Sklaven der Arbeit (Hörspiel)

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Hörspieldaten
Titel: Sklaven der Arbeit
Produktionsjahr: 1977
Vorlage: Der verlorne Sohn
Produzent: 2
Mitwirkende
Autor: Karl May
Bearbeitung: Walter Adler

Bernd Lau

Sprecher

Sklaven der Arbeit ist ein Radiohörspiel von Walter Adler und Bernd Lau aus dem Jahr 1977 nach dem Roman "Der verlorne Sohn" von Karl May.

Inhalt

Der Inhalt entspricht weitgehend der Bearbeitung "Das Buschgespenst" aus dem Karl-May-Verlag (KMV):

In einem kleinen Ort im Erzgebirge leben die Hausers: Der Vater ist krank und so muss Eduard, der älteste Sohn, doppelte Arbeit verrichten, um die Eltern und die Geschwister zu ernähren. Hausers Nachbar Hofmann, ebenfalls Weber, hat eine Tochter, Angelica. Eduard und "Engelchen" sind sich gut, doch Hofmann möchte, dass es seine Tochter einmal besser haben soll. Deshalb stimmt er auch ohne Überlegung zu, als Fritz Seidelmann, Sohn des reichen Kaufmannes Martin Seidelmann, Angelica zum Maskenball einladen will.

Die Seidelmänner handeln mit dem von den Webern gefertigten Tuch. Fritz Seidelmann entlässt Eduard Hauser, um den Nebenbuhler bei Angelica loszuwerden. Förster Wunderlich nimmt den verzweifelten Eduard mit nach Hause.

Unterwegs treffen die beiden auf einen Schlitten, der einen Fremden zum Forsthaus bringen soll. Dieser gibt sich als Wunderlichs Vetter Arndt aus. Eduard erhält von Wunderlichs Lebensmittel und Brennmaterial und von dem Fremden Geld, um die Schulden der Familie tilgen zu können. Dann erzählt Arndt, was ihn herführt: Er ist Geheimpolizist und wurde hierher geschickt, um dem "Buschgespenst", dem heimlichen Oberhaupt der Schmuggler, das Handwerk zu legen.

Wieder daheim sieht Eduard Angelica in dem lockeren Maskenballkostüm. Er ist entsetzt und bittet er sie, dem Ball fernzubleiben. Doch das Mädchen ist arglos. Seine Angst um Angelica bringt Eduard auf einen verhängnisvollen Gedanken: Er will selbst den Maskenball besuchen, um so das Mädchen zu beschützen. Einen Brief an Fritz Seidelmanns Freund Strauch, in dem er verlangt, dass Strauch dem Vergnügen fernbleibe, unterzeichnet er mit "Das Buschgespenst". Der Plan gelingt; Strauch bleibt aus Angst daheim. Hauser kann jetzt das zurückgegebene Kostüm Strauchs ausleihen und so den Maskenball besuchen. Er vereitelt einen Übergriff von Seidelmann jun. auf seine Angelica und gibt sich dabei zu erkennen. Als er später Angelica gesteht, wie er auf den Maskenball gelangte, wird er von Seidelmann belauscht. Der Junge verrät auch, dass ihn ein Fremder angestellt hat, das Buschgespenst fangen zu helfen. Damit wird er nun endgültig Seidelmanns Feind.

Seidelmanns Schreiber Beyer besucht diesen, um um Unterstützung zu bitten. Er wirft Fritz Seidelmann vor, dass dieser seine Tochter, Auguste Beyer, des Nachts vergewaltigt habe. Die Unglückliche erwarte ein Kind und für dieses verlange er nun wenigstens Unterstützung. Unbedacht erwähnt er auch einen Ring, den Auguste Beyer ihrem Vergewaltiger abnehmen konnte und der nun ein Beweismittel sei. Seidelmann wimmelt den Mann ab und erstattet Anzeige gegen Auguste wegen Diebstahls. Das Mädchen kommt samt ihrem Vater ins Gefängnis.

Als man Beyers Frau dieses mitteilt, erliegt diese einem Herzversagen. Als Vater Beyer frei kommt und davon erfährt, geht er zum Friedhof und erfriert neben seiner toten Frau. Die nunmehr verwaisten Kinder werden von der Familie Hauser aufgenommen.

Eduard wird er vom Buschgespenst angesprochen: Der Verbrecher will ihn für die Pascherei gewinnen. Doch Eduard bleibt standhaft, auch als der mit einem Betttuch maskierte Mann droht, Angelica etwas anzutun. Arndt hat dieses Gespräch zufälligerweise belauschen können. Weil Eduard der Versuchung widerstanden hat, wird er von Arndt gegen Bezahlung als Gehilfe angestellt.

Arndt hat von einem bevorstehenden erneuten Schmugglerzug erfahren. An einer Eiche, dem geheimen Briefkasten der Bande, finden er und Eduard nähere Hinweise. Arndt informiert die Grenzpolizisten, die den Zug an einer anderen Stelle erwarten. Weiterhin konnten die beiden an der Eiche erfahren, dass über Laube, den Schachtmeister von "Gottes Segen", Kontakt mit dem Buschgespenst aufgenommen werden kann.

Die Seidelmänner beschließen, sich an Eduard zu rächen, indem sie ihn als Buschgespenst und Pascher verhaften lassen wollen. Fritz Seidelmann erhält von seinem Freund Strauch den belastenden Drohbrief. Gleichzeitig näht er ihm heimlich Spitzen in sein Mantelfutter. Angeblich im Auftrag des "Fremden" soll Hauser mit wichtigen Dokumenten über die Grenze.

Fritz Seidelmann erstattet bei der Polizei Anzeige und zeigt den Drohbrief vor. Die Grenzer stellen und verhaften Eduard und finden auch die Spitzen in seinem Rockfutter. Dann macht man bei Hausers Hausdurchsuchung. Als Angelica nach einem Streit mit ihrem Vater zu Hausers kommt und von Eduards Verhaftung erfährt, entreißt sie – unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen – einem Polizisten das Gewehr und schießt auf den Urheber all ihres Kummers, Fritz Seidelmann, verletzt ihn aber kaum. Nur ein Schrotkorn streift dessen Ohr. Auch Angelica wird verhaftet. Der Staatsanwalt hat aber Mitleid, als er das Elend sieht.

Im Gefängnis trifft Angelica auf die arme Auguste Beyer, die hochschwanger wegen angeblichen Diebstahls einsitzt. Sie erzählt dieser vom Tod ihrer Eltern.

Arndt erfährt davon und will helfen, doch dazu muss er endlich das wirkliche Buschgespenst entlarven. Er sieht einen Schmuggler bei den Musterzeichner Wilhelmi. Er sucht den armen Mann auf. Dessen Frau und Kinder sind schwer krank – für die notwendige Arznei fehlt das Geld. Von Seidelmann, seinem Arbeitgeber, erhielt er kein Geld und keinen Vorschuss. Der einzige, der ihm Hilfe angeboten hatte, war das Buschgespenst – aber schmuggeln will Wilhelmi nicht. Arndt hilft schnell und erfährt dafür, dass Wilhelmis Bruder die Rote Mühle gehört, deren Keller vom Buschgespenst gemietet wurde.

Arndt und der Staatsanwalt planen, die Schmuggler nach der Roten Mühle zu locken und dort gefangenzunehmen. Die Unterstützung des Müllers ist ihnen sicher. Der Plan gelingt, die Pascher werden festgesetzt. Lediglich das Buschgespenst kann in einen alten Grubenstollen entspringen, verfolgt von Arndt und dem Staatsanwalt.

Auf Grubenhunten beginnt in der Dunkelheit des Ganges eine gefährliche Verfolgungsjagd. Auch ein Hinterhalt kann die Verfolger nicht stoppen. Da sprengt der Verbrecher den alten Gang. Nur mit knapper Not können die beiden dem Tod entgehen und sich wieder nach rückwärts in Sicherheit bringen. Man befürchtet, dass die Explosion so stark war, dass auch der Schacht "Gottes Segen" eingestürzt ist. Am Schacht stellen die Polizisten fest, dass ihre Mutmaßung richtig war: Viele Menschenleben sind der Explosion zum Opfer gefallen.

Eine Hausdurchsuchung bei Seidelmanns bringt im Keller des Hauses einen geheimen Stolleneingang zum Vorschein. Sie dringen ein und finden den schwer verletzten Fritz Seidelmann. Die Gesteinsmassen haben ihn verschüttet, doch er lebt noch. Bevor er stirbt, gesteht er alles.

Eduard und Angelica kommen wieder aus dem Gefängnis frei – bei der Tat des Mädchens haben die Richter ein Auge zugedrückt. Eduard, der Angelica jetzt zur Frau erhält, soll das Seidelmannsche Geschäft in Arndts Namen weiterführen.

Auguste Beyer kommt zwar auch frei, ist aber so hoffnungslos, dass sie nachts das Haus verlässt und auf den Friedhof zum Grab ihrer Eltern geht. Als sie dort plötzlich ihr Kind zur Welt bringt, weiß sie sich keinen anderen Rat als das Kind zu töten. Als Kindsmörderin kommt sie nun ins Zuchthaus.

Veröffentlichung

2013 erschien das Hörspiel auf CD.

Literatur

Weblinks