Silberbüchse (Winnetous Gewehr)

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Die Silberbüchse ist das berühmte Gewehr Winnetous.

Winnetou mit seiner Silberbüchse
Dies war die berühmte Silberbüchse, deren Kugel niemals ihr Ziel verfehlte. (Der Sohn des Bärenjägers)[1]

Es handelt sich dabei um ein Gewehr, dessen Holzteile mit silbernen Nägeln beschlagen sind. Erstmals ausdrücklich benannt wurde es in der Erzählung Der Sohn des Bärenjägers; eine frühere Erwähnung stammt aus dem Text Deadly dust.

Winnetou erbte die Silberbüchse von seinem ermordeten Vater Intschu tschuna. Sie wurde zu seinem Markenzeichen, so dass er später mitunter durch sie identifiziert wurde. Bei seinem Tod wurde ihm sein Gewehr mit ins Grab gelegt.

Da Karl May auf den Kostümfotos 1896 mit dem Gewehr posierte und fragende Leserbriefe erhielt, gab er seinen Lesern eine offizielle Erklärung, wie er – als Old Shatterhand – die Silberbüchse an sich genommen hat:

Ich halte noch heut meine Waffen hoch. Mein Henrystutzen und mein Bärentöter sind noch jetzt meine wertvollsten Besitztümer. Kostbarer aber noch als sie ist mir Winnetous Silberbüchse, die ich schon, als er noch lebte, stets mit einer gewissen heiligen Scheu betrachtet oder in die Hand genommen habe. Als er erschossen worden war, haben wir ihn hoch zu Roß und mit allen seinen Waffen, also auch mit ihr begraben. Einige Jahre später kam ich mit meinen damaligen Gefährten bei der Verfolgung eines Truppes Ogellallah-Indianer grad dazu, daß die Sioux sein Grab öffneten und berauben wollten. Wir vertrieben sie nach hartem Kampfe. Sie hatten es auf die Silberbüchse abgesehen. Ich konnte natürlich nicht als Hüter seines Grabes stets im Thale des Metsurflusses bleiben, und da zu erwarten war, daß sich die Entweihung des Grabes wiederholen werde, nahm ich die Silberbüchse heraus und sorgte dafür, daß dies überall bekannt wurde. Die Sioux erfuhren, daß die Büchse nicht mehr zu haben sei, und ließen infolgedessen das Grab nun unversehrt. Jetzt hängt dieses herrliche Gewehr neben meinem Schreibtische, und während ich jetzt von ihm erzähle, habe ich es vor meinen Augen und gedenke in tiefer Wehmut dessen, den es nicht ein einziges Mal im Stich gelassen hat und der mein bester, vielleicht mein einziger Freund gewesen ist, das Wort Freund in seiner wahren, edelsten und höchsten Bedeutung genommen!
[...] Meine Leser wissen, daß Winnetou mit der Silberbüchse begraben wurde; jetzt kaufen sie sich Bilder von mir, unter denen es welche mit der Bezeichnung "Old Shatterhand" mit "Winnetous Silberbüchse" giebt; oder die wißbegierigen Besucher, welche fast täglich mit oft wunderbarer Harmlosigkeit von "Villa Shatterhand" und meiner kostbaren Zeit Besitz ergreifen, sehen dieses Gewehr zwischen Sam Hawkens' alter "Gun" und meinem Bärentöter hängen; da giebt es der brieflichen und mündlichen Fragen kein Ende. (Old Surehand III)[2]

Mehr zu dem Gewehr auf den Bildern unter Silberbüchse (Karl May).

Vorläufer

  • Thomas Mayne Reid verwendete bereits in seinem Roman Der Scalpjäger (deutsch 1852) eine mit silbernen Nägeln verzierte Büchse.
  • In seiner Bearbeitung von Gabriel Ferrys Der Waldläufer gab May dem Indianer Falkenauge ebenfalls eine Silberbüchse in die Hand. In der von May verwendeten Vorlage waren es Kupfernägel – die silbernen waren also Mays Erfindung.
  • Häuptling Bärenauge aus Mays Waldröschen hat ebenfalls ein Gewehr, dessen Kolben mit silbernen Nägeln verziert war.

Sonstiges

Anmerkungen

  1. Karl May: Der Sohn des Bärenjägers. In: Karl Mays Werke, S. 35359 (vgl. KMW-III.1-184:8, S. 122).
  2. Karl May: Old Surehand III. In: Karl Mays Werke, S. 56993 f. (vgl. KMW-IV.20, S. 328 f.).

Literatur