Suezkanal

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Geographische Lage des Suezkanals und Satellitenfoto

Der Suezkanal (richtiger Sueskanal, arabisch: قناة السويس Qanāt as-Suwais) ist ein moderner Schifffahrtskanal in Ägypten zwischen den Hafenstädten Port Said und Port Taufiq bei Sues, der das Mittelmeer über den Isthmus von Sues mit dem Roten Meer verbindet und der Seeschifffahrt dadurch den Weg um Afrika erspart. Der Sueskanal ist ein schleusenloser Meerwasserkanal, der daher keine Wasserhaltung benötigt.

Kanalbauwerke

Ein Kanal durch den Isthmus von Sues mir seinen flachen Erhebungen, Marschseen und Salzsenken war sozusagen von der Natur vorgezeichnet. Deshalb zieht sich die Idee des Kanalbaus durch die Jahrtausende.

Altertum

Schon im Alten Ägypten wurde der Bubastis-Kanal (auch als Ismailija-Kanal bezeichnet) angelegt, der aber nicht das Mittelmeer mit dem Roten Meer verband, sondern vom Nildelta über das Wadi Tumilat und den Timsah-See zum Roten Meer führte. Erst der Perserkönig Dareios I. (521 bis 486 v. Chr.) stellte die Verbindung zum Roten Meer her. Unter den Ptolemäern wurde der Kanal mit teilweise anderer Streckenführung erneuert, war aber zu Kleopatras Zeit wieder verschlammt bzw. versandet.

Nachdem die Araber Ägypten erobert hatten, ließ ein Feldherr Mohammeds den Kanal wieder herstellen, um die arabischen Stätten mit Getreide zu versorgen und als Transportweg für die Pilger. Nach der Schließung unter den Abbassiden wurde der von Kairo bis Sues über 200 km lange Kanal nicht wieder hergestellt, sieht man davon ab, dass eine Teilstrecke im 19. Jahrhundert für den Bau eines Süsswasserkanals verwendet wurde.

Neuzeit

Die Idee des Kanalbaus blieb durch die Jahrhunderte lebendig. Die Venezianer schlugen 1504 den Osmanen einen Kanalbau vor und die Osmanen dachten ihrerseits immer wieder daran. Aber die Befürchtungen, dass das Rote Meer höher liege als das Mittelmeer und dass die Meeresströmung vor dem Delta einen Kanal bald wieder mit Nilschlamm verstopfe, ließen von der Ausführung der Idee zurückschrecken, nicht zuletzt auch die Überlegung, dass ein Durchstich nicht nur den eigenen Interessen dienen, sondern auch unerwünschte Erleichterungen für andere Mächte bringen könnte.

Napoléon Bonaparte griff die Idee auf, um den britischen Handel mit Indien zu stören. Die bei seiner Ägyptischen Expedition 1799 unter schwierigen Umständen durchgeführten Vermessungen des Isthmus kamen aber zu dem Ergebnis, dass das Rote Meer rund 9 m höher liege als das Mittelmeer. Dies wurde zwar angezweifelt, aber erst die von der 1846 gegründeten Société d'Études du canal de Sues veranlassten Arbeiten, insbesondere die vom Österreicher Alois Negrelli durchgeführten Untersuchungen, stellten diesen Irrtum endgültig richtig.

Bau des Sueskanals

Die Eröffnung des Kanals 1869

Am 25. April 1859 fand die feierliche Eröffnung der Bauarbeiten auf dem Strandabschnitt statt, an dem später der zu Ehren von Said Pascha genannte Ort Port Said gebaut wurde. Entsprechend den Vorschlägen des am 1. Oktober 1858 verstorbenen Negrelli sah die Planung vor, den Kanal ohne Schleusen zu bauen. Das Kanalbauprojekt war wohl das größte Bauprojekt seiner Zeit, das obendrein im Wortsinne in der Wüste und weitab von jeglicher Infrastruktur durchgeführt werden musste. Die Sueskanal-Gesellschaft rekrutierte Leute aus dem ganzen Mittelmeerraum. Eine Eisenbahn wurde von Kairo und Alexandria nach Ismailija geführt, die alte Wüstenbahn Kairo-Sues aufgegeben. Am 18. November 1862 wurde der Wassereintritt in den Timsahsee gefeiert. Vom 18. März bis zum 24. Oktober 1869 wurden die Bitterseen mit Meerwasser gefüllt.

Am 17. November 1869 fand im Beisein vieler Fürsten und vieler geladener Europäer die Eröffnung des Kanals unter dreitägigen Festlichkeiten statt, die den Khediven Ismail Pascha 20 Millionen Franken gekostet haben sollen.

Der Sueskanal und Karl May

Suezkanal
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Durch die Wüste
Reisetagebücher

Im Band Durch die Wüste des Orientzyklus zitiert Karl May im Kapitel Abu Seïf aus der Bibel die Schilderung des "Schilfmeeres" (Auszug der Israeliten aus Ägypten) und verbindet dies mit seinem Aufenthalt am Roten Meer vor der Überfahrt nach Arabien.

Die Orientreise

Das Tagebuch über die große Orientreise nennt die Stationen Mays am Suezkanal:

  • 9. April 1899 Ankunft in Port Said, zwei Tage Aufenthalt, am
  • 11. April Abreise nach Ismailija, von dort am
  • 14. April mit der Bahn nach Kairo, dort längerer Aufenthalt, Reise nilaufwärts,
  • 24. Juni nach Port Said, am 25.Juni Schiffsreise nach Palästina und Libanon,
  • 3. September zurück in Port Said,
  • 4. September Schiffsreise nach Suez, von dort am
  • 12. September Weiterfahrt durch das Rote Meer nach Ceylon,
  • 11. Dezember wieder in Port Said, am 13. Dezember nach Kairo, am
  • 18. Dezember Abfahrt von Port Said nach Italien, um seine Gattin Emma sowie Richard und Klara Plöhn für den zweiten Teil der Reise abzuholen,
  • 9. April 1900 wieder in Port Said, weiter nach Kairo und Umgebung, am
  • 28. April zurück nach Port Said, am 30. April Schiffsreise nach Palästina, dann über die Türkei und Griechenland zurück nach Italien.[1]

Die "Reiselüge"

Am 3. Juni 1899 startete Fedor Mamroth seine Kampagne gegen Karl May in der "Frankfurter Zeitung" und behauptete dort am 1. Juli, May sei auch diesmal gar nicht aus der Heimat fortgewesen, sondern auf einer Kur in Bad Tölz. Neben einer ungesicherten Eintragung in der Kurliste wurde dies u.a. mit einer falschen Beschreibung von Port Said begründet. May schreibe nämlich vom Denkmal Lesseps', das "... in der Meeresbrandung ..." stehe, was tatsächlich nicht stimmt, aber lediglich dichterische Freiheit darstellt. Nach der Rückkehr des Schriftstellers begann die für in bittere Zeit der Anfeindungen und Prozesse, begleitet von der persönlichen Tragödie des Scheiterns seiner ersten Ehe.


Sonstiges

Im Film "Der Schut" ist Sir David Lindsay gerade auf dem Weg zur Eröffnung des Suezkanals, wodurch sich die Filmhandlung genau datieren lässt.

Anmerkungen

  1. Ekkehard Bartsch/Hans Wollschläger: Karl Mays Orientreise 1899/1900. In: In fernen Zonen. Karl Mays Weltreisen, Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul 1999, ISBN 3-7802-0082-1, S. 33 ff.

Weblinks

  • Der vollständige Eintrag in der großen Wikipedia.