Richard Wagner

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Richard Wagner
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Der Weg zum Glück

Richard Wagner (* 22. Mai 1813 in Leipzig; † 13. Februar 1883 in Venedig) war ein deutscher Komponist.

Richard Wagner und Karl May

Palazzo Vendramin in Venedig

in Mays Leben

Auf der Heimreise aus dem Orient besucht Karl May am 21. Juli 1900 das Sterbezimmer Wagners in Venedig.

Die Wohnung Wagners aufgesucht. Ich stand auf der Stelle, wo er starb. Tiefbewegt. Künstlerwallen.[1]

Trotz des Wallens war May kein Wagner-Freund. Klara May schrieb in ihrem Aufsatz über die Lieblingsschriftsteller Mays:

Oft beneidete er den König Ludwig von Bayern, der Kunstwerke nur für sich allein hatte genießen können, freilich meist nur Wagner, was Karl May wiederum nicht begriff, denn Wagner war nicht meines Mannes Ideal, ihm gingen Mozart, Weber, Beethoven über alles. Parsifal hörte er nie; wäre es der Fall gewesen, auch Karl May wäre ein begeisterter Wagnerianer geworden, glaube ich. Nach meinem Empfinden mißfiel Karl May das zu Laute, zu sehr Verwobene der Wagnerschen Kunst, sie war ihm nicht schlicht genug, nicht zu Herzen gehend. Es erfreute ihn nicht, wenn es nicht allen vergönnt war, an dem gebotenen Schönen sich zu erfreuen.[2]

Klara May ihrerseits war – wie Hans Wollschläger anmerkt – begeisterte Wagner-Verehrerin; sie habe im Hause Wahnfried verkehrt und dort sogar bei glücklicher Gelegenheit den schon erwähnten Friedensverkörperer kennengelernt; ihr enthusiastischer Bericht darüber blieb jedoch – ein Verdienst E. A. Schmids – ungedruckt.[3]

in Mays Werk

Richard Wagner taucht als literarische Figur in Karl Mays Kolportageroman Der Weg zum Glück auf. In diesem Roman wird auch der Gesang der Rheintöchter aus Wagners Rheingold beschrieben und zitiert:

"Nun," antwortete der Sepp, "ich habs einmal gesehen, als ich am letzten Male bei ihr war. Weißt, es ist da ein Compernist, der heißt Wagner und Richard auch. Auf den hält der König sehr große Stucken. Er soll ein vielgescheidter Kerl sein und ein Musiken compernirn, wie noch niemals ein Anderer eine compernirt hat. Der verintressirt sich sehr für die Leni und kommt oft, um zu hören, was sie indeß wieder gelernt hat. Und am letzten Male war ich in der andern Stub und konnt durch die Glasthüren hineinblicken. Da mußt die Leni eine Saloppen umthun und dann band er sie mit dem Leib an den Thürknauf, daß sie nicht fallen konnt. Nachher mußt sie den Oberkörper weit vorwerfen und mit den Armen so hinausschlagen und battalgen, als ob sie schwimmen wollt."
"Das ist doch verruckt!"
"Nein. Es giebt ein Theaterstucken, worinnen das vorkommt."
"Wie heißt das?"
"Rheingold heißts. Und nachher, als sie so in der Stuben schwamm, aber freilich ohne Wasser, da setzt er sich ans Clavier und begann zu spielen. Nachher rief er laut: 'Jetzunder, Woglinde, jetzt!' Und nun sang sie zum Schwimmen."
"Leni hat er doch gesagt!"
"Nein. In diesem Stucken heißt sie alleweil Woglinde, und da hat sie gesungen:
'Weia! Waga!
Woge, du Welle,
Walle zur Wiege!
Wagalaweia!
Wallala weiala weia!'"
"Himmelsakra! Das ist doch eine Dummheiten, wies gar keine zweite nimmer giebt."
"Was?"
"Das kann doch nur ein ganz verruckter Kerl singen. Das sind doch gar keine richtigen Versen!"
"Na, behüt Dich Gott, Anton! Bist Du dumm! Wann Eine schwimmt, soll sie auch noch richtige Versen singen! Spring doch mal ins Wasser und sing ein Gestanzel mit einem Jodler, wann Dir dabei das Wasser ins Maul läuft und zur Nasen wieder heraus! Da verstehst Du halt gar nix von! Der Wagners Richard ist ganz toll gewesen vor Freuden, daß sies so schön gemacht hat. Er hat ihr auf die Wang klopft und dabei – –"
"Der Teuxel soll ihn holen!" rief Anton aus.
"So? Warum dann?"
"Was hat er ihr an die Wang zu klopfen!"
"Gehts Dich etwas an vielleicht?"
"Nein."

Sonstiges

Am 28. Mai 1988 wurde in Dresden die Collage "Seelenlust und Augenweide. Wagner und Winnetou geben sich die Ehre" uraufgeführt. Das Stück wurde von den Dresdner Musikfestspielen mit Unterstützung des Staatsschauspiel Dresden produziert, Regie führte Carsten Ludwig.

Anmerkungen

  1. Reisetagebuch, zitiert nach In fernen Zonen, S. 226.
  2. Klara May: Die Lieblingsschriftsteller Karl Mays. In: JbKMG 1970, S. 150.
  3. Klara May: Die Lieblingsschriftsteller Karl Mays. In: JbKMG 1970, S. 154.

Literatur


Weblinks

  • Der vollständige Eintrag in der großen Wikipedia.