Sozialdemokratie

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Sozialdemokratie ist die Bezeichnung für eine international ausgerichtete politische Bewegung und politische Ideologie in zahlreichen Ländern der Welt, die sich mit demokratischen und sozialistischen Mitteln für eine sozial gerechte Gesellschaft einsetzt.

Sozialdemokratie zu Mays Zeiten

In dieser Zeit entstanden zunächst frühsozialistisch orientierte Exilorganisationen – vor allem in Frankreich, England und der Schweiz; und im Gefolge der bürgerlichen Märzrevolution 1848 mit der Allgemeinen Deutschen Arbeiterverbrüderung auch eine erste überregionale Organisation der Arbeiterbewegung in den Staaten des damaligen Deutschen Bundes, die sowohl die Entwicklung der Gewerkschaften als auch der sozialistischen Parteien im deutschen Sprachraum einleitete. 1863 gründete Ferdinand Lassalle in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). 1869 wurde die am Marxismus orientierte Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP) in Eisenach durch August Bebel und Wilhelm Liebknecht gegründet, die sich 1875 mit dem ADAV zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) zusammenschloss. Die SAP benannte sich 1890 - nach der Aufhebung der zwölf Jahre bestehenden Sozialistengesetze - in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) um. Trotz der Bekämpfung der Sozialdemokratie durch Reichskanzler Otto von Bismarck, zum Beispiel mit den Sozialistengesetzen, durch die zwischen 1878 und 1890 sozialdemokratische Aktivitäten außerhalb des Reichstags verboten waren, wurde sie bis 1912 zur stärksten politischen Kraft in Deutschland.

Karl May und Sozialdemokraten

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Schon 1878 wurde im Zuge der Stollberg-Affaire behauptet, Karl May sei "Socialdemokrat durch und durch und soll gegenwärtig Schriftsteller der Socialdemokratischen Blätter sein.". Der Polizist Ernst Oswald bezeichnet ihn auch knapp als "Schwindler, Socialdemokrat und abgesetzte[n] Schullehrer Mai, Karl Friedrich".

Hermann Cardauns, einer der Gegner May, konstatiert verärgert:

"Alle möglichen Leute werden durch die Lektüre seiner Bücher bekehrt, Socialdemokraten und ein »protestantischer Millionär«, »ein böser Mensch«, der »Vater und Mutter in das Grab geärgert« hat, wie »acht Studenten der Philosophie« usw. Kein Wunder bei seiner tiefen Frömmigkeit!"[1]

In Und Friede auf Erden! läßt May die Romanfigur Fang eine Tirade gegen den europäischen Imperialismus halten:

[...] "sie [gemeint sind europäische Christen][,] die ihre gepriesene Zivilisation seit Anbeginn bis auf den heutigen Tag mit dem Blute ihrer eigenen Brüder düngten; sie, deren angebetete Weltweisheit nicht weitergekommen ist, als nur zu der Behauptung, daß kein Gott die Welt regiere; sie[,] deren so laut ausposaunte Humanität nichts als nur der verkappte Egoismus ist; sie, deren staatliche Konstitutionen so vom Anarchismus, Nihilismus, Sozialdemokratismus und anderen Krankheiten, von denen wir uns frei gehalten haben, zerfressen sind, daß sie sich ihrer kaum erwehren können" [...][2]

Cardauns bezog sich auf eine Stelle in den Freuden und Leiden eines Vielgelesenen, in der May aus Leserbriefen zitierte:

Am tiefsten berühren mich die Zuschriften, welche sich auf die religiösen, ethischen und, ich muß sagen, auch sozialen Wirkungen meiner einfachen Erzählungen beziehen[.] Es sei mir erlaubt, einige Zeilen, natürlich ohne Namen, wiederzugeben!
"Als wir acht Unterzeichneten Studenten der Philosophie wurden, haben wir nicht an Gott geglaubt. Die Lektüre Ihrer Werke hat uns den Glauben zurückgebracht, und wir werden ihn nun um so fester halten. Gott segne Sie!" – "Ich bin ein böser Mensch gewesen, habe Vater und Mutter in das Grab geärgert, den Glauben an Gott verlacht, bin aber durch Ihre Gespräche mit Marah Durimeh und Old Wabble gerettet worden." – [...] – "Sie werden sich meiner früheren Briefe erinnern. Es war für mich, die arme, katholische Wirtschafterin, das größte Leid, daß mein Herr, der protestantische Millionär, mich meines Glaubens wegen verspottete. Ich habe ihn vermocht, Ihre Werke zu kaufen; nun ist er ein ganz anderer Mensch geworden. Erst verhöhnte er Sie; jetzt hat er gehört, daß Sie schwer krank gewesen sind, und ich soll sie bitten, zu uns zu kommen; er stellt Ihnen seine ganze Alpe zur Erholung zur Verfügung. Ich bin unendlich glücklich!" – [...] – "Wir sind arm und können Ihnen keine Schätze geben; aber einen Dank sollen Sie haben; der ist: seit wir Ihre Werke gelesen haben, sind wir keine Sozialdemokraten mehr und sehen zu unserer Freude, daß alle, denen wir sie borgen, auch langsam zu uns übertreten."
[3]

Anmerkungen

  1. H. Cardauns: Herr Karl May von der anderen Seite, zitiert nach dem Jahrbuch der Karl-May-gesellschaft 1987, S. 211
  2. K. May: Und Friede auf Erden!, zitiert nach der Freiburger Erstausgabe, S. 171–172 (Onlinefassung)
  3. K. May: Freuden und Leiden eines Vielgelesenen. Von Dr. Karl May. In: Deutscher Hausschatz in Wort und Bild. XXIII. Jg. (1896/97) Nr.1, S. 1–6, Nr.2, S. 17–21. Zitat auf Seiten 18a–18b. (Onlinefassung)