Schach

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Schach (von persisch Schah = König) ist ein strategisches Brettspiel, bei dem zwei Spieler abwechselnd Spielfiguren auf einem Spielbrett bewegen. Ziel des Spiels ist, die als König bezeichnete Spielfigur des gegnerischen Spielers Schachmatt zu setzen. Schach ist kein Glücksspiel, es entscheidet allein das spielerische Können der Kontrahenten und nicht der Zufall.

In Europa und vielen anderen Teilen der Welt ist Schach allgemein bekannt und das bedeutendste Brettspiel.

Geschichte

Der Vorläufer aller Spiele aus der Schachfamilie entstand vermutlich in Nordindien aus einem Vierpersonenspiel. Dieses Urschach wurde "Chaturanga" genannt. Über Persien und nach dessen Eroberung durch die Araber in Folge der Islamischen Expansion wurde das Schachspiel weiter verbreitet. Im 15. Jahrhundert kam es zu einer großen Reform der Spielregeln. In den folgenden Jahrhunderten trugen vor allem europäische Schachmeister zur Erforschung des Spiels bei.

Im 19. Jahrhundert wurde das Schachspiel ein Bestandteil der bürgerlichen Kultur, was den Spielstil änderte und Turnierwesen und Schachpublizität prägte. Mit dem Turnier in London 1851 begann die Geschichte der modernen Schachturniere. 1924 wurde in Paris der Weltschachbund FIDE gegründet. Von 1945 bis 1990 war die Sowjetunion die weltweit dominierende Schachnation. Der auch als "Match des Jahrhunderts" bezeichnete Weltmeisterschaftskampf 1972 zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski führte zur Popularisierung des Schachspiels in den westlichen Industrienationen. Die FIDE leistete wichtige Beiträge zur Förderung des Schachspiels in der Dritten Welt. Heutzutage sind Schachcomputer den Menschen im allgemeinen überlegen. Schachprogramme spielen beim Schachtraining und bei der Partievorbereitung im Spitzenschach eine wichtige Rolle.

bei Karl May

In Karl Mays Werk wird das Wort "Schach" häufig im übertragenden Sinne verwendet, wenn zum Beispiel Gegner durch Waffen "in Schach" gehalten werden. Gelegentlich ist aber vom Schachspiel selbst die Rede.

in Scepter und Hammer

Manu-Remusat spielt mit seiner Tochter Ayescha Schach. Währenddessen wird ihre Schwester Sobeïde – die übrigens [n]icht gern und nicht gut Schach spielt – durch Hamm-Barak entführt.

in Waldröschen

Leutnant von Platen und Kurt Helmers spielen im Offizierscasino Schach. Platen erkennt den bürgerlichen Helmers dadurch als ebenbürtig an:

[...] von Platen [...] griff nach einem Schachbrette und fragte:
"Spielen Sie Schach, lieber Helmers?"
"Unter Kameraden, ja."
"Nun, ich bin ja Ihr Kamerad. Legen Sie die Zeitung fort und versuchen Sie es einmal mit mir. Die Ehrlichkeit erfordert aber, Ihnen zu sagen, daß ich hier für unbesiegbar gehalten werde."
"So muß ich ebenso ehrlich sein," lachte Curt. "Hauptmann von Rodenstein, mein Pflegevater, war ein Meister. Er gab mir so vortrefflichen Unterricht, daß er jetzt keine Partie mehr gewinnt."
"Ah, das ist recht, denn da dürfen wir endlich einmal einer in interessanten Partie entgegensehen. Kommen Sie!"
Durch diesen kleinen Streich hatte Platen den Bann gehoben. Am hinteren Tische begann der Whist von neuem, vorn klapperten die Billardbälle und dazwischen hatten die Züge auf dem Schachbrette in Zeit von zehn Minuten einen so spannenden Verlauf genommen, daß sich die Offiziere Einer nach dem Anderen erhoben, um dem Spiele zuzuschauen. Sie gewahrten mit Verwunderung, daß Curt seinem Gegner überlegen sei; er gewann die erste Partie.
"Ich gratulire!" sagte Platen. "Das ist mir lange noch nicht passirt. Wenn es wahr ist, daß ein tüchtiger Stratege auch ein guter Schachspieler sei, so sind Sie jedenfalls ein höchst brauchbarer Offizier."
Curt fühlte, daß der gute Platen diese freundlichen Worte sprach, um ihm Boden zu gewinnen, und antwortete ablehnend:
"Man darf bekanntlich die Schlüsse nicht umkehren. Ist ein guter Stratege auch ein guter Schachspieler, so ist es doch noch nicht nothwendig, daß ein feiner Schachspieler auch ein tüchtiger Offizier sein muß. Uebrigens haben Sie in der ersten Partie wohl nur meine Kräfte kennen lernen wollen. Versuchen wir eine zweite. Ich ahne, daß ich sie verlieren werde."

in Die Liebe des Ulanen

Hugo von Königsau lädt den vermeintlichen Maler Haller zu sich ein:

[...] Sie sind willkommen, so oft und wann es Ihnen beliebt. Wir spielen ein Schach; wir lesen und plaudern. [...]

in Der verlorne Sohn

Robert Bertram verbringt viel Zeit mit Fanny von Hellenbach:

Robert Bertram war ein- für allemal zu ihren Eltern geladen und machte von dieser Erlaubniß den ausgiebigsten Gebrauch. Er las mit ihr, musicirte mir ihr, spielte Schach und Dame mit ihr und durfte sie auf ihren Ausflügen begleiten.

in Der Schatz im Silbersee

Passagiere der Dog-fish vergnügen sich mit Schach und andren Spielen.

in Von Bagdad nach Stambul

Kara Ben Nemsi und seine Begleiter sind beim Kaufmann Hulam in Edreneh zu Gast:

Mit Ungeduld erwarteten wir dann den Abend, indem wir uns die Zeit bis dahin mit Gespräch und Schachspiel zu verkürzen suchten; [...]

in Ardistan und Dschinnistan II

Der Dschirbani philosophiert im Gespräch mit Kara Ben Nemsi über Krieg und Frieden:

"Soeben war es mir, als ob ich meinen Vater, wie so oft in vergangener Zeit, beim "königlichen Spiel" des Schaches sitzen sehe. Er behauptete stets, das Schach sei eine Lüge und als Bild des Krieges gänzlich zu verwerfen. Im Schach sei man gezwungen, Soldaten, Bauern, Läufer, Türme und noch viel Höheres zu opfern, um den Sieg zu gewinnen. Am Schluß des Spieles aber seien beide Felder verwüstet, nicht nur das des Besiegten, sondern auch das des angeblichen Siegers. Die Kriegführung von Gewaltmenschen gleiche noch heut diesem alten Spiele, welches plötzlich stehen geblieben und nicht weiterentwickelt worden sei. Der Edelmensch aber, den wir alle erwarten, werde jeden Krieg, zu dem die Gewalt ihn zwingt, derart führen, daß ihm der Sieg kein einziges Opfer kostet."
"Das hast du als Kind gehört?" fragte ich vorsichtig.
"Nein. Da war ich schon Knabe und spielte schon selbst Schach. Mutter erzählte es und wiederholte es so oft, daß es sich mir fest einprägte und ich darüber nachzudenken begann. Die Aufgabe, zu siegen, ohne Opfer zu bringen, ist eine der wichtigsten des ganzen Lebens, nicht nur in militärischer, sondern auch in jeder andern Beziehung. Ich sann und dachte sehr viel darüber nach, doch vergeblich. Da kamst du mit Hadschi Halef. Ihr beide zeigtet uns am Engpaß Chatar, wo ihr die Tschoban besiegtet, ohne daß ein einziger Tropfen Blut zu fließen brauchte, was mein Vater mit seiner Verurteilung des Schachspieles gemeint hatte."

in Babel und Bibel

Abu Kital fordert Marah Durimeh zu einem Schachspiel heraus, das nicht mit kleinen Figuren gespielt, sondern mit lebendigen Menschen "geritten" werden soll.

Abu Kital stellt sich vor:

Abu Kital, der Scheik der An'allah,
Den niemals je ein Sterblicher besiegte,
Im Schach so wenig wie im Waffenspiel!
Der »Geist des Morgenlandes« soll ich sein?
Es wäre Wahnsinn, wenn ich es nicht wäre!

und sagt von Marah Durimeh:

So sitzt sie mit Gespenstern an dem Brette
Und spielt um Menschenseelen Schach mit ihnen.
Sie heißt mit Recht die Hexe des Schatrandsch[1],
Denn wer Jahrtausende um Seelen spielt,
Der wird in allen Kniffen wohlgeübt
Und kann zuletzt den Teufel überlisten.

Marah Durimeh spielt allerdings noch ein zweites Schach gegen den Scheik: Unter seinen Figuren befinden sich Die Phantasie und der Scheik der Todeskarawane, die sich als Marah Durimeh und Abu Kitals verbannter Sohn Ben Tesalah entpuppen.


Dieses Schachspiel sollte 2008 während der Schacholympiade in Dresden nachgespielt werden. Allerdings kam es nicht zu der Aufführung.

Anmerkungen

  1. Schach.

Weblinks

  • Der vollständige Eintrag in der großen Wikipedia.