbeitung des Fleisches, das Trocknen und Zubereiten von Pemmikan. Zusätzlich sammelten die Frauen Beeren und gruben nach essbaren Wurzeln. Zur Jagd verwendeten sie Pfeil und Bogen. Nach der Einführung des Pferdes entwickelten sich die Absarokee zu ausgezeichneten Reitern. Rasch schufen sie neue Kulturgüter wie Sattel und Zaumzeug. Die nomadischen Absarokee benötigten etwa fünf Pferde, um ihren Haushalt zu transportieren. Der Transport erfolgte mit einem Travois, einer Schleifbahre. Auf dieselbe Weise hatten früher Hunde Hab und Gut ziehen müssen.

Die Frauen nähten etwa 20 Bisonfelle aneinander, stülpten sie über 14 bis 30 rund angeordnete Pinien-Pfähle und stellten so Tipis her, die auch ihnen gehörten. Die Tipis waren meist reich verziert und dekoriert. Sie wurden von 8 bis 16 Personen bewohnt.

Die Absarokee fertigten sich Kleider aus gegerbten Tierhäuten an. Während die Frauen immer lange Röcke trugen, beschränkten sich die Männer im Sommer auf Lendenschurz und Mokassins. Beide Geschlechter verwendeten für Zeremonien und feierliche Anlässe spezielle Festkleider, die sie mit Federn, Samen, Stachelschweinborsten und Muscheln verziert hatten. Frauen wie Männer trugen ihre langen Haare offen, in der Mitte gescheitelt. Sie kämmten sich mit dem Schwanz eines Stachelschweines. Die Absarokee wurden von den frühen europäischen Siedlern als sehr schöne, große Indianer, möglicherweise die schönsten nordamerikanischen Indianer überhaupt beschrieben.

Jedem Absaroka-Klan stand ein eigener Häuptling vor, dem weitere beratende Häuptlinge zur Seite standen. Die Häuptlinge koordinierten die Jagd, kriegerische Unterfangen sowie Zeremonien und mussten für Recht und Ordnung innerhalb des Klans sorgen. Von bedeutendem Einfluss waren die Elders, die Ältesten. Ihr Rat und ihre Erfahrung hatten großes Gewicht bei den wichtigsten Entscheidungen.

bei Karl May

Upsarokas
Elbsandsteingebirge.jpg

Der Sohn des Bärenjägers
"Weihnacht!"
Mutterliebe

Die Upsarokas bzw. Krähen- oder Crow-Indianer kommen bei Karl May zumeist gut weg, auch wenn sie nicht immer sofort zu den Freunden Old Shatterhands und Winnetous zählen. Allerdings sind sie keineswegs unversöhnliche Gegner und lassen sich von den guten Absichten der Blutsbrüder überzeugen. Sie sind ehrlich, stolz und zuverlässig.

Die Crow- oder Krähenindianer nennen sich selbst nämlich Upsaroka's.[1]

Von den Blutindianern getäuscht und aufgewiegelt haben sich mehrere Stämme der Upsarokas unter den Kikatsa gegen die Schoschonen zusammengeschlossen,[2] um den Tod der – angeblich – von diesen ermordeten Stammesbrüder zu rächen. Außerdem halten sie den Pelzjäger und -händler von Hiller als Mittäter gefangen und verlangen 365 Gewehre als Sühne.[3] Winnetou und Old Shatterhand brechen auf, um den Schoschonen zu helfen. Sie nehmen den unerfahrenen Dr.[4] Hermann Rost mit.[5] Unterwegs befreien sie den todkranken und arg schusseligen, aber sehr lieben alten Schulfreund Karl Mays, Carpio, aus den Händen seines geldgierigen "Onkels", den sie dabei vor seinen Begleitern warnen, die ihn ermorden wollen.

Die nunmehr vier Gefährten werden auf dem Gebiet der Upsarokas von den Blutindianern überfallen, wobei nur Winnetou mit den Waffen entkommen kann, und – wie es die alten Gesetze der Stämme verlangen – den Upsarokas ausgeliefert. Gleich bei der Ankunft beweist Old Shatterhand deren Häuptling Yakonpi-Topa in Wort und Tat, dass er keinesfalls als Gefangener zu betrachten sei, sondern vielmehr einen willkommenen Helfer, ja Retter darstelle. Nur weil Peteh, der Blutindianer-Häuptling, seinen Tod verlangt, bleibt er vorläufig gefangen, aber auf Ehrenwort im Lager frei.[6]

Unterdessen hat Winnetou bei den Blutindianern die Wahrheit über jenen Überfall auf die Kitakas erlauscht und auch noch einen faktischen Beweis dafür gefunden, wovon er Yakonpi-Topa unterrichtet, der nun deshalb in einer sehr schwierigen Lage ist, weil er Winnetou natürlich glaubt, der Form halber aber und auch, um Zeugen aus den eigenen Reihen zu haben, erst Leute ausschicken muss zur Beweissichtung, die erst nach fünf bis sechs Tagen zurück sein können, während der er die Blutindianer nicht als Verräter behandeln darf, sondern sie sogar als Freunde sehen muss. Old Shatterhand aber behandelt er mit Zustimmung und Unterstützung seiner Krieger mit Freude als Freund und unterstützt ihn nicht zuletzt bei dem Dreifachduell mit Peteh bis an die Grenzen des Erlaubten.

Upsarokas im Werk Karl Mays

In Der schwarze Mustang gibt sich der Comanche Kita Homascha für einen Upsaroka namens Juwaruwa aus, um Old Shatterhand und Winnetou zu täuschen, was ihm jedoch nicht gelingt.

Anmerkungen

  1. Karl May: "Weihnacht!", Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg 1897, 4. Kapitel, S. 410.
  2. Karl May: "Weihnacht!", 2. Kapitel, S. 294.
  3. Karl May: "Weihnacht!", 2. Kapitel, S. 202 ff.
  4. Karl May: "Weihnacht!", 2. Kapitel, S. 196.
  5. Karl May: "Weihnacht!", 2. Kapitel, S. 304 f.
  6. Karl May: "Weihnacht!", 2. Kapitel, S. 434–456.

Literatur

Weblinks