Sei uns gegrüßt! Wir, deine Erdentaten (Gedicht)

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Selmar Werners Marmorhalbrelief mit der Inschrift

Sei uns gegrüßt! Wir, deine Erdentaten ist ein Gedicht von Karl May.

Text

Sei uns gegrüßt! Wir, deine Erdentaten,
Erwarteten dich hier am Himmelstor,
Du bist die Ernte deiner eignen Saaten
Und steigst mit uns nun zu dir selbst empor.[1]

Textgeschichte

Am 9. Februar 1902 erhielt Selmar Werner von Klara Plöhn den ersten Teil seines Honorars für die Gestaltung des Halbreliefs am gemeinsamen Grabmal der Familien May und Plöhn. Das Mausoleum erhielt dann als Inschrift die Verse Karl Mays, die er für seinen verstorbenen Freund Richard Plöhn verfasst hatte.[2]

Nach seinem Tod wurde auch Karl May in diesem Mausoleum beigesetzt.

Christoph F. Lorenz äußerte sich zu dem Poem:

Am schönsten und unmittelbarsten gelangen ihm jedoch die Verse, als es an das endgültige Aufbrechen nach Dschinnistan ging. In seinen Versen für die Gruft, in der 1903 sein Freund Richard Plöhn, später auch er selbst und seine zweite Frau Klara beigesetzt wurden, stehen geistige Erkenntnis und sprachlicher Ausdruck in einem vollkommenen Gleichgewichtsverhältnis: [...] Wenn mit den Worten der Bibel ihre Taten den Menschen nachfolgen, so ist May sicherlich auch dieses Gedicht über die Schwelle nachgefolgt. Ein viel besseres hat er wohl nie geschrieben.[3]

Anmerkungen

  1. Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik III. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag BambergRadebeul 2005, S. 17. ISBN 978-3-7802-0170-6.
  2. Sudhoff/Steinmetz: Karl-May-Chronik III, S. 16 f.
  3. Lorenz: Anmerkungen zur Lyrik Karl Mays, S. 156.

Literatur