Toloachi

Aus Karl-May-Wiki
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Toloachi (ausgesprochen: Toloadschi) heißt bei Karl May eine in Mexiko vorkommende Pflanze. Ihr Saft ist gemäß May hochgiftig.

Datúra stramónium L. (= Stramonium spinosum Lam.)/Gemeiner Stechapfel

Bei Toloachi handelt sich in der Realität um den gemeinen Stechapfel, der tatsächlich in Südamerika und Mexiko als Droge (Narkotikum) verwendet wird – allerdings sind es die Blätter, die als Teeaufguss oder Zusatz zu einer Zigarette dienen. Die Wirkung ist nicht ganz so extrem, wie sie im Waldröschen beschrieben wird:

[Sie] besteht in einem starken Gleichgültigkeitsgefühl gegen die äußere Umgebung und in der Hauptsache aus einem tiefen Schlafe mit erotischen Träumen. Auch stellt sich oft eine vorübergehende Geistesverwirrung ein, die sich in allerlei kindisch-närrischen Einfällen, niemals aber in Gewalttätigkeiten äußert. Ein starker Katzenjammer, allgemeine Schwäche, Zittern der Finger und unerträgliches Asthma sind häufige Begleiterscheinungen dieses Rauschmittels.[1]

bei Karl May

Toloachi wird von Karl May nur in seinem Kolportageroman Waldröschen erwähnt.

[Die Pflanze] soll große Aehnlichkeit mit der Wolfsmilch haben. Ein paar Tropfen ihres Milchsaftes, welcher vollständig geschmack- und auch geruchlos ist, erzeugt einen unheilbaren Wahnsinn, während der Körper dabei ein sehr hohes Alter erreichen kann.[2]

Angeblich wurde mit ein paar Tropfen Gift – von Pater Hilario beschafft oder hergestellt – die Kaiserin Charlotte von Mexiko wahnsinnig gemacht:

" [...] Die Kaiserin erhielt das Gift. Nach und nach stellten sich die Vorwirkungen, welche den völligen Wahnsinn vorbereiten, ein. Die hohe Dame war gezwungen, einen anderen Kaiser, von dem ihre Krone abhängig war, zu besuchen, um die Erfüllung eines Wunsches von ihm zu erlangen, was allerdings vergeblich war. Kurze Zeit darauf trat der Wahnsinn bei ihr ein."[3]

Anmerkungen

  1. Henriette's Herbal Homepage
  2. Karl May: Waldröschen. In: Karl Mays Werke, S. 14860 (vgl. KMW-II.8, S. 3408).
  3. Karl May: Waldröschen. In: Karl Mays Werke, S. 14861 (vgl. KMW-II.8, S. 3409).