Preußen

Aus Karl-May-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Königreich Preußen war zu Karl Mays Lebzeiten der größte Staat des Deutschen Reichs und eine der führenden Mächte in Europa.

Königreich Preußen (18661918)

Geographie

Das ursprüngliche Preußen war eine Landschaft im nordöstlichen Mitteleuropa mit den Zentren Königsberg (dem heutigen Kaliningrad), der Marienburg und Danzig. Die Grenzen der nach dem slawischen Volk der Prußen (Pruzzen) benannten Region sind nicht eindeutig. Ungefähr kann jedoch das Gebiet zwischen den Flüssen Weichsel und Memel als Preußen bezeichnet werden. Westlich von Preußen schließt sich Pommern mit Pommerellen an. Der östlichste Teil Preußens wurde auch Kleinlitauen genannt.

Im 19. Jahrhundert umfasste Preußen fast den ganzen Norden Deutschlands und hatte eine Größe von 348.607 km². Es lag zu zwei Dritteln in der Norddeutschen Tiefebene.

Geschichte

Die Grundlage der preußischen Monarchie bildet die Mark Brandenburg, die Friedrich von Zollern 1415 zugleich mit der Kurwürde zu Lehen erhielt. Friedrich III. (1688-1713) erklärte sich 1701 als Friedrich I. zum König und vergrößerte Preußen durch einige kleinere Erwerbungen. Friedrich Wilhelm I. (1713-40) erwarb Obergeldern, Vorpommern bis zur Peene, Stettin sowie die Inseln Usedom und Wollin und hinterließ einen bedeutenden Schatz und ein schlagkräftiges Heer.

Wappen des Königreiches ab 1866

Friedrich II. (1740-86) erhob Preußen zur Großmacht; er gewann durch die Schlesischen Kriege und den Siebenjährigen Krieg fast ganz Schlesien, fast ganz West-Preußen und den Netzedistrikt, Ostfriesland und einen Teil von Mansfeld, gründete 1785 den Fürstenbund und förderte das Wohl des Landes. Friedrich Wilhelm II. (1786-97) erwarb die fränkischen Markgrafentümer Ansbach und Bayreuth und Südpreußen, Neuostpreußen und Neuschlesien, dagegen schwächte er Preußen durch seine Politik Österreich gegenüber und in den französischen Revolutionskriegen.

Durch den Sieg über Napoleon Bonaparte gewann Preußen halb Sachsen und andere Gebiete. Wilhelm I. berief zur Durchführung der Heeresorganisation Otto von Bismarck an die Spitze eines konservativen Ministeriums. Preußen führte 1864 gemeinsam mit Österreich den Dänischen Krieg. Da sich aber die beiden deutschen Großmächte über das Schicksal Schleswig-Holsteins nicht verständigen konnten, brach 1866 der Deutsche Krieg aus, durch den Preußen Hannover, Kurhessen, Nassau, Frankfurt am Main und Schleswig-Holstein annektierte.

Der Machtzuwachs Preußens führte zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Nach dem Sieg erfolgte die Proklamation König Wilhelm I. im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles zum Deutschen Kaiser.

bei Karl May

Preußen
im Werk Karl Mays
Weltkarte1911.jpg

Der beiden Quitzows letzte Fahrten
Die Liebe des Ulanen
Aqua benedetta (nur erwähnt)
Ein Fürst des Schwindels (nur erwähnt)
Scepter und Hammer (Spiegelung)

  • Im Romanfragment Der beiden Quitzows letzte Fahrten schildert Karl May die Geschichte der Mark Brandenburg in der Zeit des Kurfürsten Friedrich von Zollern.
  • Der Kolportageroman Die Liebe des Ulanen spielt zur Zeit des Krieges gegen Kaiser Napoleon I. mit Preußen als deutscher Hauptmacht und dann während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Alle Mitglieder der Familien Königsau, Goldberg und Hohenthal sind preußische Untertanen.
  • In der Erzählung Aqua benedetta (später Ein Fürst des Schwindels) tritt als Gegenspieler des betrügerischen Grafen von St. Germain der preußische Botschafter Karl von Langenau auf.
  • Die zwei verfeindeten Staaten Norland und Süderland im Roman Scepter und Hammer werden oft als Spiegelung der Gegensätze zwischen dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens und den süddeutschen Staaten mit Österreich-Ungarn an der Spitze betrachtet.

siehe auch

Weblinks